Trekking Packliste: Trekkingtour leicht gemacht

Trekking-Packliste

Mit nur knapp 7,5kg Trekkingausrüstung auf der Trekking-Packliste ohne Komfortverzicht auf Trekkingtour? Wie ich das geschafft habe? Hier meine leichte Trekking-Packliste mit Packtipps, Erfahrungen und Ausrüstungs-Tipps wie ich sie z.B. für Norwegen und Island verwende.

Mein aktuelles Rucksack-Basisgewicht

Das Basisgewicht mit allem was ich nicht direkt am Körper trage beträgt in meiner Trekking-Packliste aktuell 7.286g Damit konnte ich im letzten Jahr das Rucksackgewicht nochmal um knapp 700g reduzieren. Mit Verpflegung für 7 Tage, Wasser usw. komme ich auf ein Rucksackgewicht von 12.275g. Ich bin ganz zufrieden damit. Die Ausrüstung ist nicht Ultraleicht, dafür aber mit ausreichend Reserven für nordische Wetterkapriolen wie sie z.B. in Norwegen oder Island zu erwarten sind. Auch der Komfort kommt bei der Ausrüstung nicht zu kurz.

Meine aktuelle Gewichtsverteilung mit Basisgewicht, Verbrauch und allem was ich direkt am Körper trage

Meine aktuelle Gewichtsverteilung mit Basisgewicht, Verbrauch und allem was ich direkt am Körper trage

Was ich zuletzt an meiner Ausrüstung geändert habe, schließlich gibt es immer etwas zu verbessern, könnt ihr in den einzelnen Abschnitten der Trekking-Packliste sehen.

Packtipps die Dich nichts kosten

Jeder Gegenstand im Rucksack landet letztlich auf den Gelenken und kostet uns auf Tour täglich Kraft. Je mehr Höhenmeter man am Tag geht desto mehr wird man auch das Gewicht spüren. Ich habe daher schon sehr früh angefangen vor jeder Tour meine Ausrüstung genau zu planen und immer weiter zu optimieren. Und es hat sich gelohnt! Mein Rucksack wiegt heute nur ein Bruchteil im Vergleich zu meinen ersten Touren!

Die Packliste selbst ist aber nur ein Hilfsmittel. Daher hier erst mal ein paar einfache Tipps für das Packen des Rucksacks:

1. Lasse so viel wie möglich weg!

Das Erste beim Packen ist es jeden Gegenstand zu hinterfragen. Brauche ich das wirklich? Wie viele Wechselklamotten müssen es sein? Muss der eBook-Reader wirklich sein? Und das Badetuch? Wenn Du dann soweit bist hast Du einen wichtigen Schritt geschafft.

Mit nichts anderem kann man ohne Geld auszugeben so viel Gewicht im Rucksack einsparen wie durch weglassen von unnötiger Ausrüstung.

2. Wiege alles und entdecke die Gewichtstreiber in Deinem Rucksack!

Als nächstes wird gewogen. Muss das wirklich sein? Ja! Jeder noch so kleine Gegenstand bringt Gewicht mit sich. Am Besten verwendest Du zum Wiegen eine digitale Küchenwaage – dabei aber auf den Messbereich und die Messgenauigkeit der Waage achten, sonst ist der Wert nicht viel Wert.

Fertig? Super, jetzt hast Du beim Anblick der Einzelgewichte sicher nochmal einiges an Deiner Ausrüstung überdacht, weggelassen oder mit etwas Leichterem ersetzt.

3. Stelle Deine Ausrüstung immer wieder auf den Prüfstand!

Was hast Du auf Deiner letzten Tour wirklich benötigt? Was hast Du überhaupt nicht benötigt? Auf was kannst Du noch verzichten? Was willst Du ersetzen? Nehme wirklich jeden Ausrüstungsgegenstand unter die Lupe und passe Deine Packliste für das nächste Mal wenigstens mit Notizen gleich nach der Tour an.

Aber bitte optimiere Deine Trekking-Packliste nie auf Kosten der Sicherheit! Eine Rettungsdecke wirst Du hoffentlich nie benötigen, aber streiche Sie deshalb bitte nicht von Deiner Packliste… Ich habe zum Beispiel immer einen Biwacksack aus Rettungsfolie dabei. Gebraucht habe ich ihn zum Glück noch nie.

Trekking-Packliste

Bekleidung

Bei der Bekleidung gilt „weniger ist mehr“. Lieber etwas häufiger waschen als täglich mehr schleppen. Zuletzt habe ich meine Fleecejacke gegen eine Cummulus Daunenjacke getauscht. Am Abend und in Pausen perfekt. Verpackt wird die Jacke in einem SeatoSummit wasserdichten Packbeutel. Regenhose, Schlauchtuch und Handschuhe gehören für mich immer zum Gepäck. Regen und Schnee sind nicht schlimm, aber Kälte kann eine Tour bei einem Wetterumschwung schnell gefährlich machen. Als Hardshell nehme ich eine Snaefell von 66North mit. Wiegt auch etwas mehr, sie trägt sich aber fast wie eine Softshell und ist dabei wasserdicht.

Als Baselayer verwende ich immer häufiger Merino-Kleidung. Merino-Wolle wärmt auch nass noch, ist sehr lang geruchsneutral und trägt sich auch sehr angenehm auf der Haut. Wermutstropfen ist natürlich der Preis, aber das ist bei einem Naturprodukt auch nicht weiter verwunderlich.

BekleidungAnzahlGesamtgewicht [g]
Summe1.951
Socken Falke TK22134
Unterhose Merino290
Daunenjacke Cumulus1330
Shirt Merino2254
Berghaus Regenhose Paclite1186
Hose Fjällräven, Zip1320
Jacke Snaefell Hardshell1514
Head Schlauchtuch157
Leki Handschuhe166

Für kalte Regionen ist zusätzlich noch ein Satz Thermounterwäsche oder zumindest ein Merino-Longsleeve zu empfehlen.

Elektronik

Powerbank, Ladegeräte, Ersatzakkus für jedes Gerät usw. Ich verzichte inzwischen wieder auf vieles ohne etwas wirklich zu vermissen. Damit das klappt bleibt das Handy auf Tour ausgeschaltet und Notfällen vorbehalten. Als Lampe nehme ich im Norden nur noch eine Petzl e-LITE mit. Ein wirkliches Notlicht, mehr nicht. Je höher im Norden man allerdings ist, desto länger auch die Tage und so habe ich sie in Island und Norwegen bis jetzt auch kein einziges Mal gebraucht.

Eine Kamera gehört für mich einfach zu einer Tour dazu. Sicher nicht zwingend notwendig, aber so kann man zwei Leidenschaften miteinander verbinden. Ich bin letztes Jahr von einer deutlich schwereren DSLR-Ausrüstung auf eine Kompaktkamera umgestiegen. Warum könnt ihr hier im Bericht zur Sony RX100 III nachlesen.

Das GPS-Gerät ist sicher nicht für jede Tour notwendig. Als Backup nehme ich es aber immer häufiger mit auf Tour.

ElektronikAnzahlGesamtgewicht [g]
Summe643
Kamera Sony RX100 III1263
Kameratasche Lowepro Apex 30 AW149
Akku Sony RX100 III, inkl. Dose131
SD-Karte mit Dose14
GPS eTrex 30x1131
Stirnlampe Petzl e-LITE128
Anker 10000 mAh Powerbank1181
Z1 Compact Handy1137

Rucksack

Den Rucksack Bergans Helium 55 habe ich schon einmal separat vorgestellt. Leicht und funktional. Keine unnötigen und gewichtssteigernden Bänder und Schnallen. Damit das Gepäck wassergeschützt ist verpacke ich es in wasserdichte Packsäcke, Zip-Lock-Beutel oder einfach in einem leichten Rucksackliner. Die leichteste und günstigste Variante: ein Folienbeutel

RucksackAnzahlGesamtgewicht [g]
Summe1.032
1l Ziplock212
Rucksackliner(Folie)120
Bergans Helium 5511000

Kochen

Beim Kochen auf Tour geht es vor allem um eines: Kalorien und Nährstoffe zuführen. Dafür greife ich in den Tagen auf Tour gerne auf fertige Trekkingnahrung zurück. Neben einer kurzen Kochzeit spare ich damit auch noch Ausrüstung. Es reicht ein ultraleichter Kocher und ein kleiner leichter Topf in dem ausschließlich Wasser gekocht wird und fertig ist das leichte Trekking-Kochset. Das Essen wird in der Packung nur aufgegossen.

Für den Wassertransport hat sich inzwischen ein 2l-Trinksystem bewährt. Bisher haben es auch 2 Standard 1l PET-Flaschen mit je 67g getan, auf Solo-Touren trinke ich mit Trinksystem aber regelmäßiger und spare dabei gleich noch ein paar Gramm Gewicht ein.

Wenn es in Gebiete geht in denen kein reines Trinkwasser verfügbar ist nehme ich noch je nach zu erwartender Wasserqualität einen Wasserfilter und/oder chemische Reinigungstabletten (Micorpur) mit.

KochenAnzahlGesamtgewicht [g]
Summe226
Göffel / Löffel aus Lexan111
Gaskocher Primus198
Evernew Ti Mug Pot 900197
Kocher BRS3000T125
Toaks Light Titan Topf 550171
Mini-Feuerzeug18
Source Widepack 2l Trinksysem1110

Schlafen

Erholung in der Nacht ist mit das Wichtigste auf Tour. Wer schlecht schläft läuft am nächsten Tag auch entsprechend. Dementsprechend gehe ich hier auf die sichere, bequeme und erholsame Variante mit einem Kuppelzelt und einem Daunenschlafsack mit ausreichend Sicherheitsreserven nach unten. Man darf dabei nicht unterschätzen wie schnell man nach einem harten Tourtag auskühlt.

Anstelle des 2.200g wiegenden Hilleberg Unna packe ich inzwischen das 800g leichtere Big Sky Chinook 1P als Standard in den Rucksack dass sogar noch einen Gestängebogen mehr hat. Beide Zelte sind windstabile Solo-Paläste. Im Winter und für Island bleibe ich dennoch beim robusteren Unna. Statt eine Zeltunterlage mitzunehmen sehe ich mir einfach den Untergrund vor dem Zeltaufbau gut an.

SchlafenAnzahlGesamtgewicht [g]
Summe3.067
Biwaksack Ultralight1108
TAR NeoAir Xlite (R3,2)1350
Schlafsack Ajungilak Altitude 3-Season11090
Titan-Nägel474
Big Sky Chinook 1P11445

Sonstiges

Kleinkram macht auch Mist (Gewicht). Wer bis jetzt durchgehalten hat und konsequent jeden Gegenstand auf die Probe gestellt hat kann sich jetzt alles zu Nichte machen. Badetuch, Duschgel, Shampoo und Zahnpasta in der Flasche aus dem Bad usw.. Gerade hier kannst Du einiges an Gewicht sparen in dem Du einfach zu kleinen Probepackungen und einem Outdoor-Flüssigseifenkonzentrat für alle Zwecke greifst.

Den ultraleichten Kompassklipper habe ich übrigens nur rausgenommen da ich ja oben das GPS-Gerät mit aufgenommen habe. Mit Karte, Handy und GPS bin ich ja bereits dreifach abgesichert.

SonstigesAnzahlGesamtgewicht [g]
Summe456
Erste-Hilfe Päckchen ⚕145
Ziplock Geldbeutel (Landeswährung)150
Papiertaschentücher 10 St.135
Klopapier (Rolle)122
Packtowl - UltraLite M122
Waschzeug inkl. Sonnencreme1124
Schlüssel (Auto + Haustür)182
Ohrstöpsel11
Suunto Kompass Clipper19
Wanderkarte175

Je nach Tourenziel kommen zu der Ausrüstung noch ein paar andere Sachen dazu: Crox Classics (340g) wenn gefurtet werden soll, für Island auch noch ein Mundschutz und eine Schutzbrille für Aschestürme.

Verbrauch

Während die Ausrüstung bei Trekkingtouren zu Fuß im Wesentlichen ab 3 Tage Tourdauer gleich bleibt erhöht sich der Bedarf für Brennstoff und Lebensmittel zunehmend. Die Wasserversorgung hängt von Wasserverfügbarkeit im Tourgebiet ab, Brennstoff und Lebensmittel schlicht von der Etappenanzahl. Dabei fülle ich meinen Wasservorrat morgens immer auf 2l auf, im Tagesschnitt rechne ich dann mit 1l im Rucksack.

Bei den Lebensmitteln unbedingt auf die Nährstoffe, Kaloriendichte und benötigte Kalorien pro Tag achten. Das Gewicht der Verpflegung ist dann nur das Ergebnis im Rucksack. Mehr über das Thema Verpflegung auf einer Trekkingtour erfährst Du im Artikel Trekkingnahrung: Trekking-Verpflegung leicht und günstig.

VerbrauchAnzahlGesamtgewicht [g]
Summe4.989
Wasser 1l12.000
220g-Gaskartusche1360
110g-Gaskartusche1189
400g Lebensmittel / Tag72.800

Am Körper

Am Körper wird das Übliche getragen. Eine Zipbare Hose, ein Merino-Shirt dass nicht ganz so schnell müffelt und auch kalt noch wärmt und gute Wandersocken gehören zum Standardprogramm. Bei den Schuhen schwöre ich seit Jahren sowohl in Skandinavien als auch in den Alpen auf die Meindl Island Pro MFS. Sicher keine Leichtgewichte, aber Sie passen einfach zu gut an meine Füße. Und das so gut, dass ich nach einigen Jahren statt neue Schuhen zu kaufen nur die Wanderschuhe neu besohlen hab lassen. Bei den Stöcken habe ich mich für die Black Diamond – Trail Stöcke entschieden. Carbonstöcke wären zwar leichter, aber sie splittern gerne mal bei Belastung und am Ende kann man eine Überbelastung nie ganz ausschließen.

am KörperAnzahlGesamtgewicht [g]
Summe2.919
Socken Falke TK2167
Unterhose Merino145
Shirt Merino1127
Zip-Hose1320
Schuhe Meindl Island11760
Trekkingstöcke Black Diamond - Trail1490
Funktionsuhr Ciclo XC1161

Deine eigene Packliste

Wenn Du jetzt auf den Geschmack gekommen bist und Dir eine eigene Packliste erstellen willst habe ich in den Trekking-Tools noch eine Excel Packliste für Dich als Download. Mit dieser Excel-Packliste kannst Du Deine eigene Packliste führen und sie immer weiter im Gewicht optimieren. Vor Deiner Tour kannst Du sie dann auch gleich als Checkliste beim Packen verwenden.

Packliste mit Basisgewicht, Verbrauchsgewicht und Gewichtsverteilung nach Ausrüstungsart

Packliste in den Trekking-Tools mit Basisgewicht, Verbrauchsgewicht und Gewichtsverteilung nach Ausrüstungsart

Bis Du Deine „perfekte“ Trekkingausrüstung zusammen hast wird es wahrscheinlich ein wenig dauern. Wenn Du gerade erst mit dem Trekking anfängst solltest Du erst mal mit den großen vier: Zelt, Rucksack, Schlafsack, Isomatte starten.

Du suchst noch mehr Anregungen für Deine Packliste? Bei BergReif, Blickgewinkeltund dem fräulein draussen findest Du weitere Packlisten für Trekkingtouren.

Wenn Dir diese Packliste noch zu schwer ist kann ich Dir noch die Anleitung zum Ultraleicht-Trekking empfehlen. Die zugehörige Packliste findest Du auch schon bald auf TrekkingTrails.de!

Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen klein anzufangen und dann mit deinen eigenen Erfahrungen Deine Ausrüstung Stück für Stück zu optimieren. Vielleicht kannst Du ja auch bei Freunden das ein oder andere erst mal ausprobieren bevor Du unnötig Geld ausgibst. Du allein weißt nach ein paar Touren am Besten was Du selbst für eine schöne Tour benötigst und auf was Du getrost verzichten kannst. Bis dahin: Weglassen was Du nicht wirklich benötigst und Wiegen zum Aufdecken der Gewichtstreiber nicht vergessen!

Aber jetzt genug gepackt, oder? Wenn Du noch nicht weißt wohin es bei Dir als nächstes gehen soll wirst Du vielleicht bei meinen Trekkingtouren fündig. Mit der Trekking-Packliste war ich z.B. schon in der Hardangervidda, rund um den Hardangerjokulen oder auf dem Laugavegur unterwegs.

Ich hoffe die Liste und die Packtipps helfen euch in euren Tourvorbereitungen ein wenig!