Trekking in Norwegen – Trekkingtouren, Tipps und Erfahrungen

Lofoten

Trekking in Norwegen ist für viele der Inbegriff von Trekking. Fjell, Fjorde, Berge, Meer, Polarlichter und nicht zuletzt das Jedermannsrecht ziehen uns einfach magisch an. Ihr findet hier Trekkingtouren, Regionen und Reiseinformationen rund ums Trekking in Norwegen.

Trekkingtouren in Norwegen

In Norwegen findest Du fast überall hervorragend geeignete Gebiete für Trekkingtouren. In über 40 Nationalparks gibt es von einfachen Trekkingtouren bis zu anspruchsvollen Bergtouren Möglichkeiten für alle Arten des Trekkings und Weitwanderns.

Saltfjellet-Svartisen: 66.750000, 15.018654
Rondane: 61.909926, 10.142052
Hardangervidda: 60.133054, 7.531103
Jotunheimen: 32.039078, 35.726984
Dovrefjell: 62.294773, 9.369333
Setesdalsheiene: 59.461794, 7.625649
Nordkalottleden: 68.971693, 20.361335
Trollheimen: 60.910042, 10.482206
Lysefjorden: 59.003646, 6.275093

Trekkingtouren

TrekkingtourEtappenEntfernung [km]
Hardangervidda Ost-West5116
Hardangervidda Nord-Süd584
Hardangerjokulen-Umrundung4109
Trollheimen-Rundweg574
Nordkalottleden55800
Jotunheimen Rundweg7100
Dovrefjell6103
Setesdalsheiene9151
Lysefjord Runde6-11111

Trekking-Regionen

Dovrefjell

Der Nationalpark Dovrefjell-Sunndalsfjella wurde 2002 gegründet und ist 1.693 Quadratkilometer groß. Besonderheit: Hier leben Moschusochsen frei in der Natur. Höchster Gipfel ist der Snøhetta (2286m) im Westen des Nationalparks. Auf den Seiten von Happyhiker findet ihr einen Tourbericht durch das Dovrefjell.

Hardangervidda

Die Hardangervidda ist eine Fjell-Hochebene zwischen Oslo und Bergen. Hunderte km markierte Wanderwege laden zu Trekkingtouren ein. Am Beliebtesten die Ost-West- und die Nord-Süd-Durchquerung. Die Hardangervidda eignet sich besonders gut für Einsteiger. Sind doch die meisten Flüsse mit Brücken entschärft, die Wege gut markiert und insgesamt nicht allzu anspruchsvoll.

Rondane

Der älteste Nationalpark Norwegens ist der Rondane-Nationalpark. Zehn Gipfel mit mehr als 2.000 m erwarten uns hier. Neben Jotunheimen findest Du hier mit das bergigste Gebiet Norwegens vor. Ansonsten ist die Rondane auch bekannt für viele wilde Rentierherden. Bei PrepTrek gibt es einen Tourenbericht zum Trekking im Rondane-Nationalpark.

Jotunheimen

Die „Alpen Norwegens“ liegen in Jotunheimen. Nirgends geht es in Skandinavien so weit in die Höhe wie hier. Der höchste Gipfel ist der Galdhøpiggen (2.469m), über 200 Gipfel  mit über 2000m liegen in Jotunheimen. Auch der bekannte Bergrücken Besseggen liegt hier. Dazu bietet uns der DNT hier unzählige Hütten und gut markierte Wege an. Beste Voraussetzungen also um hier anspruchsvolle Trekkingtouren in atemberaubender Landschaft zu gehen.

Saltfjellet-Svartisen

Der Saltfejellet-Svartisen-Nationalpark erstreckt sich auf einer Fläche von 2100 Quadratkilometern vom Nordfjord im Westen über die nordische Gebirgswelt auf bis zu 1.500 Höhenmetern bis zu den Tundrenlandschaften im Osten. Im Westen ist der Park dabei durch den Svartisen, dem viert-größten Gletscher Norwegens, geprägt während im Osten der Bergzug Saltfjellet namensgebend ist. Hier eine kurze Trekkingtour durch den Saltfejellet-Svartisen-Nationalpark. Du kannst hier auch gut 2 Wochen auf einer Ost-West-Durchquerung wandern!

Reiseinformationen Norwegen

Anreise und Transfer

Für Trekkingtouren in Norwegen ist das Flugzeug meist die beste Wahl. Schließlich kann man mit dem Auto für das man eine Fähre bräuchte auf einer Trekkingtour wenig anfangen. Die deutlich längere Reisezeit mit dem Auto lohnt sich vor allem wenn man die Trekkingtour noch mit einem Roadtrip verbindet.

Anreise mit dem Flugzeug

Die meisten Direktflüge gibt es nach Oslo und Bergen. Von hier aus geht es dann am Besten mit dem Zug in die Tourengebiete wie z.B. die Hardangervidda oder Jotunheimen. Wer weiter in den Norden z.B. in das Saltfjellet oder auf die Lofoten will steigt in der Regel in Oslo mit Ziel Bodo um. Skandinavian Airlines bietet hie Linienflüge an. Die Flüge solltet ihr aber wirklich frühzeitig buchen! Schnäppchen bei kurzfristigen Buchungen in den Norden von Norwegen gibt es wirklich sehr selten.

Anreise mit dem Auto

Mit dem Auto könnt ihr entweder über die Öresundbrücke über Schweden oder mit einer Fähre von Dänemark aus anreisen. Für die meisten Fälle ist die Fähre wohl die bessere Option. So kann man gut einige Stunden oder eine Nacht Pause während der Anfahrt zu Erholung einbauen. Aus Franken kommend fahre ich zum Beispiel gerne am ersten Tag der Anreise bis zum Fährhafen in Dänemark und starte dann den zweiten Anreisetag gut erholt mit der Überfahrt nach Norwegen. Fährverbindungen gibt es z.B. von Fjordline, Color Line oder StenaLine von Hirtshals und Frederikshavn nach Kristiansand, Langesund, Sandjefjord und Oslo.

Reisen in Norwegen

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist findet auf rutebok.no mögliche Verbindungen mit Zug, Bus und Fähre. Die Seite ist u.a. auch auf Deutsch verfügbar! Die öffentlichen Verkehrsmittel sind im Allgemeinen gut ausgebaut. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen dass Du Dir für das Reisen in Norwegen wirklich Zeit einplanen musst. Es geht einfach unheimlich weit und dabei meist hoch und runter. Gerade, ebene, Strecken wirst Du nicht sehen. Attraktiv um aus Bus und Zug aus dem Fenster zu sehen, aber eben zeitaufwändig.

Dafür sind manche Zugstrecken wie z.B. die Bergenbahn von Oslo nach Bergen an sich eine Attraktion.

Wer mit dem Auto reist sollte sich im klaren darüber sein dass es Autobahnen wie wir sie kennen kaum gibt. In Norwegen werden wir auch beim Reisen an sich entschleunigt. 🙂 Seit ein paar Jahren gibt es eine Maut in Norwegen. Am Besten registrierst Du Dich mit Deinem Kennzeichen online und lässt die Gebühren direkt von Deiner Kreditkarte abbuchen.

Fähre Norwegen

Überfahrt mit der Fähre in Norwegen

Zusätzlich liegen an der Küste viele reizvolle Fjorde an der Strecke. Egal ob zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs nimmt man hier immer wieder Fähren zur Abkürzung der Strecke. Nicht selten ist es auch die einzige Möglichkeit weiter zu kommen. Das solltet ihr also auf jeden Fall in eurer Reisekasse berücksichtigen.

Zelten, Wildcampen, Jedermannsrecht und Hütten in Norwegen

Norwegen bietet dem Trekking-Interessierten für alle Spielarten des Trekkings geeignete Übernachtungsmöglichkeiten. Wer seine Tour als Hüttentrekking plant findet alle nötigen Informationen auf der Seite des norwegischen Wandervereins DNT eine Übersicht der Hütten.

Wer mit dem Zelt unterwegs ist der kann sich über das Jedermannsrecht freuen. Das Jedermannsrecht ist ein traditionelles Recht in Norwegen. Es ermöglicht jedem die Natur genießen zu können und erlaubt es uns mit unserem Zelt in der freien Natur fast überall übernachten zu können. Mit dem Recht gehen aber auch Pflichten einher! Wenn wir uns alle daran halten können wir uns nach lange daran erfreuen. Dazu ein Auszug von visitnorway.de:

Die wichtigsten Regeln sind einfach: Seien Sie rücksichtsvoll und umsichtig. Fügen Sie der Natur und der Umgebung keinen Schaden zu. Hinterlassen Sie die Landschaft so, wie Sie sie gerne vorfinden würden….

…Ausgenommen hiervon sind bewirtschaftete Felder und Rastplätze. Achten Sie nur darauf, einen Mindestabstand von 150 Metern zum nächsten bewohnten Haus bzw. zur nächsten bewohnten Hütte einzuhalten…

…Vom 15. April bis zum 15. September sind offene Feuer in oder in der Nähe von bewaldeten Bereichen verboten.

Vaude Mark II Light (heute Mark L 3P)

mit dem Vaude Mark II Light dank Jedermannsrecht direkt am Fjord

Alternativ zum Zelten auf Basis des Jedermannsrechtes findet sich entlang der meisten Verbindungsstraßen, im Fjordland und in größeren Ortschaften und Städten natürlich auch unzählige Campingplätze. Hier empfiehlt sich die Camping-Card die ihr u.a. über den ADAC beziehen könnt. Mit ihr bekommt ihr auf den meisten Plätzen Vergünstigungen. Zusätzlich spart ihr euch beim Anmelden das Abgeben des Reisepasses oder das Ausfüllen von Formularen da ihr so eine länderübergreifend gültige Identifikation für Campingplätze vorlegen könnt.

Wetter in Norwegen

Nicht ohne Grund verbinden viele mit Skandinavien und Norwegen nasskaltes Wetter. In der Tat ist die Niederschlagsmenge im Schnitt deutlich über der Niederschlagsmenge Deutschlands. In den wenigen Sommermonaten von Ende Juni bis September aber kann man durchaus längere stabile Wetterperioden haben.

Nichts desto trotz befindet man sich im hohen Norden und auch wenn die Berge in der Regel nicht nicht höher als 1.000 – 1.500m hoch sind ist das Klima ähnlich wechselhaft wie in den heimischen Alpen bei 2.500 und mehr Metern. Im hochgelegenen Fjell und in den Bergregionen ist die Durchschnittstemperatur auch im Sommer bei ca. 7-10°C. Nachts fällt die Temperatur schnell auf den Gefrierpunkt. Auch Schneefall kann jederzeit in höheren Lagen auch im Sommer eintreten.

An der Westküste, also zum Beispiel im Fjordland oder an den Lofoten, sorgt der Golfstrom über das ganze Jahr hinweg für anhaltende mildere Temperaturen. Und ja – man kann sich auch in Norwegen einen Sonnenbrand einfangen!

Für Trekkingtouren eignen sich vor allem die Monate Juli und August. Davor kann es gut sein dass noch Schnee liegt oder das Fjell schlicht noch zu nass ist um wirklich vorwärts zu kommen. Spätestens ab September können die Temperaturen in höheren Lagen empfindlich fallen.

Nach Langzeitaufzeichnungen von Meteoblue sind die Temperaturen und Niederschlagsmengen je nach Region teils sehr unterschiedlich. Selbst zwischen Harteigen und Finse gib es schon große Unterschiede. Du solltest also auf jeden Fall für Dein Tourengebiet nochmal im Detail ansehen wie sich das Wetter in Deinem Reisezeitraum verhält. Frostig kalte Nächte sind aber so oder so auch in den Sommermonaten keine Seltenheit sobald Du die Küste und damit den Einfluss des Golfstroms verlässt.

Update: Eine sehr gute Webseite zum aktuellen Wetter aber auch mit gutem Wetterarchiv ist yr.no. Hier findet ihr teilweise sogar für einzelne Hütten detaillierte Wettervorhersagen.

Netzabdeckung und Roaming in Norwegen

Die Netzabdeckung in Norwegen ist im Allgemeinen sehr gut. (Nicht ohne Grund sind in Norwegen mehr Mobiltelefone als Einwohner gemeldet.) Trotzdem gibt es einige Gegenden in denen es nach wie vor keinen Netzempfang gibt. Auf der interaktiven Karte von Telia könnt die aktuelle Netzabdeckung in Norwegen sehen.

Gebühren für Roaming entfallen bei den meisten Anbietern glücklicherweise seit dem 15.06.2017. Norwegen ist zwar nicht in der EU, schließt sich aber den neuen EU-Regeln für Roaming an. Um ganz sicher zu gehen solltet ihr aber die Bedingungen für Roaming eures Netzanbieters ansehen. Hier sind alle Länder gelistet für die ihr keine Roaminggebühren zahlen müsst.

Netzabdeckung Norwegen

Screenshot von telia.no vom 08.07.2017 zur Netzabdeckung in Norwegen

Währung, Zahlungsverkehr und Einkaufen

Einkaufen in Norwegen

Norwegen ist kein billiges Reiseland, aber Dank eines starken € wird es zunehmend günstiger nach Norwegen zu reisen. Lebensmittel erhält man in allen größeren Ortschaften in Ketten wie z.B. Rimi, Netto, Kiwi und ICA. Während einer Trekkingtour können wir uns aber auch direkt in den Hütten und Selbstversorgerhütten des DNT verpflegen. Während man bei bewirtschafteten Hütten analog den Alpenvereinshütten essen kann stehen uns bei Selbstversorgerhütten Vorräte zur Selbstverpflegung zur Verfügung. Die Preise stehen direkt am Regal und bezahlt wird einfach per Einwurf in einen Briefkasten oder per Kreditkartenabrechnung.

Währung und Zahlungsverkehr

Währung in Norwegen ist die Norwegische Krone (NOK). Der Kurs liegt aktuel bei 9,39 NOK für 1€. Am Besten bemüht ihr vor Reiseantritt aber nochmal einen Währungsrechner.

Auch in Norwegen ist die Zahlung mit Kreditkarte sehr weit verbreitet. EC-Karten werden oft auch angenommen aber weniger weit verbreitet. Wer auf Hütten übernachtet kann i.d.R. seine Kreditkartendaten über ein Formular in einem Briefkasten einwerfen. Je nach Tourengebiet solltet ihr euch da aber vorher noch auf den Seiten der Hüttenbetreiber über die gewünschte Zahlungsweise informieren.

Literatur und Karten

Bist Du gerade mitten in der Planung? Folgende Bücher kann ich zur Vorbereitung für Trekking in Norwegen empfehlen:

Zusätzlich gibt es natürlich je nach Tourengebiet noch unzählige gute Führer mit detaillierten Routenbeschreibungen.

Karten für Norwegen könnt ihr entweder vor Ort oder über den Nordlandshop beziehen. Dabei habt ihr eine große Auswahl von speziellen Wander-, Ski- und topographischen Karten. Zusätzlich könnt ihr eure Trekkingroute direkt auf den topographischen Karten online auf ut.no planen und euch Anregungen von bereits gespeicherten Routen holen. Die Sprache könnt ihr bequem in der Kopfzeile passend für euch einstellen.

Wer ein GPS-Gerät hat kann auf die Freizeitkarte Skandinavien und die Open Topo Summer Norway von frikart.no zurückgreifen. Beide Karten enthalten neben den Hütten auch Höhendaten. So fand ich bisher beide Karten sehr gut zur Planung von Touren und habe in Norwegen immer beide Karten auf meinem Garmin eTrex 30x installiert.

Trekkingtouren und Wanderungen in Norwegen

Hier geht es es zu Trekkingtouren und Wanderungen in Norwegen wenn Du gerade Deine nächste Tour planst.