Bergans Helium 55 im Praxistest

Rucksack Bergans-Helium-55

Ein Leichtgewicht für leichtgewichtige Trekkingtouren. Der Bergans Helium 55 Rucksack ersetzt nach mindestens 12 Jahren meinen Deuter Aircontact 55+10. Von 2150g auf 1000g Rucksackgewicht. Ein Leichtrucksack der sich dennoch bequem tragen und einstellen lassen soll. Hat es sich gelohnt?

Ja, es hat sich gelohnt. Natürlich ist das Material des Bergans Helium 55 nicht so robust wie das dicke Gewebe des Deuter-Rucksackes. Nach zwei Wochen hartem Einsatz in Island (viel scharfkantiger kann Gestein ja kaum sein als das Lavagestein Islands) hat der Rucksack aber keine Schäden genommen. Bei der Traglast muss man sicher auch Abstriche machen, aber da ich über die Jahre meine Ausrüstung ohnehin immer weiter optimiert habe kommt mir das sogar entgegen.

Praxisbericht

Ich habe den Bergans Helium 55 inzwischen u.a. auf dem Laugavegur in Island und quer durch die Hardangervidda verwendet. Dabei hat er sich für meine Anforderungen absolut bewährt.

Meine Trekking-Ausrüstung nimmt er gut auf. Bei knapp 15kg Gesamtgewicht ist aber Schluss mit einem bequemem Tragekomfort. Das habe ich auf meiner Tour über den Fimmvorduhals deutlich gespürt. Wegen Wasserknappheit am Pass habe ich hier für zwei Tage Wasser eingepackt und lag dann wohl mit Verpflegung für 12 Tage bei ca. 18kg Gesamtgewicht. Da haben die Schnallen dann gekämpft und die doch dünnen Gurte und Riemen war an der Belastungsgrenze. So begleitete mich ein Quitschen des Rucksackes den ganzen Tag.

Leichter Regen perlt am Rucksack gut ab. Den Inhalt muss man natürlich trotzdem wasserdicht mit einem Rucksackliner oder einzelnen Packbeuteln verpacken aber es bricht auch keine Panik aus wenn es mal ein wenig nieselt. Der Stoff trocknet außerdem auch sehr schnell. Überrascht war ich von der Robustheit des Gewebes. Gerade in Island hatte ich mich schon darauf eingestellt dass der Rucksack einige Schrammen davon trägt. Schließlich ist das Vulkangestein oft scharfkantig. Dank halbwegs pfleglichem Umgang mit dem Rucksack hat er tatsächlich aber keine Schramme davon getragen.

Besonders gut gefällt mit an dem Rucksack der Zugriff auf die Ausrüstung über den langen mittigen Reißverschluss. Ich brauche kein extra Bodenfach aber eben einen schnellen Zugriff auf den Rucksackinhalt. Mal benötigt man schnell die nächste Kleidungsschicht, mal einfach nur die Verpflegung und am Abend will man sein Zelt schnell aufbauen. Mit dem Reißverschluss ist letztlich alles schnell erreicht und genauso schnell wieder im Rucksack verstaut. Das endlose Kramen im Rucksack nach dem richtigen Beutel hat beim Helium 55 also ein Ende.

Der Frontreißverschluss ermöglicht einfaches Packen und jederzeit Zugriff auf den Rucksackinhalt

Der Frontreißverschluss ermöglicht einfaches Packen und jederzeit Zugriff auf den Rucksackinhalt

Die Deckeltasche dürfte für meinen Geschmack dagegen gerne etwas größer ausfallen. Sie ist schon etwas knapp und reicht gerade so für ein paar Riegel, Mütze und Handschuhe.

Taschen an den Hüftflossen sucht man vergeblich, dafür kann man aber z.B. eine Kameratasche direkt an den angebrachten schmalen Riemen befestigen. Am Anfang war ich etwas überrascht, aber inzwischen vermisse ich keine Tasche mehr. Die Tasche meiner Sony RX100 III hätte ich ohnehin dabei – letztlich also an der richtigen Stelle nochmal Gewicht gespart.

Insgesamt verzichtet Bergans bei dem Rucksack zum Glück auf überflüssige Halterungen und Bänder die das Gewicht nur unnötig in die Höhe treiben würden. Auf Trekkingtour hat mir bis jetzt trotzdem noch nichts gefehlt.

Pro

  • Gewicht: 1000g für 55l Rucksack
  • Funktionell – keine unnötigen Riemen und Halterungen die ich nicht benötige, Trotzdem ein Deckelfach für alles was schnell gehen muss
  • Einstellungsmöglichkeit – Trotz des geringen Gewichtes kann der Rucksack auf die Rückenlänge eingestellt werden
  • Zugang zum Hauptfach – der durchgehende 2-Wege-Reissverschluß am Hauptfach ermöglicht jederzeit den Zugriff
  • schmale Riemen am Hüftgurt – für mich die perfekte Befestigungsmöglichkeit für die Kameratasche

Con

  • Traglast – bei 15kg ist wohl Schluss in Komfort und Langlebigkeit
  • Robustheit – auch wenn er noch keinen Schaden genommen hat, 12 Jahre traue ich dem Rucksack bei mir nicht zu
  • keine Hüfttaschen – hätte ich nicht gedacht, aber sie fehlen einfach für Riegel o.ä.

Fazit

Der Rucksack wird auf absehbare Zeit mein Rucksack für autarke Trekkingtouren bis max. 12 Tagen oder 15kg sein solange Trinkwasser täglich aufgefüllt werden kann. Für mehr Traglast inklusive Lebensmitteln würde ich ihn nicht mehr nehmen. Ich habe den Wechsel nicht bereut und freue mich über ein weiteres gespartes kg Ausrüstungsgewicht. So ist er heute fester Bestandteil meiner Trekking-Packliste für Trekkingtouren in Island oder Norwegen.