Petzl Bindi – Ultraleichte Stirnlampe im Praxistest

Petzl Bindi

Petzl Bindi: Mit 35g ist die Petzl Bindi eine ultraleichte Stirnlampe für den Alltags- und ultraleichten Toureneinsatz. Ich habe sie in der Praxis getestet. Über Licht- und Schatten der Petzl Bindi…

Hintergrund: Eine neue Stirnlampe musste her. Für Touren in Norwegen und Island reichte mir bisher immer die Petzl e+lite völlig aus. Schließlich ist es hier im Sommer ohnehin sehr lange hell und die Lampe war eigentlich nur für den Notfall auf der Trekking-Packliste. Für Hüttentouren auf denen man doch häufiger mal in der Hütte ein Licht benötigt oder auch für´s Ultraleicht-Trekking in Deutschland wo man auch im Zelt mal ein Licht braucht war mir die e+lite zuletzt aber zu wenig.

Petzl Bindi im Vergleich zur Petzl e+lite

Wie schon geschrieben habe ich bereits die Petzl e+lite. Bei meiner Suche nach einer neuen Lampe mit mehr Reichweite habe ich festgestellt dass es inzwischen einen Nachfolger meiner e+lite gibt.

Statt maximal 29 Lumen kommt sie nun mit 50 Lumen und deutlich längerer Laufzeit daher. Also habe ich gleich die beiden neuen Lampen miteinander verglichen:

 Petzl BindiPetzl e+lite
Gewicht35g26g
Stromversorgungintegrierter Akku 680 mAh
(aufladbar über Mikro-USB)
2x CR 2032 à 230 mAh
(sehr lange lagerfähig)
Leuchtmodi
- Nah
- Bewegung
- Fern

5 Lumen / 6m / 50h
100 Lumen / 23m / 3h
200 Lumen / 36m / 2h

15 Lumen / 6m / 12h
50 Lumen / 10m / 9h
WasserdichtIPX4
(Spritzwassergeschützt)
IPX7
(wasserdicht -1m für 30min)
Temperaturbereichk.A.-30° C bis +60° C
Rote LED Dauerlicht33h15h
Rote LED Blinklicht200h70h
EinschaltsicherungVerriegelungsposition + Software-Verriegelung über Schaltermechanisch verriegelbarer Schalter
Sonstigesnach ca. 300 Ladevorgängen nur noch 70% der Kapazitätmit Signalpfeife
Preis (Juni 2018)ca. 45,-€ca. 20,- €

Quelle: Produktbeschreibungen und Datenblätter des Herstellers Petzl: Bindi, e+lite

Trotz der deutlichen Leistungssteigerung der neuen e+lite eignet sich die Bindi für meine Hüttentouren besser. Wenn ich tatsächlich mal kurze Strecken im Dunkeln wandern will oder muss bietet die Petzl Bindi einfach mehr Reserven und eine bessere Ausleuchtung. Zumal Strom zum Nachladen via USB sicher schneller und deutlich günstiger zu bekommen ist als die Ersatzbatterien für die e+lite. Im Lager oder auch im Zelt reicht mir die niedrigste Stufe des weißen Lichtes absolut aus um z.B. Karten zu studieren.

Petzl Bindi im Praxiseinsatz

Ausleuchtung

Als allererstes interessiert mich bei einer Lampe die auch beim Wandern eingesetzt werden soll der ausgeleuchtete Bereich. Ich habe dazu mal die drei Weißlicht-Einstellungen im Vergleich aufgenommen (mit Stativ und mit den gleichen Kamera-Einstellungen versteht sich):

Die niedrigste Stufe kommt in den Bildern vielleicht ein wenig zu schlecht weg. Für kurze Wege in der Hütte oder zum Kartenlesen im Zelt reicht die Stufe für mich allemal aus. Wenn es durch anspruchsvolles Gelände geht oder bei Laufen greife ich zur mittleren Stufe. Die höchste Leuchtstufe brauche ich unterwegs eigentlich nie.

Da die Akkulaufzeit in den höheren Stufen zeitlich begrenzt ist eignet sich die Lampe draußen aber natürlich nur für kurze Einsätze und nicht für ausgedehnte Nachtwanderungen oder gar Gipfelaufstiege. Dafür gibt es definitiv besser geeignete Stirnlampen die dann zu Recht auch mehr auf die Waage bringen und jederzeit mit Ersatzakkus eine längere Laufzeit erreichen.

Verriegelung

  1. Option: Mechanisch in dem man den Lampenkopf in die Verriegelungsposition dreht. Mir persönlich macht das aber keinen wirklich sicheren Eindruck. Ich habe es zumindest ohne Probleme geschafft die Lampe trotz „Verriegelung“ einzuschalten.
  2. Option: Über eine Software-Verriegelung. Man drückt den Schalter 4s lang bis die rote LED kurz aufflackert. Die Lampe ist jetzt verriegelt. Um die wieder einzuschalten muss der Schalter erneut 4s lang gedrückt werden.

Ich verwende einfach beide Arten der Verriegelung um auf Nummer sicher zu gehen.

Laden

Über den Micro-USB-Anschluss lässt sich die Lampe jederzeit wieder aufladen. Damit ist sie eine der wenigen Lampen die diese Funktion anbietet. Wenn man also regelmäßig an einer Stromquelle vorbeikommt reicht eine ultraleichte Kombination aus Ladegerät und USB-Kabel aus. Ansonsten lädt man die Lampe z.B. auch mit einer Powerbank schnell wieder auf. Wenn der Akku aufgeladen ist leuchtet an Stelle der roten LED eine grüne LED auf. Sie zeigt euch ansonsten auch bei jedem Ausschalten der Stirnlampe für 4s den aktuellen Ladezustand an.

Der Micro-USB-Anschluß ist allerdings nicht mehr zeitgemäß. Standard ist für mich inzwischen der USB-C-Anschluß der auch ein noch schnelleres Laden ermöglicht. Schade, so darf ich einen extra Adapter auf Tour mitnehmen um nicht mehrere Kabel einpacken zu müssen.

Tipp: Mehr zum Thema Strom aufladen erfahrt ihr in meinem Artikel Strom beim Trekking: Wie Du Outdoor immer Strom hast.

Alltagseinsatz

Neben Trekking- und Hüttentouren kommt die Petzl Bindi bei mir in Zukunft vor allem beim Laufen zum Einsatz. Während hier schon manche Lampe ihre Neigungsposition nicht stabil gehalten hatte bleibt die Bindi hier in ihrer Position. Die maximale Leuchtdauer reicht für die Laufrunde locker aus und ein USB-Kabel zum Laden ist zu Hause ohnehin immer vorhanden.

Der mit der Zeit schlechter werdende Akku macht mir allerdings ein wenig Sorgen. 300 Ladezyklen bis zu einem 30%igem Kapazitätsverlust lt. Datenblatt (davon ist in den Produktbeschreibung nirgends die Rede…) sind für eine Lampe die explizit für den Alltag beworben wird meiner Meinung nach etwas wenig. Mal sehen wie sich das über die Zeit bemerkbar macht…

Fazit: Petzl Bindi für Alltag und leichte Touren

Die Petzl Bindi macht genau das wofür ich sie mir angeschafft habe. Wenn es nötig ist liefert sie genug Licht mit Reserven für kurzzeitiges Ausleuchten größerer Bereiche und ansonsten lässt sie sich z.B. im Lager auf Hütten im kleinsten Modus oder mit Rotlicht betreiben. Unterwegs oder zu Hause ist sie über den Micro-USB-Anschluss schnell aufgeladen.

Schade finde ich dass man der Lampe nicht gleich den aktuellen USB-C-Anschluss gegönnt hat und die Akkukapazität schon nach 300 Ladezyklen 30% verliert. Die mechanische Verriegelung sagt mir nicht so zu, aber in Verbindung mit der Software-Verriegelung vertraue ich der Verriegelung.

Für Hüttentouren und Alpenüberquerungen hat sie den Sprung in meine leichte Hüttentouren-Packliste geschafft! Eine vergleichbare Leistung zu diesem Gewicht habe ich letztlich bisher sonst noch nicht gefunden.