Wander-App Praxistest – 10 Apps im Vergleich

Wander-App Test

Welche Wander-App ist die beste? Worauf es bei der Auswahl der richtigen App ankommt und wie Du die perfekte App für Deine eigenen Wanderungen und Trekkingtouren findest.

Der Praxistest

Damit alle Apps mit den gleichen Bedingungen starten wurden sie alle auf dem gleichen Android-Smartphone einem Praxistest unterzogen. Dabei wurde jeweils

  • die erste Etappe des Fränkischen Gebirgsweges vom Hersbruck auf die Burg Hohenstein geplant
  • die Kartengenauigkeit und der Informationsgehalt am Rand des Nationalparks Bayerischer Wald genauer angesehen
  • eine Hausrunde mit einer vorher heruntergeladenen gpx-Datei gedreht

Hier die wichtigsten Bewertungskriterien für eine Wander-App:

Kartenqualität

Die Karte einer guten Wanderapp sollte idealerweise mindestens vergleichbar mit typischen Wanderkarten sein. Höhenlinien, Wegekategorien, Wegmarkierungen, Naturschutzgebiete, gut sichtbare relevante POI´s wie Quellen, Unterstände oder Bahnhöfe sind dabei Pflicht.

Darüber hinaus können digitale Karten idealerweise aber noch mehr. Vor allem wenn es in schwierigeres Gelände geht sollten sie auch ein Höhenmodell, Schwierigkeitsstufen und Hangneigungen anzeigen können.

Damit man dabei nicht den Akku des Smartphones leersaugt oder vom Netzempfang abhängig ist sollten die Karten Offline installiert werden werden können.

Usability

Der beste Funktionsumfang einer App hilft nichts wenn man ihn nicht intuitiv bedienen kann. Bei Tourenportalen fließt hier hier auch die Konnektivität zwischen verschiedenen Geräten mit ein.

Flexibilität

So wie sich Touren unterscheiden so unterscheidet sich auch der Einsatz der App. Dazu sollte optional bei vielen Einstellungen auch selbst Hand anlegt werden können. Dazu gehören z.B. verschiedene Karten, Aktivitäts-Profile, Kartenthemes, wahlweises Anzeigen von POI oder auch die Einstellung des GPX-Aufzeichnungsintervalles.

Zusätzlich sollte eine App auch den Import und Export von Tracks als KML oder GPX-Datei erlauben.

Planung

Auch wenn die Planung am Desktop-Rechner einfacher ist, manchmal will man auch unterwegs eine Route planen. Damit man dabei nicht auf den Netzempfang angewiesen ist sollte das auch Offline funktionieren. Wenn man dabei gleich noch auf POI´s, Wegetypen und Höhendaten zurückgreifen kann um so besser.

Bei den Apps der Tourenportale kommt es natürlich auch auf die Qualität der Tourvorschläge an.

Navigation

Beim Wandern braucht es m.E. gar keine aktive Navigation wie wir sie vom Autofahren kennen. Schließlich sind wir zu Fuß unterwegs, haben uns den groben Wegverlauf schon vorab angesehen und wollen nicht mitten in der Natur von einer blechernen Stimme den Weg angesagt bekommen die auch noch Strom ohne Ende frisst. Für manche ist das aber trotzdem ein Kriterium.

Im Minimum sollte eine Wander-App aber Track, Standort, Blickrichtung und Kompaßnadel auf der Karte anzeigen. Ein digitaler Kompass mit Gradeinteilung und optionalem Entfernungsradar ist zusätzlich „nice to have“.

Track-Genauigkeit

Die Genauigkeit der Track-Aufzeichnung hängt neben der Hardware, also Deinem Smartphone, von den Einstellungen in der App ab. Um einen für die eigenen Anforderungen guten Track zu erhalten sollte man je nach Bedarf einstellen können in welchem Zeit- oder Entfernungsintervall aufgezeichnet werden soll. Gute Apps bieten auch eine intelligente Trackaufzeichnung die das Optimum aus beidem abbildet.

Preis

Bei den Preismodellen gibt es vor allem zwei grundlegende Varianten bei den Wander-Apps:

  • Abo-Modelle der Portale – Je nach Abo werden Funktionen und Karten mit mehr Details freigeschaltet
  • Standalone-Apps die in der Pro-Version einmalig bezahlt werden und mit freien OSM-Karten funktionieren

Man könnte hier jetzt sicher noch mehr Kriterien mit Aufnehmen, aber das sind für mich erstmal die wichtigsten.

Wichtig für den ganzen Praxistest: Die Bewertung erfolgt aus (m)einer persönlichen „Trekking-Brille“ und bleibt damit ein Stück weit subjektiv. Der Artikel soll euch einfach helfen die Unterschiede ein wenig besser zu verstehen um die richtige App für euch selbst zu finden.

Apps der Tourenportale

Bei Tourenportalen mit eigener App kannst Du Deine Tour bequem am Rechner planen, verwalten, mit der App synchronisieren und danach auch gleich noch veröffentlichen. Dabei stehen Dir unzählige Routenvorschläge in verschiedenen Kategorien zur Verfügung.

Im Gegenzug erteilst Du den Portalen meist aber auch weitrechende Nutzungsrechte an Deinen Daten und bei den Tourbeschreibungen lohnt es sich auch gut hinzusehen. Die Qualität der Touren schwankt hier leider sehr stark.

Der Funktionsumfang in der freien Version ist meist sehr stark eingeschränkt, erst mit dem Abschluss einen Abos oder dem Kauf von Landkarten sind sie wirklich sinnvoll nutzbar.

Die Apps der Tourenportale eignen sich vor allem wenn man Tourenvorschläge nachwandern oder eigene Touren veröffentlichen will.

Komoot

Komoot ist mit mehr als 5 Mio. Installationen die am weitesten verbreitete Outdoor-App überhaupt. Ihre große Stärke liegt in der automatischen Planung nach Aktivitätsprofilen. Die Planungsansicht mit Karte und Höhenprofil mit Streckenbeschaffenheit und Steigung gleichzeitig gefällt sehr gut und durch die große Community gibt es sehr viele Touren zur Auswahl.

Komoot - Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Komoot – Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Damit man die App sinnvoll nutzen kann sollte man aber mindestens das Weltpaket der Karten (29€, nach einiger Zeit mit Account erhält man ein Angebot für 19€) oder gleich das Premium-Abo haben – ansonsten müsste man sich für die Offline-Nutzung unzählige Einzelregionen kaufen denn von Haus aus gibt es nur die Heimatregion gratis. Wegmarkierungen und detailreiche Karten gibt es erst im Abo, so ist man in der Free-Version in erster Line auf den Profil-Algorithmus der App angewiesen.

Die Navigationsansicht ist schlicht und zielführend, bei der Planung sind Naturschutzgebiete leider nur schwer zu erkennen und Wegmarkierungen fehlen in der 30€ teuren Weltkarte gleich ganz. Kein Wunder dass es mir nicht gelungen ist die erste Etappe des Fränkischen Gebirgsweges als Tour anzulegen. Das Höhenprofil ist dafür mit den Zusatzinformationen wirklich gut gelungen.

Preismodell:

  • Free: Online Nutzung mit Basiskarte ohne Details – Offline-Nutzung nur mit kostenpflichtigen Karten, auch dann keine Offline-Planung möglich
  • Premium: 5 €/Monat, Mehrtagestouren-Planer, sportspezifische Offline-Karten, Versicherungsschutz

Besonderheiten:

  • intuitiver Desktop Tourenplaner
  • Outdoor-Versicherung für Premiumnutzer enthalten
  • Verfügbarkeit auf sehr vielen Endgeräten (Smartphone, GPS-Geräte, GPS-Uhren)
  • wenig Details in der Basiskarte
  • Naturschutzgebiete nur durch eine kaum sichtbare Grenzlinie und etwas dunkleren Hintergrund erkennbar

Komoot ist vor allem eine riesige Community und Tourendatenbank mit Desktop-Planunsgtool. Um die App aber mit guten Karten nutzen zu können darf man vergleichsweise tief in die Tasche greifen.

Bergfex

Bergfex ist vor allem in Österreich weit verbreitet. Fokus sind ganz klar Bergtouren zu allen Jahreszeiten mit allerlei Spielarten des Bergsportes. So finden sich hier neben Wanderungen auch Schneeschuhtouren, Hochtouren und Klettersteige als eigene Kategorie wieder. 70.000 Touren sind aktuell hinterlegt.

Bergfex - Trackaufzeichnung, Wanderkarte, Planungsansicht

Bergfex – Trackaufzeichnung, Wanderkarte, Planungsansicht

Bei den Karten bietet Bergfex von allen Wander-Portalen die größte Auswahl und die detailliertesten ohne Abo. Die Basiskarte die man auch in Deutschland verwenden kann scheint eine Kombination aus Google-Maps und OSM-Daten zu sein, für Österreich gibt es gleich mehrere Karten und Satellitenfotos zur Auswahl.

Die Tourplanung klappt mit der App super. Bekannte Wege sind auch in der kostenfreien Karte markiert, Wegpunkte können entweder durch Suche oder Auswahl auf der Karte ausgewählt und auch nachträglich leicht eingefügt und in der Reihenfolge angepasst werden.

Preismodell:

  • Free: OSM-Karten offline nutzbar, Online-Nutzung weiterer Karten, Tourenportal, Navigation, Werbung, Lawinenlagebericht
  • Pro: 6,99 €/Jahr – Topo-Karten, Detailliertes Kartenmaterial, Werbefreiheit, Hangneigungsoverlay, Wegenetz

Besonderheiten:

  • Viele gute Karten für Österreich online frei verfügbar (BEV ÖK50, Basemap Österreich, Orthofotos)
  • Hangneigung und Overlay frei verfügbar
  • gute freie Offline-Karten (Bergfex OSM und ÖK50), Offline-Planung möglich
  • Integrierte Zusatzfunktionen: hinterlegte Notrufnummern für mehrere europäische Bergsportländer, Neigungsmesser, Standortmitteilung
  • Ohne Abo wird Werbung eingeblendet
  • Naturschutzgebiete in Basiskarte nicht erkennbar

Bergfex bietet schon in der freien, werbefinanzierten, Version einen großen Funktionsumfang und gute Karten.

Outdooractive

Outdooractive dürfte mit mehr als 500.000 Downloads hinter Komoot momentan die zweitgrößte Plattform in Deutschland sein. Das Geschäftsmodell basiert vor allem darauf die Touren der Plattform für hunderte Partner mit einer zugeschnittenen Tourenauswahl zur Verfügung zu stellen. So finden sich z.B. viele Touren auf den Seiten von Tourismusbüros wieder.

Outdooractive - Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Outdooractive – Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Bei den Karten ist leider nur eine Basis-OSM-Karte ohne Wegmarkierungen in der freien Version verfügbar. Im Gegensatz zu Komoot kann man bei Outdooractive aber sogar zwischen Sommer- und Winterkarte wählen.

Die Tourplanung klappt auch in der App sehr gut, ohne Wegmarkierungen kann man aber natürlich keinen bekannten Wanderwegen folgen.

Preismodell:

  • Free: Online-Nutzung, Tourenportal, Navigation, Werbung, Lawinenlagebericht, GPX-Download
  • Pro: 2,50 €/Monat – Offline-Nutzung, Topo-Karten, Werbefreiheit, Hangneigung
  • Pro+: 5 €/Monat – Expertenkarten (AV-Karten, Kompass), Einbetten der Touren auf Websites/Blogs

Besonderheit:

  • Berghütten-Verzeichnis (Hütten von DAV, ÖAV, AVS)
  • Ohne Abo wird Werbung eingeblendet
  • Basiskarte enthält keine Wegmarkierungen
  • Naturschutzgebiete nur durch eine kaum sichtbare Grenzlinie erkennbar

Alpenvereinaktiv

Alpenvereinaktiv ist das gemeinsame Tourenportal von Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV) und Alpenverein Südtirol (AVS). Neben den Tourenbeschreibungen der Community findet man hier auch zahlreiche Touren die von den Sektionen und erfahrenen Mitgliedern erstellt werden.

Alpenvereinaktiv - Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Alpenvereinaktiv – Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Oberflächen, Grundbedienung und Karten sind mit Outdooractive identisch, letztlich stammt die technisch Basis aus gleichem Hause. Tourenauswahl und Filtermöglichkeiten der ca. 55.000 Touren sind aber ganz auf den Bergsport ausgelegt.

Damit man die App sinnvoll nutzen kann sollte es auf jeden Fall das Pro-Abo sein. Erst hier sind Offline-Daten verfügbar. Als AV-Mitglied bekommt man dafür hier aber auch schon die sehr guten AV-Karten für die Alpen.

Die Tourplanung in der App funktioniert gut, in der Pro-Variante stehen dann auch beschriftete Wanderwege zur Verfügung. Das Höhenprofil ist sehr gut, hier wird genauso wie bei Komoot sogar die Wegbeschaffenheit der einzelnen Abschnitte angezeigt.

Preismodell:

  • Free: Online-Nutzung, Tourenportal, Navigation, Werbung, Lawinenlagebericht
  • Pro: 2,50 €/Monat – Offline-Nutzung, Topo-Karten, Werbefreiheit, Hangneigung, für AV-Mitglieder AV-Karten
  • Pro+: 5 €/Monat – Expertenkarten (AV-Karten, Kompass), Einbetten der Touren auf Websites/Blogs

Besonderheiten:

  • Tourbeschreibungen von Alpenvereinssektionen
  • Aktuelle Bedingungen von den Mitgliedern
  • Qualitätsstandards für die ehrenamtlichen, extra ausgebildeten, AV-AutorInnen
  • AV-Karten für AV-Mitglieder vergünstigt
  • Berghütten-Verzeichnis (Hütten von DAV, ÖAV, AVS)
  • Ohne Abo wird Werbung eingeblendet
  • Basiskarte enthält keine Wegmarkierungen
  • Naturschutzgebiete nur durch eine kaum sichtbare Grenzlinie erkennbar

Alpenvereinaktiv ist die richtige App für die Berge – hohe Qualität der Touren, AV-Karten für Mitglieder schon ab 2,50€/Monat

AllTrails

Das US-amerikanische Tourenportal hat 2019 das in Deutschland sehr beliebte Portal GPSies bernommen und ist auch in anderen Ländern auf Einkaufstour. So steigt zwar die weltweite Abdeckung an Touren, der Funktionsumfang wurde aber stark eingeschränkt. Der Download der großteils durch Nutzer erstellten GPX-Dateien ist inzwischen z.B. nur noch mit einem Jahresabo für 30€ möglich.

Was die Datensicherheit angeht befindet man sich nun auch nicht mehr im DSGVO abgesichterten Europa.

AllTrails lohnt sich nur wenn man weltweit auf der Suche nach Touren ist und bereit ist seine Daten in den USA zu speichern.

Standalone-Apps

Im Vergleich zu den Apps der Portale bieten die unabhängigen Navi-Apps zahlreiche eigene Einstellungsmöglichkeiten und nahezu unbegrenzte Kartenfreiheit. Schon die freien Basisversionen haben in aller Regel einen weit höheren Funktionsumfang, den vollen Funktionsumfang bekommt man schon mit einer Einmalzahlung von weniger als 20€.

Am Desktop vorgeplante Touren kann man dafür nicht ganz so bequem mit der App synchronisieren, hier ist i.d.R. ein Zwischenschritt mit dem Download der gpx oder kml Datei nötig. Bei der internen Planung stehen einem verschiedene, oft selbst installierbare Karten (und da gibt es richtig gute freie OSM-Karten im Netz) zur Verfügung.

Mapy.cz

Direkt beim ersten Start wird man gefragt ob man Wanderkarten herunterladen möchte. Ohne Kosten (im WLAN) kann man sofort den Download für Offline-Karten starten. Die Karte für Bayern hat ein schönes, aufgeräumtes Design und enthält Wegmarkierungen von OSM. Naturschutzgebiete sind aber auch hier kaum zu erkennen.

Mappy.cz - Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Mappy.cz – Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Die Tourplanung klappt intuitiv und die Karte enthält auch viele Details. Leider werden aber die Wegbezeichnungen nicht stabil angezeigt. So konnte ich dem fränkischen Gebirgsweg auch mit viel Zoomen nur selten folgen. Schade, an sich würde die App vieles mitbringen was man zur Tourplanung bräuchte. Dafür kann man sich aber ein kostenloses Konto anlegen und so auf dem Desktop Touren planen ohne dass es ein öffentliches Profil wie bei den Portalen bräuchte.

Besonderheiten:

  • kostenfreie detaillierte Wanderkarte mit Wegmarkierungen
  • Online Luftbildkarte verfügbar
  • Erste-Hilfe Beschreibungen und Notruffunktion
  • Benutzerfreundliche Bedienung
  • Desktop-Planer ohne Community-Zwang
  • Hangneigung und Schattierung nur online verfügbar
  • Track-Aufzeichnung enthält als einzige im Testfeld „Zick-Zack-Ausreißer“
  • Naturschutzgebiete schlecht erkennbar

Locus Map Pro

Locus Map ist schon lange mein Begleiter auf Trekkingtouren. Mir ihr bin ich u.a. den GR221 auf Mallorca und den Pembrokeshire Coast Path gewandert. Dennoch durfte sich natürlich auch Locus Map dem Vergleich stellen. Da ich die Pro-Version für weniger als 10€ schon lange gekauft habe erfolgt auch dieser Test mit der Pro-Version.

Locus Map Pro - Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Locus Map Pro – Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Der Funktionsumfang bei Locus Map Pro ist einfach gigantisch. Die oben gestellten Anforderungen (über-) erfüllt die App ausnahmslos, ist dadurch aber in der Bedienung auch etwas komplexer. Karten kann man entweder kostenpflichtig aus dem Store oder kostenlos von vielen OSM-Quellen installieren. Mein Favorit: OpenAndroMaps. Die Karte und das Kartentheme stellen jede Basiskarte der Wander-Portale in den Schatten. Wegmarkierungen, Höhenlinien, Läden. Haltestellen, Quellen usw. kannst Du Dir ganz nach belieben anzeigen lassen oder ausblenden (In den Screenshots sind alle Informationen eingeblendet).

Die Tourplanung funktioniert offline mit Hilfe von Brouter sehr gut, die Höhendaten für die Region sollte man aber vorher runterladen. Bei Bedarf kannst Du sogar zwischen den Routenpunkten das Profil der Wegführung ändern. So kannst Du z.B. auch weglose Abschnitte in Deine Tour einbauen. Bei der Testetappe konnte ich sehr gut den Wegmarkierungen folgen.

Preismodell:

  • Locus Map Free: Rasterkarten, Bannerwerbung, eingeschränkte Navigation
  • Locus Map Pro: 10€ (einmalig), Höhendaten, Kartenoverlays, Näherungsalarme, Höhenprofile, WMS-Karten

Besonderheiten:

  • einfache Installation von verschiedensten Karten
  • höchster Funktionsumfang im Testfeld
  • Radiuslineal mit Kompass als Kartenoverlay – super für grobe Entfernungsabschätzungen
  • verschiedene Routing-Profile können in einer Route gemischt werden
  • Hangneigung nach Download der Höhendaten auch offline verfügbar
  • schraffierte Schutzgebiete (Kartenabhängig)
  • POI´s können wahlweise ein- oder ausgeblendet werden
  • Track kann auch ohne Routing angezeigt werden (wichtig um unterwegs Strom zu sparen)
  • Anzeige der Schwierigkeit nach SAC-Wanderskala möglich
  • komplexe Bedienung

Locus Map hat den umfangreichsten Funktionsumfang, ein wenig Zeit zum Einarbeiten darf man aber mitbringen. Mehr Erfahrungen: Locus Map Pro: Outdoor-Navigations-App im Praxistest

Osmand+

Der Name leitet sich aus der Hauptfunktion ab: Open Street Maps Automated Navigation Directions. Die App gibt es in verschiedenen Versionen, für weitere Funktionen gibt es Plugins. Die Basisversion hat bereits viele Einstellungsmöglichkeiten und arbeitet mit verschiedenen Online- und Offline-Karten zusammen. Bis man sich bei den Einstellungen auskennt dauert es allerdings ein wenig.

Osmand+ - Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Osmand+ – Navigationsansicht, Wanderkarte, Planungsansicht

Die Routenplanung auf dem Handy funktioniert gut sobald man einmal den Dreh raus hat, auch wenn mir die automatische Routenführung ohne manuelle Straßensperren für meinen Geschmack zu oft den Weg auf der Straße gewählt hat. Für viele vielleicht interessant – man kann sich zur Route neben dem Höhenprofil auch die Wegebeschaffenheit und die prozentuale Steigung anzeigen lassen.

Preismodell

  • Osmand: 7 freie Downloads von Karten (Regierungsbezirke), Verwendung von verschiedenen Online-Karten (u.a. OpenTopoMaps, Hiking-Overlay,…)
  • Osmand+: 15€ (einmalig), unbegrenzte Downloads, Wikipedia Integration
  • Osmand unlimited: wie Osmand+ nur als In-App-Kauf von der Basisversion
  • Höhenlinien: 5€ (einmalig)
  • OsmAnd Live: 8 €/Jahr, voller Funktionsumfang, stündliche Kartenupdates

Besonderheiten:

  • Radiuslineal mit Kompass als Kartenoverlay – super für grobe Entfernungsabschätzungen
  • Mapilarry – wie Google Street View nur eben auch abseits von Straßen mit Bildern der Crowd
  • Offline Wikipedia-Integration als „Reiseführer“
  • POI´s können wahlweise ein- oder ausgeblendet werden
  • Track kann auch ohne Routing angezeigt werden
  • Anzeige der Schwierigkeit nach SAC-Wanderskala
  • Darstellung von ÖPNV-Linien
  • Anzeige von Straßenarten, Oberflächen und Steigung entlang der Route
  • Höhenlinien und Daten der Osmand-Karte erst mit kostenpflichtigem Plugin (alternativ kann man andere Karten mit Höhenlinien verwenden, dann fehlen aber die Daten für Diagramme in der Planung)
  • etwas undurchsichtiges Preismodell

Osmand ist die richtige App wenn Du den OpenSource Gedanken und eigene Einstellungensmöglichkeiten magst. Für 20€ (Osmand+ zzgl. Höhlenlinien) erhält man einen guten Funktionsumfang zum Wandern.

Maps.me

Maps.me hat mich für Outdoor-Touren eher enttäuscht. Letztlich beinhaltet die App viele POI, aber wenig Informationen und Kartendetails die uns draußen in der Natur wirklich weiterhelfen. Keine Weginformationen, keine Kartenauswahl. Die App lebt einzig und allein von den (touristischen) POI weshalb ich mir auch weitere Tests in der Outdoor-Praxis gespart habe.

Maps.me ist eine App die sich eher für Sightseeing in Städten eignet. Für Outdoor-Touren ist sie m.E. nicht geeignet.

Google Maps

Jeder kennt Google Maps und seit man hier auch Routen für Fußgänger auswählen kann ziehen auch Wanderer mit ihr ins Gelände. Aber genau das sollte man nicht machen. Schließlich ist das Kartenmaterial nach wie vor in erster Linie eine Straßenkarte und weit davon entfernt ein guter Ersatz für Wanderkarten zu sein.

Die über Google Maps online abrufbaren Informationen zu den unendlichen POI´s wie z.B. Telefonnummern, Öffnungszeiten des nächsten Zeltplatzes usw. sind aber gerade bei mehrtägigen Touren von unschätzbarem Wert.

Um es kurz zu machen – Google Maps eignet sich nur zur Orientierung in Ortschaften und als Backup für Informationen in der Zivilisation, aber nicht zum Wandern.

Fazit

Welche App am Besten passt hängt ganz stark davon ab wie man sie selbst nutzen möchte. Deshalb findet ihr hier auch keine detaillierte Bewertungstabelle mit allen Kriterien – am Ende muss Dir die App selbst taugen, schließlich setzt jeder andere Schwerpunkte was für seine Touren wirklich wichtig ist.

Wer die Wander-App eines Tourenportals nutzen will erhält wichtige Funktionen wie z.B. die Offline-Nutzung, wirklich gute Karten mit Wegmarkierungen oder ein Hangneigungsoverlay erst mit dem Abschluss eines Abos. Im Gegenzug erhält man viele vorgeplante Touren und die Möglichkeit die Touren bequem am Desktop zu planen und mit dem Smartphone zu synchronisieren.

Bei den unabhängigen Wander-Apps ist der Funktionsumfang oft schon in der freien Version um einiges größer. Den vollen Funktionsumfang erhält man schon für eine Einmalzahlung von 10-20€. Dafür darf man sich ein wenig mit den verschiedenen Einstellungen beschäftigen um das Beste für sich aus den Apps herauszuholen und vorgeplante Touren z.B. als GPX-Track importieren.

Meine Favoriten nach dem Vergleich:

  • Standalone-App: Locus Map Pro, dicht dahinter Osmand+
  • Tourenportal-App für Bergwanderer: Alpenvereinaktiv und Bergfex
  • Tourenportal-App für Generalisten: Outdooraktiv

 

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