Garmin eTrex 30x im Praxistest

Garmin eTrex 30x

Als bekennender Papierkartenliebhaber habe ich lange Zeit GPS-Geräte links liegen lassen. Zu Unrecht wie ich heute weiß. Wofür und wie ich das Garmin eTrex 30x heute nutze erfahrt ihr hier.

Warum ein GPS-Gerät?

Heute hat man ja die Qual der Wahl wenn es um das richtige Navigieren geht. Wanderkarte, Topografische Karte, GPS-Gerät, GPS-Uhr und letztlich das Mobiltelefon stehen zur Auswahl.

Für ein GPS-Gerät spricht:

  • Kartendarstellung in verschiedenen Detailstufen
  • einfacher Übertrag von am PC geplanten Routen zum GPS-Gerät
  • Einsatz als Outdoor-Navi beim Wandern, Paddeln, Radfahren, Geocaching…
  • separate Energieversorgung mit austauschbaren Akkus (im Gegensatz zu einem Handy)
  • kostenlose Karten

Warum das Garmin eTrex 30x?

Die Kriterien für mein ersten GPS-Gerät waren schnell zusammengestellt. Wie üblich sind mir Funktionalität und Gewicht wichtiger als trendige Features oder stylisches Aussehen. Grundfunktionen wie z.B. Track-Aufzeichnung oder Routing waren schon in der Vorauswahl berücksichtigt. 

KriterienAnforderungeTrex 30x  
Packmaßklein5,4 x 10,3 x 3,3 cm
Gewichtleicht141g mit Batterien
RobustheitSpritzwasserdichtIPX7 (bedingt wasserdicht)
Displaywenig reflektierend, Farbdisplay, besser klein um Strom zu sparen2,2 Zoll Display, transreflektives TFT-Display mit 65.000 Farben
Akkulaufzeitso lange wie möglich25h
EmpfangGPS+GlonassGPS+Glonass
ExtrasUSB-Schnittstelle, microSD-Steckplatz (Speichererweiterung)3-Achsen-Kompass, barometrischer Höhenmesser, USB-Schnittstelle, microSD Kartensteckplatz
Preisgünstig, Amortisation über Einsparung an Papierkarten199 € inkl. Karte TopoActive Westeuropa

Das eTrex 30x kommt auf den ersten Blick vielleicht etwas altbacken daher, aber letztlich habe ich kein vergleichbares GPS-Gerät mit der Funktionalität und Akkulaufzeit bei niedrigem Gewicht gefunden. Da nehme ich auch gerne in Kauf dass die Geschwindigkeit beim Laden nicht ganz so schnell ist.

Welche Einstellungen verwende ich?

Ich habe mich zunächst vor allem darauf konzentriert mir ein eigenes Profil „Wandern“ zu erstellen. Im Am Anfang lohnt sich dabei der Blick auf eine der zahlreichen Anleitungen im Internet um die Einstellungen vorzunehmen. Hier werden alle Konfigurationsmöglichkeiten gut und einfach erklärt.

Die wichtigsten Einstellungen zum Wandern in Kurzform:

  • System: Satellitensystem „GPS+Glonass“, WAAS aus, Batterietyp NiMH, USB-Mode Massenspeicher
  • Anzeige: Beleuchtungsdauer 15s, Farben Auto, Energiesparmodus Ein
  • Töne: Töne „Aktiviert“, Nachrichten-Signalton: „Ein“, Tastenton „Deaktiviert“, Abbiegewarnungen „Ein“, Annäherungsalarme „ein“
  • Karte: Ausrichtung „Fahrtrichtung“, Führungstext „Nie“, Datenfelder „2“ (Anstieg + Distanz)
  • Tracks: Trackaufzeichnung „Nicht aufzeichnen“ (bei Tourstart manuell einschalten), Aufzeichnungsart „Auto“, Automatisch archivieren „Wenn voll“, Farbe: „Gelb“
  • Seitenfolge: alle nicht benötigten Seiten von der Startseite entfernen
  • Routing: Routenpräferenz „Kürzere Zeit/Kürzere Strecke“, Routen berechnen für „Fussgänger“

Zusätzlich deaktiviere ich vor jeder Tour alle nicht benötigten Karten. Das spart Ladezeit.

Welche Karten verwende ich?

Ich verwende überwiegend die OSM-Freizeitkarten. Die Karten sind kostenlos und es gibt für viele Länder und Regionen regelmäßig Updates. Höhendaten sind übrigens in einigen Karten, z.B. für Deutschland oder die Alpen, ebenfalls enthalten. Allerdings haben die verschiedenen Karten offenbar eine sehr unterschiedliche Genauigkeit in den Höhendaten. Mehr dazu bald in einem separaten Artikel.

Den Einsatz der Freizeitkarten für Bergtouren sehe ich in den Alpen aber auch aus einem anderen Grund problematisch. Klettersteige sind zwar anders als andere Bergwege dargestellt. es fehlt mir aber die klarere Visualisierung über Piktogramme wie ich es von Papierkarten gewohnt bin. Ein Sicherheitsrisiko dass ich nicht eingehen will solange mir die Abgrenzungen zwischen Bergwanderwegen und alpinen Wanderwegen nicht klar genug ist. Auch in der Legende der Freizeitkarte heißt es dazu:

Freizeitaktivitäten im Gebirge erfordern entsprechende Erfahrung und bergen Gefahren. Alleine mit dieser Karte sollte keine Bergtour geplant werden. Aus Sicherheitsgründen wird nicht über die (Berg-)Wanderwege der Kategorien T4-T6 geroutet (Ausnahme: Freizeitkarte Alpen). Klettersteige sind immer vom Routing ausgenommen.

Welche Akkus für das eTrex 30x nehmen?

Garmin gibt selbst 25h Akkulaufzeit an ohne dabei auf die verwendeten Batterien oder Akkus einzugehen. Ich verwende die schwarzen „eneloop pro“ Akkus mit einer Kapazität von 2500 mAh und 500 Ladezyklen. Die eneloops mit 1900 mAh haben dagegen 2100 Ladezyklen. Zusätzlich nutze ich dafür das zugehörige „Panasonic Schnellladegerät eneloop pro“. Mit diesem Ladegerät stellt man sicher auch wirklich die maximal mögliche Kapazität laden zu können. Nach dem Ladevorgang wird auch noch gleich angezeigt ob sich die verbleibende Akkulebenszeit dem Ende neigt und der Akku besser ausgetauscht werden sollte.

Laut einem Test von navigation-professionell ergibt sich bereits bei den eneloops mit 1900 mAh eine Akkulaufzeit von 36h im Sparmodus und ohne Displaynutzung und 11h im Powermodus (Bildschirm dauerhaft an). In einem weiteren Test wurde schon ermittelt dass 2500 mAh Akkus eine ca. 20% höhere Laufzeit als 2000 mAh Akkus haben. Damit sind die angegebenen 25h Akkulaufzeit bei mäßiger Displaynutzung also realistisch und hat sich in der Praxis auch bestätigt. Noch mehr geht mit deutlich teureren Lithium-Batterien. Diese würden im Vergleich zu 2000 mAh Akkus sogar 90% Laufzeitgewinn bringen. Das würde sagenhaften 68h Akkulaufzeit ohne Displaynutzung entsprechen. Hier wird wohl ein Praxistest zur Akkulaufzeit unter realen Bedingungen fällig…

Ein Satz eneloop pro Akkus reichen auf jeden Fall locker für ein verlängertes Wochenende wenn man das Display nicht zu häufig, zu hell und zu lange benutzt. Verzichtet man auf Glonass Empfang sollen nochmal gut 10% Akkulaufzeit gewonnen werden können.

Das Gewicht der 2 Akkus ist übrigens nichts zu vernachlässigen. Am leichtesten sind Lithium-Batterien, gefolgt von Alkali-Batterien, den weißen eneloops und letztlich den schwarzen eneloops. Die um 20% höhere Leistung rechtfertigt für mich das Mehrgewicht.

Welches Zubehör ist sinnvoll?

Je nach Einsatzzweck bietet sich verschiedenes Zubehör an. Für das Radfahren habe ich noch die Fahrrad Halterung die man einfach mit zwei Kabelbindern am Lenker befestigen kann. Zum Wandern gibt es noch eine praktische Rucksackhalterung die mit Klettverschluss um Rucksackriemen befestigt wird. Fürs Paddeln nutze ich die Karabiner Halterung. Damit kann man das GPS-Gerät nach Belieben an einer Leine oder Lasche am Boot befestigen. In Summe muss ich sagen dass jedes Zubehör seinen Zweck gut erfüllt.

Als Speichererweiterung verwende ich eine 32GB microSD-Karte. Das reicht mit sehr viel Sicherheit für meine verwendeten Karten und Touren aus. Lädt man neue Karten auf die microSD-Karte kann man bequem den internen Kartenleser des Rechners verwenden und ist nicht an die Datenübertragung über USB-Kabel gebunden was in den meisten Fällen schneller gehen sollte.

Wie schlägt sich das eTrex 30x im Praxiseinsatz?

Das eTrex 30x macht genau das was es soll. Neben den ganzen technischen Eigenschaften die ja schon beim Kauf klar waren überzeugt mich das GPS-Gerät auch in der Praxis. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit und individueller Einstellung klappt die Bedienung sehr gut. Hier gibt es aber mit Sicherheit einfach zu bedienende Geräte.

Die Geschwindigkeit ist manchmal etwas träge. Lädt man aber nicht zu viele Touren auf das Gerät oder die microSD-Karte und deaktiviert aktuell nicht benötigte Karten läuft es auch gleich wieder schneller.

Bei meinen bisherigen Touren kam es noch nie zu einem Absturz des Systems. Die Akkus habe ich ebenfalls noch nie leer bekommen, Regen und Stöße hat das Gerät bisher klaglos hingenommen.

Der Empfang bei eingeschaltetem GPS und Glonass System hat auch in engen Tälern sehr gut funktioniert.

Update: Während meiner Tour mit dem Packraft auf der Wiesent ist das GPS unfreiwillig und unbemerkt fast 3km halb im Wasser gehangen. Es hat dicht gehalten und getan was es tun soll – den Track aufgezeichnet. Nur die Höhenmessung hat in dieser Zeit nicht richtig funktioniert. Kaum war es aus dem Wasser hat aber die Höhe wieder gestimmt.

Update: Die Akkulaufzeit mit den schwarzen eneloops liegt bei 25-30h. Genutzt wurde es in der Zeit durchgehend zum Aufzeichnen des Tracks und etwa zur Hälfte gleichzeitig auch zum Routing.

Fazit

Ich liebe immer noch Papierkarten. Den Überblick über ein ganzes Tourengebiet, das Abfahren der Route mit dem Finger, das Markieren von Wegpunkten und die Unabhängigkeit von Strom waren und bleiben Kriterien die für eine Papierkarte sprechen.

Trotzdem nutze ich heute auch das eTrex 30x GPS-Gerät gerne und häufig. Es erleichtert die Planung eigener Touren im Zusammenspiel mit Garmin BaseCamp. Wegstrecke und Höhenmeter sind schnell am PC mit kostenfreien Karten geplant und genauso schnell auf das Gerät übertragen. Meine anstehende Tour in die Hardangervidda habe ich zum Beispiel so geplant. Für Tageswanderungen bis zu verlängerten Wochenendtouren ersetzt das Gerät jetzt auch die Anschaffung von Wanderkarten. Dazu plane ich die Tour am PC und nutze unterwegs die Routing-Funktion des eTrex. Auf längeren Trekkingtouren auf markierten Wegen ist trotz der vergleichsweise langen Akkulaufzeit der Ersatz von Papierkarten wegen der nötigen Ersatzakkus nicht geplant. Als Notfall-Backup wird es aber vielleicht bald mitkommen.

 

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