Trekking-Schlafsack: Wie Du den richtigen Schlafsack findest

Trekking Schlafsack

Trekking-Schlafsack: Alles über die Auswahl des richtigen leichten Schlafsackes – Materialien, Gewicht, Packmaß, Temperaturbereiche, Ausstattung

Auswahlkriterien

Bei der Auswahl des richtigen Trekking-Schlafsackes darf man sich nach Herzenslust im Vergleichen austoben. Leichter geht es wenn man weiß was man will. Hier die wichtigsten Auswahlkriterien auf dem Weg zu Deinem Schlafsack:

  • Temperatur-Einsatzbereich
  • Einsatzbedingungen
    • Luftfeuchtigkeit
    • im Zelt oder im freien Biwak?
    • Trocknungsmöglichkeiten auf Tour?
  • Gewicht:
    • Füllmaterial (Daune in verschiedenen Qualitäten, Kunstfasern)
    • Reißverschluss (Länge und Breite)
    • verwendete Stoffe
    • Größe / Länge (zu viel Luft = zu hohes Gewicht und Kältegefahr)
  • Packmaß
  • Ausstattungsmerkmale
    • Innentasche (z.B. um Akkus warmzuhalten, Lampe griffbereit zu haben)
    • Reißverschluss: zwei Wege um Fußbox zu belüften, umlaufend um Schlafsack zu Decke zu öffnen
    • Fußform und Befüllung: Extra-Füllung an den Füßen für Frostbeulen sinnvoll
    • Wärmekragen für 3- und 4-Jahreszeitenschlafsäcke
    • Kapuzenform
    • Reißverschluß-Abdeckung um Wärmenbrücken zu schließen
    • Kopplungsmöglichkeit (für Paare)

In diesem Artikel findest Du zu den meisten Auswahlkriterien neutrale Informationen (keine Werbung, keine Affiliate-Links, keine Kooperationen) damit Du den Trekking-Schlafsack findest der zu Dir passt.

Schlafsackarten

Kunstfaserschlafsäcke

Praktisch aber schwer sind Kunstfaserschlafsäcke. Zwar werden die Kunstfasern immer leichter, aber letztlich erreicht man nach wie vor bei weitem nicht das gute Verhältnis von Gewicht zu Temperaturbereich wie bei Daunenschlafsäcken. Der große Vorteil der Kunstfaser: Sie ist fast unverwüstlich und braucht kaum Pflege. Sie verzeiht auch mal ein feuchtes Einpacken und lässt sich recht einfach zu Hause waschen.

  • robust
  • feuchtigkeitsresistent
  • leicht zu waschen
  • schnelltrocknend
  • für Daunen-Allergiker geeignet
  • liegt sich über die Nutzungsdauer „platt“ – geringere Lebensdauer
  • schwer (bei gleicher Komfortemperatur höheres Gewicht als Daune)
  • großes Packmaß
  • geringerer Feuchtigkeitstransport

Von demher eignen sich Kunstfasterschlafsäcke vor allem wenn man einen unkomplizierten günstigen Schlafsack haben will. Je länger man unterwegs ist und je mehr man dabei hohen Luftfeuchtigkeiten ausgesetzt ist desto eher eignen sie sich.

Ich selbst habe des günstigen Preises wegen zunächst meine Touren mit einem Kunstfaserschlafsack gemacht. Die Lebensdauer der Isolierung war aber nicht wirklich langlebig, der Schlafsack war viel zu schwer und so viel mir letztlich der Umstieg auf einen Daunenschlafsack nicht schwer.

Die Hersteller arbeiten aber hart daran die Nachteile von Kunstfasern zur Daune mit technologischen Innovationen wett zu machen. So werden die Kunstfasern immer leichter. Bekannte Füllungen für einen Kunstfaserschlafsack bestehen z.B.  aus Polyester, Apex und Primaloft.

Primaloft

Primaloft ist eine sehr feine Kunstfaser. Das ermöglicht durch den Loft eine sehr gute Isolation im Verhältnis zu Gewicht und Packmaß. Zusätzlich ist Primaloft wasserabweisend. Aber Primaloft ist nicht gleich Primaloft. Der Hersteller bietet die Kunstfaser für verschiedene Einsatzzwecke unterschiedlich veredelt an. Am naheliegendsten sind die Füllungen aus der Gold-Serie:

  • Gold Insulation – 55% PCR (beste Isolation-Gewicht Relation)
  • Gold Insulation Luxe (soll aussehen und sich anfühlen wie Daune)
  • Gold Insulation Down Blend (Mischform: 30% Primaloft, 70% wasserabweisend behandelte Gänsedaunen – also eine  Hybridfüllung)

Apex

Apex ist ebenfalls eine recht feine Kunstfaser, aber nicht ganz so weich und weniger gut komprimierbar wie Primaloft. Da es aber z.B. Climashield Apex auch direkt von der Rolle im Handel gibt eignet sich Apex gut als Füllung für einen MYOG-Schlafsäcke oder einen eigenen MYOG-Quilt.

Daunenschlafsäcke

Ein Daunenschlafsack ist empfindlicher als ein Kunstfaserschlafsack, punktet aber mit dem besten Verhältnis von Gewicht zu Temperaturbereich. Natürlich fällt die Daune bei zu viel Feuchtigkeit ein wenig zusammen, aber wer ein wenig Reserven einplant und einfach pfleglich mit ihm umgeht und ihn regelmäßig gut durchlüftet findet mit einem Daunenschlafsack einen langjährigen Begleiter und seine persönliche Wohlfühloase für unterwegs. Es ist eben ein Naturprodukt und da merkt man auch.

Wichtig: die meiste Feuchtigkeit kommt i.d.R. von Dir selbst! Bei einem Daunenschlafsack sollte also der Temperaturbereich gut passen damit Du nicht zu sehr ins Schwitzen kommst und für die normale Abgabe von Feuchtigkeit über Nacht, immerhin ca. 0,5l pro Nacht, sollte auch die Außenhaut des Schlafsackes im kritischen Temperaturbereich die Feuchtigkeit abführen und nicht im Schlafsack speichern.

  • leicht
  • kleines Packmaß
  • bei guter Pflege sehr lange Lebensdauer
  • gutes Klima durch Feuchtigkeitstransport
  • Feuchtigkeitsempfindlich (reduzierte Isolation durch „Verklumpen“ der Daunen bei zu viel Feuchtigkeit)
  • aufwändig zu waschen (ich lasse ihn daher lieber von Spezialisten waschen)
  • teuer
  • nicht für (Daunen-) Allergiker geeignet

Ich selbst nutze seit vielen Jahren Daunenschlafsäcke. Der Wechsel von Kunstfaser auf Daune war für mich dabei eine richtige Offenbarung. Mein erster Daunenschlafsack, ein Ajungilak-Schlafsack, begleitet mich jetzt schon über 10 Jahre vor allem in kältere Regionen wie z.B. nach Island oder Norwegen. Für leichtere 3-Jahreszeiten-Touren z.B. in Deutschland oder für eine Alpenüberquerung hat sich vor kurzem noch ein Cumulus Lite Line 400 dazugesellt.

Mischungsverhältnis

Das Mischungsverhältnis bei Daunenschlafsäcken gibt Auskunft über das Verhältnis von Daunen zu Federn. Ein Schlafsack mit einer 95/5 Füllung besteht also zu 95% aus Daunen und zu 5% aus Federn.

Loft: Cuin – Was sagt das aus?

Der Loft wird bei Daunenschlafsäcken in der Einheit Cuin angegeben und zeigt das Volumen der Daunen im Verhältnis zum Gewicht. Ein Schlafsack mit einer 800 Cuin Füllung hat also bei gleichem Gewicht an Daunen im Vergleich mit einem Schlafsack mit einer 650 Cuin Füllung einen größeren Loft.

Hydrophobe Daunen

Eine Sonderform der Daunenfüllung ist die hydrophobe Daune. Mit Hilfe eine speziellen Behandlung der Daunen sollen sie weniger und langsamer Feuchtigkeit aufnehmen und gleichzeitig auch schneller abgeben was einen der größten Nachteile von Daunenschlafsäcken eliminieren würde. Die Beschichtung der Daunen wäscht sich allerdings mit der Zeit aus und grundsätzlich ist die Funktionalität der hydrophoben Daunen umstritten.

Während Cumulus seine hydrophoben Daunen mit einem durchaus beeindruckendem Video anpreist führt man beim outdoorgearlab eine nur etwas bessere Feuchtigkeitsresistenz aber immerhin 25% schnellere Trocknungszeit bei den getesteten Daunen auf.

Abschließend heißt es hier zu hydrophoben Daunen:

During practical everyday use, our review team noticed very little of a difference (there were fewer opportunities for „soaking wet“ comparisons) and think hydrophobic options only offered slightly better water-resistance and marginally faster drying times.

Auch Western Mountaineering verzichtet wegen der geringen Wirkung auf hydrophobe Daunen:

We have found in our own testing that the performance enhancements of hydrophobic treatments on high quality down are widely overstated. High quality untreated down already has naturally water repellant oils on it left by the geese (makes sense since geese spend a lot of time in water).

Entendaune vs. Gänsedaune

Die beiden meistverwendeten Daunenarten bei Schlafsäcken sind Enten- und Gänsedaune. Aber wo liegt der Unterschied?

 EntendauneGänsedaune
Bauschkraftbis 700 Cuinbis 850 oder gar 900 Cuin
Geruchabhängig von der Verarbeitungabhängig von der Verarbeitung
Preisgünstigerteurer

Bei meinen Daunenschlafsäcken, allesamt mit Gänsedaunen gefüllt, musste ich noch nie einen unangenehmen Geruch wahrnehmen. Hin- und wieder hört man aber von riechenden Exemplaren. Mir ist allerdings nicht bekannt dass sich bisher je ein Hersteller gegen einen Austausch gestellt hat sollte es doch einmal zu Gerüchen kommen. Schließlich werden die Daunen normalerweise aufwändig aufbereitet bevor sie in einem Schlafsack verwendet werden. Für mich jedenfalls bisher kein Grund von einem Daunenschlafsack abzusehen.

Hüttenschlafsack

Zweckmäßig und ultraleicht sind Hüttenschlafsäcke aus Seide. Es gibt natürlich auch welche aus Baumwolle, Fleece und allerlei sonstiger Stoffe. Aber wenn man auf Hüttentour geht und es sich leicht machen will sollte man gleich zu Seide greifen. Fühlt sich sehr gut auf der Haut an und wiegt fast nichts. Taugt aber eben nur fürs Hüttentrekking wo man Decken der Hütten für die Wärme hat und den Hüttenschlafsack nur für die Hygiene benötigt oder als Inlay für Deinen Trekking-Schlafsack um ihn sauberer zu halten.

Tipp: Wenn Du wie z.B. bei einer Alpenüberquerung mehrere Wochen auf Hüttentour gehst darfst Du auch einfach einen leichten (Sommer-) Daunenschlafsack mitnehmen. Der Komfortgewinn einer persönlichen Wohlfühlzone ist es wirklich wert! Schließlich sind auch auf (DAV-) Hütten nicht alle Decken brandneu und manchmal kratzen sie schon grenzwertig – selbst durch einen Hüttenschlafsack.

Schlafsack-Stoff

Schlafsäcke findest Du mit verschiedensten Stoffen und Geweben. Ich gehe in diesem Abschnitt auf die wichtigsten Eigenschaften ein auf die es bei einem Schlafsack ankommt:

  • Gewicht, angegeben in g/m²
  • Wasserabweisung
  • Atmungsaktivität
  • Robustheit

Dabei sind die nötigen Eigenschaften für den Innen- und Außenstoff unterschiedlich.

Innenstoff

Das Innengewebe sollte möglichst weich, angenehm auf der Haut und dampf-durchlässig sein um die Luftfeuchtigkeit durch den Schlafsack nach außen abzuführen. Da er meist nicht all zu sehr belastet wird darf der Stoff meines Erachtens hier auch wirklich ultraleicht sein.

Außenstoff

Anders sieht es beim Außengewebe für Deinen Schlafsack beim aus. Worauf ich bei einem Schlafsack-Außenstoff achte:

  • Windabweisend – für mich eine Pflichteigenschaft für den Außenstoff eines Schlafsackes
  • Atmungsaktiv – Die Luftfeuchtigkeit im Schlafsack muss abgeführt werden
  • Wasserabweisend – vor allem in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit oder bei offenem biwakieren (Morgentau!)
  • Robustheit – in erster Linie beim Biwakieren ist hier ein wenig Sicherheit nicht verkehrt

Um das Eindringen von Feuchtigkeit von außen zu verhindern sind manche Außenhüllen genau dafür mit einer mehrlagigen Membran oder mit einer Membranbeschichtung ausgestattet. Die Wirkung wird vor allem beim freien Biwakieren und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt (+/- 5° C) relevant da man hier oft den Taupunkt an der Schlafsack-Außenhülle hat.

Nachteil von Schlafsack-Geweben mit Membran: Sie wiegen mehr und sind etwas weniger atmungsaktiv als Stoffe ohne Membran. Zur Optimierung von Gewicht und Atmungsaktiviät gibt es einige Schlafsäcke bei denen der Stoff mit Membran nur an den kritischen Stellen verwendet wird an den man typischerweise die größte Gefahr hat an feuchte Stellen zu kommen. (siehe den Ajungilak-Schlafsack im Titelbild)

Schlafsackformen

Mumienschlafsack

Mumienschlafsäcke sind körpernah geschnitten und schließen den Körper mit Kapuze komplett zur Isolation ein. Am Ende sieht man eben aus wie eine Mumie. Heute sind die allermeisten Schlafsäcke in Mumienform. Die Vorteile und Nachteile liegen auf der Hand:

  • Körpernah geschnitten was zu guter Isolation bei wenig Gewicht und geringem Packmaß führt
  • Eine Kapuze die auch den Kopf in die Wärmedämmung einschließt
  • wenig Bein- und Bewegungsfreiheit – schlecht für alle die sich viel im Schlaf bewegen

Deckenschlafsack

Deckenschlafsäcke sind in ihrer Grundfrom rechteckig und damit sehr geräumig. Damit sind sie aber nicht die leichtesteten und auch die Isolationsfähigkeit wird durch die viele Luft und den recht offenen Abschluß am Kragen beeinträchtigt.

  • viel Bewegungsraum
  • durch die einfache Form meist günstig
  • lässt sich meist zu einer rechteckigen Decke öffen
  • schwer
  • nicht isolationsoptimiert und damit eher nur für den Sommereinsatz geeignet

Quilt

Grundlage zur Nutzung eines Quilts ist die Tatsache dass der untere Teil Deines Schlafsackes durch Dein eigenes Körpergewicht ohnehin plattgedrückt wird und damit keine Isolationswirkung hat. Also verzichtet ein Quilt von vornherein auf die Unterseite, die Füllmenge wird komplett in die obere Seite investiert. Nach unten bietet ein Quilt eine Einheit mit der Isomatte.

  • Gewichtsoptimiert / leicht
  • leicht als Decke zu verwenden
  • Gefahr von Kältebrücken, vor allem wenn man sich Nachts viel bewegt
  • keine Kapuze, meist auch kein Wärmekragen

Letztlich sind Quilts eine tolle Sache wenn das eigene Schlafverhalten zu den Eigenschaften eines Quilts passt. Hauptanwendung finden Quilts beim Utraleicht-Trekking.

Dennis vom Outdoor-Blog beschreibt auf seiner Seite aus eigener Erfahrung über Quilts.

Temperaturbereiche

Verwirrung gibt es oft bei den angegebenen Temperaturbereichen. Hier erstmal eine Begriffserklärung und Abgrenzung der Gebräuchlichsten Temperaturangaben bei Schlafsäcken:

  • Komfortbereich (T comf): An diesem Wert solltest Du Dich orientieren. Alles andere ist Augenwischerei. Die Komforttemperatur ist nach EN 13537 die Untergrenze für die durchschnittliche Frau und die Obergrenze bei der ein Mann gerade noch nicht zu sehr schwitzt. Nach einer anstrengenden Tour bei der alle Energiereserven aufgebraucht wurden sehnst Du Dich nach einem wirklich warmen Schlafsack. Damit Du auch nach einigen Tagen und bei Luftfeuchtigkeit immer mollig warm einschläfst wählst Du Deinen Schlafsack also nach der Komforttemperatur aus. Als Frau darfst Du Dir hier noch ein wenig mehr Sicherheit einplanen.
  • untere Grenzbereich / Limit (T lim): Angeblich die Temperatur bei der Männer gerade so noch nicht frieren. Eine erholsame Nacht ist aber etwas anderes und so würde ich beim Schlafsackkauf immer die Komforttemperatur als Entscheidungskriterium nehmen und nicht den Grenzbereich.

Letztlich sind die Temperaturangaben entweder nach einem EN-Normverfahren oder nach herstellereigenen Richtlinien ermittelt. Allen gemein ist dass die individuelle Schlafsituation (Liegeposition, Exposition im Wind, Luftfeuchtigkeit, Isomatte, körperliche Konstitution, Kälteempfinden,…) auf Tour für jeden von uns unterschiedlich ist. Ich greife daher immer zu einem Schlafsack mit ein wenig Reserve nach unten. Du willst schließlich jeden Tag gut erholt in den Tag starten und nicht schlotternd im Schlafsack liegen. Wenn sich irgendwo ein paar Gramm Mehrgewicht lohnen, dann beim Schlafsack!

Kombination mehrerer Schlafsäcke

Das Kombinieren von mehreren Schlafsäcken ist prinzipiell möglich und theoretisch kann man auch über die Addition des Loftes beides Schlafsäcke den neuen Temperaturbereich ermitteln.

Wichtig ist dabei allerdings dass sich der Loft beider Schlafsäcke überhaupt entfalten kann. Wenn einer der beiden Säcke so viel freien Luftraum hat um einen weiteren Schlafsack inkl. Loft unterzubringen ist er für den eigentlichen Verwendungszweck aber wohl schon zu groß.

Daher würde ich die Kombination verschiedener Schlafsäcke nur für Gelegenheitsnutzer empfehlen. Bei einem regelmäßigen Einsatz würde ich eher in einen reinen Winterschlafsack investieren.

Temperaturbereich erweitern

Wer nur gelegentlich an die Grenzen seines Schlafsackes nach oben oder nach unten stößt kann den Einsatzbereich seines Schlafsackes meist recht einfach um ein paar Grad erweitern.

Es ist zur warm:

  • wenn Du Dich für einen Schlafsack mit langem Reißverschluss oder einen Quilt entschieden hast kannst Du den Schlafsack einfach als Decke verwenden
  • es sei denn… Du hast Dir einen Schlafsack mit nur halb- oder dreiviertellangem Reißverschluss gekauft. Dann kannst Du den Schlafsack nicht komplett zur Decke öffnen.

Er ist zu kalt:

Während es selten ein Problem ist wenn der Schlafsack zu warm ist kommt man nach unten schon häufiger an die Grenze. Abhilfe schaffen dann zusätzliche Layer. Allen Voran natürlich lange Unterwäsche:

  • Merino-Unterwäsche: hält warm, müffelt nicht so schnell
  • Daunenjacke: vor allem bei Ultraleichten Schlafsäcken und halblangen Schlafsäcken ein Bestandteil des Schlafsystems
  • Inlay: Während ein Seideninlay vor allem den Schweiß vom Schlafsack fernhält versprechen Woll-Inlays teils einen enormen Wärmegewinn. Im Verhältnis zum Gewicht sind sie aber nicht zu empfehlen.
  • zwei Schlafsäcke übereinander: für gelegentliche Einsätze eine Alternative (siehe oben)

Zubehör

Biwaksack

Wer auf ein Zelt verzichtet und trotzdem für schlechtes Wetter gewappnet sein will greift zum Biwaksack. Wasserdicht verpackt verspricht er eine trockene windgeschützte Nacht.

Wenn Du einen Biwaksack in Erwägung ziehst solltest Du dir aber darüber bewusst sein dass viele Biwaksäcke zwar wasserdicht aber nicht unbedingt atmungsaktiv sind. Schnell sammelt sich die Luftfeuchtigkeit zwischen Biwak- und Schlafsack. Die Folge ist ein unangenehm feuchtes Schlafklima und am Ende auch ein feuchter Schlafsack.

Einen Daunenschlafsack sollte man aber besser trocken halten. Sonst hat man spätestens in der zweiten Nacht verklumpte Daunen mit eingeschränkter Isolation. Ein nicht atmungsaktiver Biwaksack ist für einen Daunenschlafsack also von vornherein absolut ungeeignet.

Ich selbst wähle mir lieber gleich einen Schlafsack mit wasserabweisendem Außenstoff fürs Biwakieren bei gutem Wetter und greife zu einem Zelt wenn Schlechtwetter aufzieht. Denn komfortabel ist eine Nacht bei Regen und Sturm im Biwaksack ohnehin nicht. Da spare ich mir das Gewicht eines atmungsaktiven Biwaksackes inzwischen und packe nur noch einen ultraleichten Notfall-Biwaksack ähnlich einer Rettungsfolie ein.

VBL – Dampfsperre

Ein VBL (Vapour Barrier Line) ist ein absolutes Spezialzubehör für einen Schlafsack und wird nur unter extremen Bedingungen als Schlafsack-Inlet benötigt. Wie der Name schon sagt sperrt ein VBL den körpereigenen Dampf vor dem Eindringen in den Schlafsack ab. Einsatzzweck sind vor allem lange Touren bei arktischen Temperaturen und Touren bei denen man den Schlafsack nicht regelmäßig gut auslüften und trocknen kann.

Packsack

Bei den meisten Schlafsäcken ist er von Haus dabei. Oft mit praktischen Kompressionsriemen damit der Schlafsack am Ende auch ins Schlafsackfach des Rucksackes passt. Meine Erfahrung – braucht es nicht, wiegt zu viel.

Um einen Schlafsack zu komprimieren reicht jeder leichte Packsack mit Rollverschluss. Die Kompressionsriemen wiegen nur unnötig. In der Regel verzichte ich inzwischen aber sogar komplett auf einen separaten Packsack für den Schlafsack. Stattdessen kommt der Schlafsack ganz unten in den Packliner und wird mit allem anderen darin dann fast wie von alleine komprimiert.

Aufbewahrungssack

Ein Schlafsack braucht Luft zum Atmen um sich im Einsatz noch entfalten zu können. Vor allem Daunenschlafsäcke müssen „offen“ gelagert werden. Eine komprimierte Lagerung würde die Daunen zu sehr beschädigen so dass sie dann auf Tour keinen Loft mehr entfalten würden. Bei Daunenschlafsäcken ist dafür aber meist ein Aufbewahrungssack im Lieferumfang enthalten. Einige Schlafsäcke haben auch Schlaufen am Fußende um den Schlafsack hängend lagern zu können.

Fazit Trekking-Schlafsack

Der Trekking-Schlafsack ist Teil der großen vier auf der Trekking-Packliste und mit das Wichtigste wenn es um einen guten Schlaf geht. Wer bei der Auswahl des Schlafsackes das Gewicht im Fokus hat sollte sich dennoch immer darüber bewusst sein dass Schlafkomfort immer vor Gewichtsreduzierung steht. Wer gut schläft hat die besten Voraussetzungen für einen schönen Tourentag.

DEN Schlafsack für alle Fälle gibt es zwar nicht, aber je nach Einsatzzweck findet sich immer der passende Schlafsack.

Grundsätzlich kann man sagen:

  • wem günstig wichtiger als Gewicht ist der greift besser zum Kunstfaserschlafsack
  • wem das Gewicht und das Schlafklima wichtiger als der Preis ist und bereit ist ein wenig auf seinen Schlafsack zu achten kann sich Daunenschlafsäcke ansehen

Beim Temperaturbereich nimmst Du am Besten immer die Komfortemperatur als Richtwert. Den Temperaturbereich erweitern kannst Du am einfachsten

  • wenn Du den Schlafsack einfach zur Decke öffnen kannst
  • oder wenn Du bei kalten Temperaturen eine weitere Isolationsschicht anziehst

Die verschiedenen Ausstattungsmerkmale sind individuell zu bewerten. Es ist am Ende Dein Schlafsack und ich hoffe mit diesem Artikel konnte ich ein wenig Licht ins Dunkel der verschiedenen Varianten und Ausstattungsmerkmale bringen.

Damit Dein Schlafsystem Dich aber wirklich warm hält solltest Du Dir aber auch Deine Isomatte bewusst auswählen!