Trekking-Kocher: Gas, Spiritus, Esbit, Holz oder Benzin?

Trekking-Kocher

Trekking-Kocher: Vor- und Nachteile von Gaskocher, Spirituskocher, Benzinkocher, Hobokocher und Esbit für Trekkingtouren. Wie Du den richtigen Kocher für Deine Touren findest.

Was macht einen guten Trekking-Kocher aus?

Wer draußen kochen will, braucht nicht nur Hitze – sondern ein durchdachtes System. In diesem Kapitel erfährst du, welche Kriterien wirklich wichtig sind, wenn du den passenden Kocher für deine Tour auswählst: von Brennstoffverfügbarkeit über Gewicht bis hin zur Sicherheit.

Was für die Auswahl des richtigen Kochers entscheidend ist:

  • Verfügbarkeit des Brennstoffes im Tourengebiet
  • Transportportmöglichkeit des Brennstoffes auf der Anreise
  • Gewicht des Kochsets
  • Brennstoffverbrauch
  • Temperatur-Einsatzbereich – nicht jeder Brennstoff ist für den Winter geeignet
  • Komfort (Handling, Rußentwicklung, Zündung)
  • Packvolumen
  • Preis
  • Sicherheit des Kochsets

In diesem Artikel findest Du zu den verschiedenen Kocherarten genau zu diesen Punkten die Vor- und Nachteile um Dir Deine eigene Suche nach dem richtigen Kocher zu erleichtern.

Was gehört zum Kochset?

Achte bei der Kocherwahl immer aufs gesamte Kochset – Kocher, Topf und Zubehör müssen zusammenpassen. Ein ultraleichter Brenner nützt nichts, wenn der große Topf wackelt, und ein schmaler Solotopf verschenkt bei manchen Kochern viel Wärme seitlich.

Ein Kochset besteht aus allem was Du zum Kochen verwendest:

  • Kocher
  • Topf mit Deckel
  • Anzünder (Feuerzeug, Piezo)
  • Topfgriff (teils fest am Topf)
  • Windschutz (optional)
  • Pfanne (optional)
  • Transportbeutel (optional)

Dazu kommt dann auch noch der Verbrauch:

  • Brennstoff
  • Brennstoffbehälter

Wenn du Gewicht sparen willst, lohnt es sich, das ganze Kochset und den Verbrauch im Blick zu haben – Wie ich bei meinem Trekking-Kochset 50% Gewicht eingespart habe

Sicherheit beim Kochen

So romantisch Kochen auf offenen Flammen auch ist – es birgt Risiken.

Kocher-Unfälle passieren leider immer wieder. Daher sollte Sicherheit beim Kochen immer vorgehen.

Grundlegende Sicherheitsaspekte beim Outdoor-Kochen:

  1. Achte auf sicheren Stand des Kochsets (Kocher mit Topf)
  2. Halte ausreichend Sicherheitsabstand zu brennenden Materialien
  3. Überprüfe Deinen Kocher vor jedem Einsatz kurz auf Schäden
  4. Lege Dir immer etwas als Löschdeckenersatz zurecht
  5. Sorge in der Apsis für genügend Abstand zum Zelt und für gute Belüftung
  6. Lasse Dir beim Kochen im Zelt immer eine Fluchtmöglichkeit offen (z.B. 2. Apside)
  7. Beachte die regionalen Feuerbestimmungen
  8. Betreibe, pflege und warte den Kocher bestimmungsgemäß

Das mag jetzt vielleicht alles übertrieben klingen, aber es gibt leider immer wieder Beispiele von Unfällen mit Kochern. So sind z.B. erst vor kurzem zwei Bergsteiger bei Schneefall wegen zu wenig Belüftung beim Kochen an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben: Erstickt im Zelt: Was ist passiert?

Von Gas bis Holz – welches Kochsystem passt zu dir?

Gaskocher, Spiritus, Esbit, Benzin oder Holz? Die Auswahl ist groß – und jede Kocherart bringt eigene Vor- und Nachteile mit.

Trekking-Kocher im Vergleich

Zum Einstieg in die verschiedenen Arten von Trekking-Kochern hier ein grober Überblick und Vergleich – und das auch gleich praxisorientiert für die Verwendung auf einer zweiwöchigen Tour mit 1,5l Heißwassererzeugung am Tag!

Kocherart Gewicht Packmaß Sicherheit Leistung Resupply Verbrauch Preis
Gaskocher ●●●●○ ●●●●○ ●●●●○ ●●●●● ●●●●○ ●●●●○ ●●●●○
Spirituskocher ●●●○○ ●●○○○ ●●○○○ ●●●○○ ●●●●● ●●○○○ ●●●○○
Benzinkocher ●●●○○ ●●●○○ ●●○○○ ●●●●○ ●●●●● ●●●○○ ●●○○○
Multifuel-Kocher ●●●○○ ●●●○○ ●●○○○ ●●●●○ ●●●●● ●●●○○ ●●○○○
Holzkocher ●●●●● ●●●●● ●●○○○ ●●●○○ ●●●○○ ●○○○○ ●●●●●
Esbitkocher ●●●○○ ●●●○○ ●●●○○ ●●○○○ ●●○○○ ●●○○○ ●●○○○
Reaktionskocher ●●○○○ ●●○○○ ●●●●● ●●○○○ ●○○○○ ●●○○○ ●○○○○
Bewertungsskala: Jeder Punkt „●“ steht für 1 von 5 möglichen Bewertungspunkten.

Bitte sehe die Tabelle nur als grobe Orientierung. Je nach Kochsystem und Tourlänge kann sich gerne auch mal ein genauerer Blick lohnen!

Erläuterungen:

  • Gewicht, Packmaß, Preis: jeweils mit Kocher + Brennstoff + Brennstoffbehälter
  • Resupply: Verfügbarkeit des Brennstoffes in Europa
  • Sicherheit: Regulierbarkeit, Zündung (Stichflammen), Hitze zum Boden, Nachbefüllung
  • Verbrauch: basierend auf dem Heizwert des Brennstoffes und der Effizienz der Kocherart

Da sich das Systemgewicht je nach individuellem Kochset schnell auch mal verändern kann, habe ich in den Trekking-Tools auch einen Brennstoffrechner für euch integriert.

Welcher Kocher eignet sich besonders für welche Tour?

Einsatzzweck / Szenario am besten geeignete Kocherarten
3-Jahreszeiten-Tour Gaskocher ✓
Spirituskocher ✓
Holzkocher (je nach Verfügbarkeit im Tourgebiet) ✓
Flugreisen
(Handgepäck, Transport)
Spirituskocher (ohne Brennstoff) ✓
Gaskocher (ohne Kartusche) ✓
Reaktionskocher (je nach Herstellerhinweisen) ✓
Waldbrandgefahr / Feuerverbot Reaktionskocher ✓
Nachversorgung unterwegs Gaskocher ✓
Spirituskocher ✓
Benzin / Multifuel ✓
Holzkocher (je nach Verfügbarkeit im Tourgebiet) ✓
Ultraleicht & Solo-Trekking Gaskocher ✓
Spirituskocher (DIY, für Kurztouren) ✓
Esbit (für Kurztrips) ✓
Kochen für Kleingruppe Schlauchkocher (Gas) ✓
Multifuelkocher ✓
Wintertour Benzinkocher ✓
Multifuelkocher ✓
Gaskocher mit Vorheizschleife ✓
Systemkocher mit Wintergas ✓

Die Trekkingkocher auf Tour – Funktionen und Grenzen

Jedes Kochsystem hat seine Eigenheiten: Wie funktioniert ein Multifuel-Kocher? Was macht Spiritus gefährlich – und wann hilft ein Schlauchkocher? Hier erfährst du, welche Funktionen und Eigenschaften die verschiedenen Trekkingkocher haben – und worauf du bei der Sicherheit achten solltest.

Gaskocher

Gaskocher für Schraubkartuschen sind beim Trekking weit verbeitet. Sie sind eine saubere und i.d.R. recht einfache Angelegenheit die kaum Pflegeaufwand erfordern. Um Gaskocher auch bei Temperaturen unter 0° betreiben zu können nutzt man am Besten einen Kocher mit Vorheizschleife und spezielles Wintergas.

Trekking-Gaskocher: Schlauch- und Aufschraubkocher

Trekking-Gaskocher: Schlauch- und Aufschraubkocher

Was für einen Gaskocher beim Trekking spricht

  • sauberer Betrieb ohne Ruß
  • Schraubkartuschen in Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet
  • Flammenleistung gut regulierbar
  • Transport ohne Gaskartusche im Flugzeug erlaubt
  • geringer Wartungsaufwand

Nachteile von Gaskochern

  • schwerer Brennstoffbehälter (Kartuschengewicht)
  • Bei Minusgraden nur mit speziellem Wintergas oder Vorheizschleife verwendbar
  • schlechte Verfügbarkeit von Schraubkartuschen in Südeuropa
  • Brennstoffmenge herstellerseitig nicht verbrauchsgerecht abfüllbar (oft trägt man mehr Gas als man braucht)
  • Abfall durch leere Kartuschen

Sicherheitsrisiken

  • austretendes Gas bevor der Kocher angezündet wird sammelt sich in der Apside und verpufft
  • beim Anschließen des Kochers entweichendes Gas entzündet sich durch „Nachbarkocher“ oder andere Feuerquelle
  • wenn der Kocher umkippt führt auslaufendes Gas zu einer Stichflamme

Außerdem gut zu wissen:

  • Angebrochene oder leere Gaskartuschen können auf eigenes Risiko bedarfsgerecht abgefüllt werden.
  • Achte beim Kocher auch aufs Flammenbild: Zum Wassererhitzen für Trekkingnahrung reicht eine kleine, zentrale Flamme. Zum richtigen Kochen besser ein breites Flammenbild wählen – sonst brennt die Mitte an, während der Rest kalt bleibt.
  • In Frankreich und Südeuropa sind Campingaz-Kartuschen / Bajonettkartuschen (z.B. CV 300+) weit verbreitet, auch für sie gibt es Gaskocher
  • Stechkartuschen-Kocher sind für mich nicht fürs Trekking geeignet. Sie sind sperrig, schwer und haben ein hohes Risiko für ungewollten Gasaustritt (z. B. im Rucksack).

Typische Gaskocher beim Trekking

Aufschraubkocher

Aufschraubkocher sind seit Jahren die Kocher meiner Wahl für Solo-Touren und Touren zu zweit. Sie sind einfach leicht, einfach zu bedienen und in meinen bevorzugten Tourgebieten wie z.B. Island, Norwegen und Deutschland sind Schraubkartuschen in aller Regel auch verfügbar.

Aufschraubkocher: Soto Windmaster, Primus Express, Robens Fire Midge, BRS-3000T

Aufschraubkocher: Soto Windmaster, Primus Express, Robens Fire Midge, BRS-3000T

Vorteile von Aufschraubkochern

  • leicht
  • kleines Packmaß
  • einfach zu bedienen
  • sicher einzusetzen
  • gut für das Kochen in der Apside geeignet

Nachteile von Aufschraubkochern

  • Windschutz schwer anzubringen
  • bei großen Töpfen schnell kipplig
  • kein Winterbetrieb mit Flüssiggas und Vorheizschlaufe möglich

Beispiele für Aufschraubkocher: Soto Windmaster, Robens Fire Midge, Soto Amicus

Aufschraubkocher sind für 1-2 Personen, je nach Bauart bis zu ca. 1,3l Topfvolumen, sehr gut geeignet.

Schlauchkocher

Bei einem Schlauchkocher wird der Kocher über einen Schlauch mit der Schraubkartusche verbunden. Dadurch kann der Kocher selbst niedrig und stabil stehen. Schlauchkocher mit Vorheizschlaufe können im Flüssiggasbetrieb betrieben werden um den Einsatzbereich bis in Minusgrade zu erweitern.

Kovea Spider

Schlauchkocher Kovea Spider

Vorteile von Schlauchkochern

  • stabiler Stand, auch für große Töpfe geeignet
  • mit Vorheizschlaufe auch für den Winter geeignet
  • einfache Bedienung
  • sicher einzusetzen
  • gut für das Kochen in der Apside geeignet

Nachteile von Schlauchkochern

  • schwerer als Aufschraubkocher
  • im Flüssiggasbetrieb nicht mehr ganz so leicht zu regulieren
  • je nach Bauart starke Wärmeabstrahlung zum Boden

Beispiele für Schlauchkocher: Soto Fusion Trek, Kovea Spider

Schlauchkocher eignen sich vor allem bei höherem Wasserbedarf, für mehrere Personen und mit Vorheizschlaufe für moderate Wintertouren.

Systemkocher

Ein Systemkocher ist ein kompaktes Outdoor-Kochsystem, bei dem der Kocher mit einem passgenauen Topf inklusive Windschutz und Wärmetauscher ein effizientes Gesamtsystem ergibt. Der Gasbrenner ist also direkt mit einem Wärmetauscher-Topf gekoppelt, wodurch Wärmeverluste minimiert und die Kochzeiten deutlich verkürzt werden. Die Zündung erfolgt je nach Modell manuell oder über einen integrierten Piezozünder.

Vorteile von Systemkochern

  • sehr effizient durch Wärmetauscher und Windschutz
  • schnelle Koch- und Aufheizzeiten
  • einfache Handhabung

Nachteile von Systemkochern

  • keine Flexibilität bei Topfgrößen (Systembindung)
  • hohe Anschaffungskosten im Vergleich zu einfachen Gaskochern
  • oft hohes Systemgewicht

Beispiele für Systemkocher: Lite+ Stove System, Jetboil, MSR Reactor

Tolle Kocher-Technik. Ob sich Mehrkosten und Systemgewicht für dich aber wirklich lohnen?

Spirituskocher

Spirituskocher sind sehr einfache Kocher ohne Verschleißteile die an sich sehr einfach handzuhaben sind wenn man sich an ein paar Grundregeln hält.

Zusätzlich ist Spiritus (Ethanol) in Mittel- und Nordeuropa sehr weit verbreitet und z.B. in Drogerien oder im Supermarkt erhältlich. Trotz des eigentlich eher geringen Heizwertes ist er also sehr weit verbreitet.

Warum viele einen Spirituskocher beim Trekking wählen

  • Spiritus ist in Mittel- und Nordeuropa sehr weit verbreitet
  • günstiger Brennstoff
  • ohne Brennstoff leicht im Flugzeug zu transportieren
  • robust und fast unzerstörbar da keine Verschleißteile
  • gut mit dem Topfständer und Topf abgestimmt sauber
  • geräuschloser Betrieb

Welche Nachteile ein Spirituskocher hat

  • unsicher – beim Umkippen des Kochers verläuft der brennende Spiritus sofort auf dem Boden
  • Flamme schlecht zu regulieren
  • Flamme oft kaum sichtbar (Sicherheitsrisiko)
  • leichtes Rußen (kann aber mit der Zugabe von ein wenig Wasser minimiert werden)
  • beim Einfüllen des Spiritus geht schnell etwas daneben
  • nicht für Minustemperaturen geeignet

Sicherheitsrisiken

  • Stichflamme beim Nachfüllen wenn der Kocher vorher nicht gelöscht wurde oder noch zu heiß ist
  • beim Einfüllen verschütteter Spiritus fängt Feuer
  • wenn ein Spirituskocher umkippt läuft und spritzt der brennende Spiritus aus, schlagartig brennt ein ganzer Spiritus-See
  • beim Anzünden entsteht oft zunächst eine sehr hohe Flamme bis er warm ist, in der Apside kann da schnell das Zelt Feuer fangen

Typische Spiritus-Kocher beim Trekking

Trangia / Sturmkocher

Der Trangia-Kocher ist noch der sicherste Spirituskocher den ich kenne. Bekannt als „Sturmkocher“ mit Ständer und Windschutz und mit Hilfe des Deckels leicht löschbar ist er für mich vor allem für Gruppen eine gute Option.

Der Brenner selbst ist auch separat oder in kleineres Sets erhältlich.

Trangia Mini

Der kleine Bruder des Sturmkochers: Trangia Mini

Der Trangia Mini hat es letztlich nicht auf meine Trekking-Packliste geschafft. Warum erfahrt ihr hier: Trangia Mini: Spirituskocher im Praxistest

Dosenkocher

Der wohl leichteste Trekking-Kocher ist ein Dosenkocher. Es gibt sie in verschiedenen Bauformen und Funktionsprinzipien und am Ende wiegen sie nur rund 10g. Wer mit den Nachteilen leben kann findet hier einen ultraleichten Selbstbau-Kocher.

Dosenkocher

verschiedene Dosenkocher

Warum Dosenkocher vor allem beim Ultraleicht-Trekking genutzt werden

  • ultraleicht
  • als Notfallkocher auch unterwegs herstellbar
  • kleines Packmaß

Nachteile von Dosenkochern

  • schwer zu löschen (ausblasen ist gefährlich da der Kocher so leicht ist dass er ggf. umkippt, zum Ersticken muss erst der Topfständer entfernt werden)
  • nicht zu regulieren
  • bis man den richtigen Kocher zum Topf gebaut hat können einige Versuche ins Land gehen

Wer mehr darüber wissen will warum ich keinen meiner selbst gebauten Dosenkocher empfehle: Dosenkocher: 3 Eigenbau-Spirituskocher im Vergleich (mit Anleitungen)

Benzinkocher

Benzinkocher sind für mich ein Nischenprodukt für niedrige Temperaturen. Zwar ist der Brennstoff fast überall erhältlich, aber er riecht eben auch immer nach Benzin. Abhilfe kann man schaffen wenn man Reinbenzin verwendet. Das aber gibt es wieder nicht überall zu kaufen…

Der größte Vorteil von Benzinkochern ist meines Erachtens die tiefe mögliche Betriebstemperatur. So eignen sich Benzinkocher auch für Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt.

Vorteile von Benzinkochern

  • für Minustemperaturen geeignet
  • Brennstoff fast überall erhältlich
  • große Heizleistung

Nachteile eines Benzinkochern beim Trekking

  • schwer
  • stinkt
  • laut
  • rußt (vor allem in der Vorheizphase)
  • hoher Pflegeaufwand (z.B. Prüfung der Dichtungen)
  • Flamme und Druck teils schwer zu kontrollieren, erfordert Übung
  • muss vorgeheizt werden (Benzin oder Brennpaste auftragen und anzünden)
  • Mindestmenge an vielen Tankstellen: 5l
  • großes Packmaß
  • muss vor dem Transport im Flugzeug sehr gut gereinigt werden

Sicherheitsrisiken

  • Stichflamme beim Übergang vom Vorheizen zum Regelbetrieb; Während dem Vorheizen steigt das zur Verfügung stehende Brennstoffgemisch an, das ist ja Sinn und Zweck der Sache. Dabei muss man aber den Brenner sehr gut dosieren. Macht man das nicht, gibt es eine Stichflamme.
  • Verschüttetes Benzin entzündet sich; vor allem wenn man zum Vorheizen Benzin in den Brenner gibt geht schnell etwas daneben
  • spritzende Benzintropfen aus Leckagen entzünden sich; schlecht gewartete oder montierte Benzinkocher können undicht sein, der hohe Druck im System presst Benzintropfen durch die Dichtungen

Multifuel-Kocher

Die eierlegende Wollmilchsau unter dern Trekking-Kochern ist ein Multifuel-Kocher. Fast überall auf der Welt und bei verschiedensten Temperaturen kann er eingesetzt werden. Schließlich verbrennt er eben ganz dem Namen entsprechend verschiedenste flüssige Brennstoffe, eine davon sollte sich vor Ort ja finden lassen. Dabei sollte man sich aber mit der Benutzung des Kochers gut auskennen. Ist also nichts für die Gelegenheitsnutzung.

Vorteile von Multifuelkochern

  • Multifuel – brennt mit Benzin, Reinbenzin, Spiritus, Flüssiggas,…
  • Allrounder für verschiedene Regionen, Brennstoffe, Temperaturen

Nachteile von Multifuelkochern

  • schwer
  • Wartungsaufwand
  • großes Packmaß
  • erfordern Know-How in der Benutzung, verzeihen keine Fehler
  • müssen vor dem Transport im Flugzeug sehr gut gereinigt werden

Beispiele für Multifuel-Kocher: Primus OmniFuel, MSR WhisperLite, Optimus Polaris Optifuel

Multifuel-Kocher bieten die größtmögliche Brennstoff-Flexibilität, wiegen aber schwer und erfordern Erfahrung und Pflege.

Holzkocher

Holzkocher ermöglichen unabhängiges Kochen ohne mitgebrachte Brennstoffe – immer dort, wo auch wirklich Holz verfügbar ist, keine Brandgefahr besteht und das Sammeln erlaubt ist.

Vorteile von Holzkochern

  • Brennstoff muss nicht mitgetragen werden, daher im Gesamtgewicht des Kochsets leicht
  • solange Brennstoff natürlich vorhanden ist keine Abhängigkeit von Geschäften
  • Kochen auf richtigem Feuer hat einfach was…

Nachteile von Holzkochern

  • Brennstoffverfügbarkeit nicht überall gegeben
  • Funkenflug (Waldbrandgefahr)
  • starke Wärmeabstrahlung zum Boden
  • Ruß am Topf und Kocher – unbedingt gut für Transport zu verpacken
  • nicht in Apside verwendbar

Ideal für Feuerfans und Gewichtssparer – vorausgesetzt, es gibt Holz und keine Brandgefahr.

Sicherheitsrisiken

  • Funkenflug und Bodenerhitzung, damit einhergehend (Wald-) Brandgefahr; daher gerade im Sommer in vielen Regionen kaum sicher nutzbar
  • Verbrennungen; der Topf wird durch außen am Topf hochschlagende Flammen sehr heiß und am Ende greift man durch Flammen an den heißen Topf. (Ein separater Topfhalter bleibt zwar kühl, ist aber oft nicht formschlüssig genug; sicher bin ich nicht der Einzige der mit so einem Halter schonmal einen Topfinhalt verschüttet hat…)

Holzvergaser- und Hobokocher im Detail

Hobokocher

Ein Hobokocher ist ein Kocher nach dem Kaminprinzip für Holz bzw. feste Brennstoffe. Vielleicht kennt ihr ja die Anzündkamine für Holzkohlegrills. Das Prinzip ist hier das gleiche. Bei einem Durchmesser von ca. 10-15cm hat ein Hobokocher eine Brennkammer, durch den Kamineffekt mit hoher Luftzufuhr brennt selbst feuchtes Brennmaterial schnell. Den Topf stellt man direkt auf den Hobokocher, Ruß am Topf ist also garantiert.

Oft besteht er einfach aus leichten Metallscheiben die zusammengesteckt- oder gefaltet werden. Alternativ gibt es viele MYOG-Anleitungen für Hobokocher aus einem Besteckbecher (Ikea-Hobo) oder einer großen Konservendose (Hobo Ofen selbst gebaut). Als Brennstoff werden kleine Äste, Reisig oder andere kleine Brennstoffe verwendet so dass man in vielen Gebieten mit ihm autark unterwegs sein kann.

Was für einen Hobokocher spricht

  • ultraleicht
  • kleines Packmaß
  • Kocher leicht zu reinigen (einfach ausklopfen)

Was nicht für Hobokocher spricht

  • verbrannte Finger beim Topfhandling (besser einen Topf mit langem Griff oder Henkel verwenden)
  • herausfallende Glut (Waldbrandgefahr)

Robust, simpel und leicht – der Hobokocher ist ideal für alle, die mit Holz kochen und dabei aufs Wesentliche setzen.

Holzvergaser-Kocher

Kompakt, leicht und effizient – der Holzvergaser-Kocher verbrennt trockenes Holz fast rauchfrei. Er erhitzt das Holz so, dass die entstehenden Gase in einer zweiten Verbrennung nahezu rückstandsfrei verbrannt werden. Perfekt für lange Touren ohne Brennstoffballast, solange es Holz vor Ort gibt.

Holzvergaser-Kocher

Holzvergaser-Kocher

Vorteile eines Holzvergaser-Kochers

  • (nahezu) rauchfrei, wenig Ruß
  • kostet in der MYOG-Variante nur ein wenig Zeit
  • wenig Funkenflug, zentrierte Flamme
  • weniger Holzverbrauch als bei offenen Hobos

Nachteile eines Holvergaser-Kochers

  • MYOG-Variante rostet über kurz oder lang
  • häufiges Nachlegen nötig
  • großes Packmaß

Ein Holzvergaser-Kocher ist ideal für alle, die mit Holz leicht und effizient kochen wollen. Hier findest Du eine Anleitung zum Eigenbau: Holzvergaser-Kocher: für 0€ rauchfrei auf Feuer kochen?

Esbitkocher

Esbit ist ein Trockenbrennstoff aus Urotropin, was man sich als eine Art trockenen Spiritus vorstellen kann. Oft wird ein Esbitkocher mit dem faltbarem Taschenkocher des Herstellers gleichgesetzt, es gibt aber gerade in der Ultraleicht-Szene inzwischen auch einige praktikablere Lösungen. Hauptnachteil des Originals ist der Klappmechanismus der den Topf nicht immer stabil trägt.

Esbit-Kocher Titan

Ultraleichter Esbit-Kocher

Vorteile von Esbitkochern

  • Brennstoff leicht zu transportieren
  • verbrennt nach dem Anzünden immer in der gleichen Intensität
  • günstig
  • kleines Packmaß
  • ermöglicht für kurze Touren ein sehr leichtes Kochset

Nachteile von Esbitkochern

  • stinkt und rußt
  • feuchtigkeitsempfindlich
  • Brennstoff nur im Fachhandel zu erhalten, im Ausland kaum erhältlich
  • Tabletten i.d.R. komplett zu verbrauchen
  • sehr windanfällig
  • sehr lange Kochzeit

Mein eigenes Esbit-Kochset mit dem ultraleichten Esbit-Titan-Kocher und Brennstoff für 4 Mahlzeiten wiegt gerade mal 162g. Für kurze ultraleichte Touren ist Esbit also auch heute noch eine echte Alternative – wenn nur der sich überall festsetzende Geruch nicht wäre…

Mehr über Esbit und den Titan-Kocher: Esbit-Kocher Titan: 13g Ultraleicht-Kocher im Praxistest

Reaktionskocher – Kochen ohne Flamme

Wie bitte? Kochen ohne Feuer, ohne Flamme? Geht! Wer sich an seinen Chemieunterricht erinnert (egal ob euch das nun Spaß gemacht hat oder nicht), wird feststellen dass da bei manchem Experiment ganz schön Wärme erzeugt wurde.

Barocook Mug (Becher) mit Hitzepad

Barocook Mug (Becher) mit Hitzepad

Und genau das ist es was sich Reaktionskocher zu Nutze machen. In Verbindung mit Wasser erzeugen die thermischen Kissen Hitze die zur Zubereitung einiger Gerichte ausreicht. Auf jeden Fall reicht es um heißes Wasser für Trekkingnahrung zu erhitzen. Die Kehrseite der Medaille – das Gesamtsystem ist relativ schwer. Wenn aber andere Kocher, z.B. wegen Waldbrandgefahr, nicht zum Einsatz kommen können eine schöne Alternative.

Was für Reaktionskocher spricht

  • Warmes Essen auch bei Waldbrandgefahr
  • kein Anbrennen – Dampfgaren im Kleinen
  • Transport lt. Hersteller auch im Flugzeug möglich

Was gegen Reaktionskocher spricht

  • Hitzepads nur im Spezialhandel (Versand) erhältlich
  • je Mahlzeit ein Hitzepack (Müll)
  • teurer Brennstoff
  • zusätzlicher Wasserbedarf für das Wärmebad
  • Gesamtsystem im Verhältnis schwer (Barocook)
  • Heating Pads nicht unbegrenzt haltbar

Beispiele für Hitzepad-Systeme: Barocook-System, Zipper-Bags mit Heating Pads von Tactical Foodpack oder Adventure Menu

Kochsysteme mit Hitzepads sind ideal, wenn offene Flammen verboten sind und genug Wasser vorhanden ist.

Welcher Kocher ist leichter? Gas vs. Spiritus, vs. …?

Gewicht ist nicht gleich Gewicht: Beim Trekking zählt das ganze Kochsystem aus Kochset, Brennstoffbehälter und Verbrauch. Welcher Kocher ist insgesamt wirklich leicht?

Wie viel Brennstoff brauche ich pro Tag beim Trekking?

Vergleicht man allein die Heizwerte, liefern Gas und Benzin mit Abstand die meiste Energie. Der tatsächliche Verbrauch hängt am Ende aber auch von der Effizienz des Kochsets, den Umgebungsbedingungen und der Wassertemperatur ab.

Als Faustformel kannst du für einen Liter Heißwasser annehmen:

Brennstoffverbrauch zum Erhitzen von 1 l Wasser
Brennstoff Typischer Verbrauch / l Anmerkung
Gas (Butan/Propan) 8–15 g sehr effizient, einfache Handhabung
Spiritus 25–40 g (≈ 32–51 ml) leise, aber deutlich langsamer
Esbit 28 g (mind. 2 Tabletten) leicht & kompakt, starker Geruch
Benzin (Reinbenzin) 9–16 g  (≈ 12–22 ml) gut bei Kälte/Höhe
Holz (trockene Äste) 120–180 g abhängig von Kocher, Holzart & Feuchte

Du willst es noch genauer wissen? Teste dein eigenes Kochset einfach draußen 2-3x mit kaltem (!) Wasser aus um ein besser Gefühl zu bekommen!

Leichtes Trekking-Kochset für 2 Personen

Für ein leichtes Trekking-Kochset für 2 Personen gehe ich mit allen Kochern von einem 1,3l-Topf und der Zubereitung von Fertiggerichten aus. Über den Tag verteilt benötigen wir 1,5l Heißwasser und weiteren Brennstoff um die Gerichte auf mittlerer Hitze garzukochen.

Brennstoff-Vergleich 10 Tage 1,5l/Tag

Brennstoff/Kochset-Vergleich 10 Tage 1,5l/Tag, inkl. 8min köcheln und 20% Sicherheit

In diesem Vergleich liegt der leichte Hobokocher klar vorne. Der Sprituskocher ist zu Beginn am schwersten, bei Gaskochern wiegen vor allem die Kartuschen selbst schwer.

Im Kochset mit eingerechnet sind Kocher, Topf, Windschutz, Zündung und Transportbeutel; im Verbrauch sind Brennstoff und Brennstoffbehälter enthalten. Der Esbit-Kocher ist zur Information noch mit dabei, er eignet sich m.E. aber wegen der geringen Füllmenge nicht für 2 Personen.

Im mittleren Gesamtgewicht schenken sich Gas- und Spirituskocher nicht viel. Je nach Kochset, Tourdauer und Wasserbedarf kann die Bilanz aber schnell ganz anders aussehen.

Trekking-Kochset für Solo-Touren

Hier noch ein Beispiel für eine sparsame Solo-Tour mit nur 500ml/d Heißwasser-Bedarf für richtige Trekkingnahrung – also ohne lange Kochzeit:

Kochset-Vergleich für 10 Tage und 500 ml Heißwasser am Tag

Kochset-Vergleich für 10 Tage und 500 ml Heißwasser am Tag

Auch hier ein ähnliches Bild: Der Holzkocher liegt vorne, Gas- und Spirituskocher liegen im Mittel nahezu gleichauf. Mit MYOG-Dosenkocher und -Zubehör kann Spiritus noch leichter ausfallen.

Für viele Brennstoffe gibt es leichte Kochsets – wichtiger für mich: die Verfügbarkeit des Brennstoffs, der Kochkomfort und der sichere Einsatz des Kochers.

Brennstoff sparen beim Trekkingkocher: 10 Tipps

Beim Trekking zählt jedes Gramm um die Packliste zu entlasten. – Wer clever kocht, spart Gewicht im Rucksack sowie Zeit und Nerven für die Nachversorgung unterwegs. Mit diesen Tipps holst du je nach Zutaten das Maximum aus deinem Trekkingkocher heraus – egal ob mit Gas oder Spiritus:

  1. Gerichte mit kurzer Garzeit wählen – siehe Trekkingnahrung.
  2. Frische Lebensmittel klein schneiden – kleinere Stücke garen schneller.
  3. Nur benötigte Wassermenge erhitzen – sonst gießen wir am Ende Brennstoff mit ab.
  4. Passende Topfgröße wählen – vermeidet Energieverschwendung.
  5. Nahrungsmittel ins kalte Wasser geben – Nudeln, Reis & Co. beim Aufheizen mitgaren lassen.
  6. Windschutz nutzen – schon leichter Wind verlängert die Kochzeit.
  7. Flamme anpassen – erst passend zum Topfboden aufheizen, dann reduzieren.
  8. Nicht sprudelnd kochen – für vieles reicht heißes, nicht kochendes Wasser.
  9. Topfdeckel drauflassen – verhindert Energieverlust, Wasser kocht schneller.
  10. Nachgaren im Pot Cozy (Kochsack) – kurz erhitzen, dann isoliert fertig garen.

Im Artikel Trekkingnahrung: So isst du unterwegs leicht, günstig und lecker findest du viele Anregungen – egal ob du auf Outdoorverpflegung setzt oder preiswert im Supermarkt einkaufst.

Der beste Trekking-Kocher? Mein Fazit

Ob Wintertour oder Ultraleicht-Trekking, Flugreise oder Feuerverbot – am Ende zählt, was zu deiner Route und deinem Kochstil passt.

Die einfachsten Allrounder fürs Trekking in Europa sind für mich Gaskocher mit Schraubgewinde.

Sie sind leicht, sauber, günstig, einfach zu bedienen und die Kartuschen sind in Mittel- und Nordeuropa überall erhältlich.

Für Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes kommt ein Gaskocher mit Vorheizschlaufe und speziellem Wintergas oder ein Benzinkocher in Frage.

Wer ultraleicht kochen will wird bei Hobokocher und Spiritus fündig, muss dafür aber entsprechend in der Handhabung etwas mehr aufpassen. Für kurze Touren oder als Notfallkocher ist ein Esbitkocher auch heute noch eine echte Alternative

Wenn du dich zwischen verschiedenen Kochsets entscheiden willst, kannst du mit dem Brennstoffrechner der Trekking-Tools das Gesamtgewicht für deine eigene Tour vergleichen.