Trangia Mini: Spirituskocher im Praxistest

Trangia Mini

Der Trangia Mini ist der kleine Bruder des bekannten Trangia Sturmkochers. Der Name ist Programm, im Verhältnis zum großen Bruder ist er „Mini“. Ihr erfahrt hier was der Trangia Mini im Praxiseinsatz taugt und wo seine Grenzen sind.

Lieferumfang

Der Trangia Mini kommt als ein aufeinander abgestimmtes Aluminium-Kochsystem mit einem Gesamtgewicht von  352g (nachgewogen, Herstellerangabe 330g)

Lieferumfang des Trangia Mini Spirituskochers

Lieferumfang des Trangia Mini Spirituskochers

  • Trangia-Brenner – 115g
  • Alu-Topf (800ml) – 92g
  • Pfanne (Non-Stick, ∅ 150mm) – 74g
  • Topfhalter/Zange – 20g
  • Windschutz-Untergestell (Alu) – 51g
  • Packmaß: Ø 150 x 67 mm

Trangia Mini im Praxiseinsatz

Da ich i.d.R. unterwegs nur heißes Wasser benötige habe ich den Trangia Mini für die übliche Menge von 400ml Wasser (bei 21° Außentemperatur, ohne Wind) ausprobiert:

  • Zeit bis zum Kochen: 8:10 min
  • Spiritus-Verbrauch: 13g ≈ 33g/l

Zusätzlich hat mich interessiert wie viel Spritus man direkt im Brenner mitnehmen kann. Vielleicht kann man sich für Kurztrips ja sogar eine separate Brennstoffflasche sparen? Hier das Ergebnis:

  • Füllmenge: 80g

Das reicht also für ca. 5 x 400ml heißes Wasser und damit für ein verlängertes Wochenende. Dennoch liegt der Trangia Mini damit deutlich über dem Gesamtgewicht meines leichtesten Gaskocher-Kochsets und eines selbstgebauten Dosenkocher-Kochsets.

Pros:

  • in sich stimmiges System (Topfhalter passt genau in Falz des Topfes, Pfanne auf den Topf)
  • bewährtes, langlebiges System
  • Brenner dient auch als Spiritus-Speicher (max. 80g)
  • Deckel zum Löschen
  • Non-Stick-Pfanne für kulinarische Hochgenüsse auf Tour
  • Gleichmäßiges Flammenbild unter dem ganzen Topf-/Pfannenboden (wichtig wenn „richtig“ gekocht werden soll)
  • stabiler Stand

Cons:

  • hohe Flamme (Kochen in der Apsis?!)
  • schwer
  • hoher Verbrauch (im Vergleich zu manchen Dosenkochern)
  • instabile Zange (leerer Topf und Pfanne gehen, mit Füllung grenzwertig)
  • Deckel zum Löschen schwer auf den Brenner zu bringen, der Windschutz ist schlicht im Weg
  • Entleeren des Brenners nicht ohne Kleckern möglich (durch den Verschluss aber auch nicht nötig)

Trangia Mini: Fazit

Das Trekking-Kochset „Trangia Mini“ ist ein in sich gutes und stimmiges System, die Einzelteile passen perfekt zusammen. Die Flamme bleibt wie es sein soll unter dem Topf wobei dabei der Spiritusverbrauch mit 13g für 400ml etwas hoch ausfällt. Auf kurzen Touren reicht der Spiritusvorrat im Brenner für 2-3 Tage locker aus.

Als Gesamtsystem hat er aber bei meinen Einsatzzweck für dehydrierte Trekkingnahrung keine Vorteile gegenüber meinem selbstgebautem Dosenkocher-Kochset oder meinem Gas-Kochset. Damit hat es der Trangia Mini leider nicht auf meine Trekking-Packliste geschafft.

Für Paddeltouren könnte er aber zum Einsatz kommen – hier kommt es am Ende nicht ganz so sehr auf das Gewicht an, das Set eignet sich Dank breiter Flamme zum „richtig“ kochen und die großflächig erhitzbare Pfanne eröffnet schon verlockende Möglichkeiten…