Mit weniger als weniger als 4 kg Basisgewicht ohne Komfortverzicht auf Hüttentour? Hier meine leichte Hüttentour-Packliste mit Packtipps, Erfahrungen und Tipps wie ich sie selbst verwende.
Weniger ist mehr!
Gerade In den Bergen spürst Du jedes Gramm Ausrüstung. Dabei willst Du Dich ja gar nicht schinden sondern einfach nur eine schöne Tour haben, die atemberaubenden Aussichten genießen und den Abend gemütlich auf der Hütte ausklingen lassen.
Damit das sprichwörtlich mit Leichtigkeit klappt ist der wichtigste Tipp beim Packen so viel wie möglich wegzulassen.
Stelle Dir einfach bei jedem Teil das in Deinen Rucksack wandert zwei Fragen:
- Kann ich das Weglassen?
- Wenn ich es wirklich brauche – was wäre die leichteste Variante dafür?
Dabei muß das noch nichtmal viel Geld kosten. Schließlich kostet dich weglassen nichts und auch die leichten Alternativen müssen keine Unsummen verschlingen.
Aber bitte optimiere Deine Hüttentour-Packliste nicht auf Kosten der Sicherheit – dein Erste-Hilfe-Set wirst Du hoffentlich nie benötigen, aber streiche es deshalb bitte nicht von Deiner Hüttentour-Packliste.
Packliste Hüttentour
Mein aktuelles Basisgewicht für eine Hüttentour beträgt 3.643g. Mit Verpflegung wie Frühstück und Snacks für 5 Tage macht das insgesamt maximal 6.643 g. Wenn ich da an meine erste Alpenüberquerung von München nach Venedig denke… mehr als 18kg inkl. Zeltausrüstung. Bei dem jetzigen Ausrüstungsgewicht macht Bergwandern wirklich Spaß und die Gelenke sind sehr dankbar dafür. Am Ende hat man mehr Energie für die Tour!
Wie ich das geschafft habe erfährst Du in den nächsten Absätzen.
Bekleidung
Fast die gleiche Bekleidung wie auf einer Trekkingtour mit Zelt, die Trekking-Packliste habe ich hier vorgestellt, packe ich ein wenn es von Hütte zu Hütte geht. Nur bei der Regenjacke darf es wegen dem deutlich niedrigerem Rucksackgewicht eine noch leichtere Jacke sein, die nur 220g leichte Marmot Mica Hardshell. Das Modell ist aber längst nicht mehr auf dem Markt. Ähnlich sind z.B. die Jacken Outdoor Research Helium II Jacket (180g) oder die Haglöfs L.I.M III Jacket (225g).
Bekleidung | Anzahl | Gesamtgewicht [g] |
---|---|---|
Socken Falke TK2 | 2 | 134 |
Unterhose Merino | 2 | 90 |
Daunenjacke Cumulus | 1 | 330 |
Shirt Merino | 1 | 127 |
Berghaus Regenhose Paclite | 1 | 186 |
Hose Fjällräven, Zip | 1 | 320 |
Marmot Mica Hardshell | 1 | 220 |
Head Schlauchtuch | 1 | 57 |
Leki Handschuhe | 1 | 66 |
Summe | 1.530 |
Elektronik
Auch auf einer Hüttentour verzichte ich auf Powerbank und Ladegeräte ohne etwas zu vermissen. Das Handy bleibt ausgeschaltet und wird nur in Notfällen oder zur Reservierung der nächsten Übernachtung genutzt. Die Powerbank nehme ich nur mit, wenn ich vorhabe längere Strecken mit der Wander-App Locus Map 3 Classic zur Orientierung als Kartenersatz zu verwenden. Solange aber die geplante Hüttentour leicht auf eine Wanderkarte passt ist die Papierkarte sogar leichter. Als Backup nehme ich in den Bergen aber ohnehin immer auch eine Papierkarte mit. Wenn man sich die Wanderkarte selbst druckt, dann passt auch gleich der Ausschnitt perfekt zur Tour.
Als Lampe reicht die Petzl e-LITE oder auch die Petzl Bindi. Wirkliche Notlichter, mehr nicht. Auf einer Hüttentour sind wir ja ohnehin fast ausschließlich bei Tageslicht unterwegs. Wenn man seine Etappen so legt, dass man gegen 16:00 Uhr sein Tagesziel erreicht ist auch noch genug Puffer wenn es mal länger dauert.
Bei der Kamera habe ich mich für eine Kompaktkamera mit einem großem 1″-Sensor entschieden. Gerade in den Bergen war mein Umstieg von einer schweren DSLR-Ausrüstung auf die kleine und leichte Kompakte Sony RX100 III im Nachhinein genau die richtige Entscheidung.
Elektronik | Anzahl | Gesamtgewicht [g] |
---|---|---|
Kamera Sony RX100 III | 1 | 263 |
Kameratasche Lowepro Apex 30 AW | 1 | 49 |
Akku Sony RX100 III, inkl. Dose | 1 | 31 |
Stirnlampe Petzl Bindi | 1 | 35 |
Z1 Compact Handy | 1 | 137 |
Summe | 515 |
Rucksack
Lange Zeit hatte ich in den Bergen auf den Deuter Futura 42 gesetzt. Ein toller Rucksack, aber mit der Zeit wurde er mir zu groß und im Vergleich auch zu schwer. Zusätzlich wollte ich endlich eine gute Lösung für eine Trinkblase (nicht im Rucksack sondern zum Befüllen von außen zugänglich) und für die Stöcke bei drahtseilgesicherten Passagen.
Wenn Du mehr über die Auswahl eines Trekkingrucksackes wissen willst: Trekkingrucksack: Wie Du den richtigen Rucksack findest
Fündig wurde ich beim Osprey Talon 22. Ich war erst skeptisch ob die 22l wirklich ausreichen. Er reicht zumindest für kurze Touren aus und trägt sich dabei auch noch sehr gut. Für längere Touren und Alpenüberquerungen greife ich aber zum Deuter Speed Lite 32. Auch in Zeiten von Corona in denen man einen eigenen Schlafsack braucht ist sicher ein Rucksack mit ca. 30l Packvolumen besser geeignet.
Rucksack | Anzahl | Gesamtgewicht [g] |
---|---|---|
1l Ziplock | 2 | 12 |
Rucksackliner Folie | 1 | 20 |
Osprey Talon 22 | 1 | 760 |
Summe | 792 |
Kochen
Kochen ist hier eigentlich schon zu hoch gegriffen. Für das Frühstück mit Müsli und Milchpulver braucht es nicht viel. Ein Berghaferl und einen Kunststofflöffel. Das war es schon! Für den Wassertransport kann ich jetzt ein Trinksystem nutzen. Bisher haben es auch 2 Standard 1l PET-Flaschen mit je 67g getan.
Noch leichter ginge es sicher mit der Platypus Water Bottle (2 Flaschen á 24g). Ich habe allerdings festgestellt dass ich regelmäßiger trinke wenn ich ein Trinksystem mit Schlauch nutze als wenn die Flasche erst aus dem Rucksack geholt werden muss. Gerade wenn Du alleine unterwegs bist hilft Dir ein Trinksystem häufiger zu trinken. Wer schon einmal zu wenig am Berg getrunken hat weiß das sicher zu schätzen.
Kochen | Anzahl | Gesamtgewicht [g] |
---|---|---|
Löffel aus Lexan | 1 | 11 |
Berghaferl | 1 | 35 |
Source Widepack 2l Trinksysem | 1 | 110 |
Summe | 156 |
Schlafen
Die Ausrüstung fürs Schlafen ist der größte Unterschied im Gewicht zu einer klassischen Trekkingtour mit Zelt. Statt 3.118g sind es nur 229g. Und hier ist schon ein Notfallbiwaksack, der auch gleich die Rettungsdecke ersetzt, mit dabei.
Mit dem Hüttenschlafsack aus Seide und den auf den Hütten vorhandenen Decken ist man allemal gut ausgestattet. Wer die Decken in Hütten meiden will (oder in Corona-Zeiten muss) sollte nach einem leichten Sommer-Daunenschlafsack Ausschau halten. In dem Fall dürfte es dann aber auf jeden Fall einen etwas größeren Rucksack wie den Speed Lite 32 brauchen.
Schlafen | Anzahl | Gesamtgewicht [g] |
---|---|---|
Biwaksack Ultralight | 1 | 108 |
Frilufts Seideninlet | 1 | 121 |
Summe | 229 |
Sonstiges
Manch einer packt gerade am Anfang viel zu viel unnützen Kleinkram auf seine Hüttentour-Packliste. Da wiegt dann der Waschbeutel gerne mal mehr als ein halbes Kilo. Mit abgefüllter Outdoor-Seife, Denttabs und einem kleinen Mikrofaser-Handtuch sparen wir uns gleich mehrere hundert Gramm.
Auf den meisten Hütten gibt es ausreichend Hüttenschuhe. Seitdem ich aber auf dem Traumpfad München-Venedig gleich mehrere Hütten ohne vorrätige Hüttenschuhe kennenlernen durfte nehme ich immer eigene Hüttenschuhe mit. Um Gewicht zu sparen packe ich aber nur ganz einfache Leichtschlappen wie man sie z.B. in Hotels oft erhält ein.
Wenn vereiste Restschneefelder zu erwarten sind finden noch Snowline Chainson Light (230g) ihren Weg auf die Packliste – eine Art Schneeketten für Wanderschuhe. Sie sind aber wirklich nur ein leichter Notbehelf.
Sonstiges | Anzahl | Gesamtgewicht [g] |
---|---|---|
Hüttenschuhe | 1 | 96 |
Erste-Hilfe Set | 1 | 45 |
Geldbeutel (Zip-Lock inkl. Inhalt) | 1 | 25 |
Papiertaschentücher 10 St. | 1 | 35 |
Packtowl - UltraLite M | 1 | 22 |
Waschzeug inkl. Sonnencreme | 1 | 102 |
Schlüssel (Auto + Haustür) | 1 | 75 |
Ohrstöpsel | 1 | 1 |
Wanderkarte gedruckt (4xA4) | 1 | 20 |
Summe | 421 |
Verbrauch
Während ich das Abendessen auf der Hütte kaufe nehme ich mir für das Frühstück selbst Müsli und Milchpulver mit. Es ist nahrhaft und ich kann so weit vor den anderen Hüttengästen losgehen und den Morgen in den Bergen genießen. Tagsüber verpflege ich mich dann meist mit Müsliriegeln und Nüssen. Ich nehme immer 2 Liter Wasser mit. Sobald es eine Möglichkeit gibt nachzufüllen wird auch nachgefüllt. Es gibt nichts Schlimmeres als bei großer Hitze am Berg zu dehydrieren. Dieses Gewicht nehme ich gerne in Kauf!
Verbrauch | Anzahl | Gesamtgewicht [g] |
---|---|---|
Wasser 1l | 2 | 2.000 |
200g Lebensmittel / Tag | 7 | 1000 |
Summe | 3.000 |
Am Körper
Auch am Körper trage ich fast das gleiche wie bei einer klassischen Trekkingtour. Kurz zusammengefasst: B/C Bergstiefel mit stabilen Sohlen, Geröllschutz und hohem Schaft, ein leichte und schnell trocknende kurze Hose und ein Merino-Shirt. Für Sonnentage einen Sonnenschutz nicht vergessen! Dazu dann noch eine Outdoor-Uhr mit Höhenmesser.
am Körper | Anzahl | Gesamtgewicht [g] |
---|---|---|
Socken Falke TK2 | 1 | 67 |
Unterhose Merino | 1 | 45 |
Shirt Merino | 1 | 127 |
Kurze Hose | 1 | 195 |
Schuhe Meindl Island (8 ½) | 1 | 1760 |
Trekkingstöcke Black Diamond - Trail | 1 | 490 |
Garmin Instinct Solar (Uhr) | 1 | 61 |
Sonnenschutz (Hut) | 1 | 44 |
Summe | 2.795 |
Fazit: Basisgewicht < 4kg ist leicht machbar!
Gerade auf den ersten Touren nimmt man gerne viel zu viel Ausrüstung mit auf eine Hüttentour. Aber schon mit wenigen Überlegungen was man wirklich braucht schrumpft das Ausrüstungsgewicht zusammen ohne dass man wirklich auf etwas wichtiges verzichten müsste.
Deine eigene Packliste kannst Du ganz einfach mit den Trekking-Tools anlegen. Ich verspreche Dir, wenn Du erstmal anfängst selbst deine Ausrüstung abzuwiegen und einzutragen wirst Du gleich nochmal einige Gewichtstreiber aussortieren.
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