Deuter Speed Lite 32 im Praxistest

Deuter Speed Lite 32

Was kann der Deuter Speed Lite 32? Auf Hüttentouren, beim Ultraleicht-Trekking und beim Wandern musste sich Deuters Leicht-Rucksack beweisen.

Es ist ja nicht so als hätte ich keinen Rucksack. Aber für lange Hüttentouren und Alpenüberquerungen fehlte mir irgendwie ein zeitgemäß leichter Rucksack. Schließlich bringt mein mehr als 10 Jahre alter Deuter Futura 42 immerhin stolze 1.900g auf die Waage (entspricht 45,3 g/l) und ist zudem für meine heutige Ausrüstung einfach viel zu groß. Nach langem sondieren des Marktes habe ich mich dann für den Deuter Speed Lite 32 entschieden.

Technische Daten

  • Gewicht: 860g (nachgewogen)
  • Volumen: 32l
  • Außenmaße: 66 x 28 x 22 cm (H x B x T)
  • Ausführung: Toploader
  • Gewicht pro Liter Volumen: 27,2g/l

Ausstattung

  • Deckelfach
  • Trinksystemvorbereitung (bis 3l)
  • Schlüsselhalter
  • Daisy-Chains
  • Stockhalterung
  • Hüftgurt-Taschen
  • Netz-Seitentaschen
  • Front-Außenfach
  • Stretch-Innenfach (z.B. für Wasserblase)
  • Deckel-Innenfach
  • Sonnenbrillenhalterung
  • Pickelhalterung
  • SOS-Label
  • Lageriemen, Hüftgurte und Brustgurt verstellbar
  • koppelbare Kompressionsriemen

Erfahrungen im Einsatz als…

Tourenrucksack

Als Tourenrucksack kommt der Speed Lite 32 bei mir auf Hüttentouren und bei Alpenüberquerungen mit und ohne Zelt zum Einsatz. Gerade auf längeren Touren war der Osprey Talon 22 dann doch ein wenig zu klein und auf Alpenüberquerungen will ich den Komfort eines eigenen leichten Schlafsackes nicht missen.

Die schlanke Form und der körpernahe Sitz des Speed Lite sind genau richtig wenn es in die Berge geht. Im Gegenzug hat er natürlich durch seinen enganliegenden Schaumrücken nicht die Ventilation klassischer Trekkingrucksäcke.

Dank Trinksystemhalterung kann man auch in schweißtreibenden Aufstiegen regelmäßig trinken. Wo wir bei schweißtreibenden Aufstiegen sind – es soll ja Brillengestelle geben die beim Schwitzen recht schnell rutschen. Genau jetzt ist die Sonnenbrillenhalterung super. Hier ist die Brille, egal ob normale Brille oder Sonnernbrille blitzschnell sicher verstaut.

Smartphones mit Outdoor-Navigations-App und eine kleine Kompaktkamera sind in den Hüfttaschen immer einsatzbereit. Erste-Hilfe-Set, Riegel, Mütze und Handschuhe finden im Deckelfach bequem Platz. Die nassen Regensachen lassen sich in der großen frontseitigen Außentasche schnell und sicher verstauen.

Das einzige was mir bis jetzt beim Hüttentrekking nicht gefällt ist die Stockhalterung. Natürlich kann man die Stöcke am Rucksack verstauen, dazu muss man aber der Rucksack erstmal absetzen. Da ist die Stockhalterung von Osprey eleganter gelöst. Hier kann man z.B. beim Osprey Talon 33 die Stöcke direkt verstauen ohne den Rucksack absetzen zu müssen. Im Gegenzug macht mir dafür das Material des Speed Lite einen robusteren Eindruck als das Material des Talon.

Ultraleicht-Trekkingrucksack

An sich ist der Speed Lite 32 nicht als Ultraleicht-Rucksack konzipiert, aber mit seinen nur 860g Eigengewicht bei 32l Fassungsvolumen erlaubt er dennoch kürzere Touren im Bereich des Ultraleicht-Trekkings, also mit weniger als 5kg Basisgewicht ohne Verbrauch.

Für 5 Tage reicht er inkl. Trekkingnahrung aus, dann komme ich an seine Tragslast- und Volumengrenze. Wie beim Einsatz als Tourenrucksack nutze auch hier auch gerne Trinksystemhalterung, Brillenhalterung, Deckelfach und Hüfttaschen. Die Fronttasche kann man beim Trekking auch gut für das nasse Außenzelt (bei mir: Tarptent Notch) nutzen, in den Seitentaschen bringe ich gerne die Zeltheringe unter.

Wer statt einer klein packbaren Luftmatte wie der Neoair XLite eine Schaumstoffmatte wie z.B. die Z-Lite hat kann diese mit den koppelbaren Kompressionsriemen vertikal befestigen.

Im Vergleich zu

  • einem klassischen Trekkingrucksack verzichtet man zwar auf ein aufwändiges Belüftungssystem, das vermisse ich aber auch beim nur 130g schwereren Bergans Helium 55 nicht.
  • einem waschechten Ultraleicht-Rucksack kommt der Speed Lite mit seinem Tragesystem und den vielen Ausstattungsmerkmalen natürlich immer noch üppig daher.

Aber mal ehrlich – wer viele verschiedene Arten von Touren unternimmt, der darf auch mal einen Rucksack für mehrere Zwecke verwenden.

Winterrucksack

Im Winter kommt die Kopplungsmöglichkeit der Kompressionsriemen genau richtig zum Einsatz. Mit Ihnen können Schneeschuhe oder Steigeisen einfach und stabil am Rucksack befestigt werden.

Ansonsten sind die Reißverschluß-Zipper und Schnallen fast schon ein wenig zu klein für den Wintereinsatz. Mit Handschuhen sind sie kaum noch zu bedienen. Hier zollt man eben der Gewichtsreduktion ein wenig Tribut.

Wer einen Winterschlafsack, entsprechende warme Wechselkleidung und weitere Winterausrüstung wie Sonde etc. mitnehmen will wird aber natürlich schnell den Rucksack gefüllt haben. Viel Platz für Lebensmittel bleibt dann auch bei einer Übernachtung im Winterraum nicht.

Wanderrucksack

Deuter bewirbt den Speed Lite 32 selbst tatsächlich als Wanderrucksack. Für mich ist er dafür schlichtweg überdimensioniert. Außer man nutzt ihn gleich für Notgepäck und Verpflegung mehrerer Wanderer, etwa als Familienrucksack.

Wenn, dann dürften sich wohl die kleinen Geschwister des Deuter Speed Lite 32 mit 24 bzw. 26l besser als Wanderrucksack eignen.

Aber immerhin kommt beim Wandern der Schlüsselhalter zum Einsatz. Bei mehrtägigen Touren ist ein Schlüsselhalter schließlich relativ nutzlos – oder braucht ihr eure Schlüssel auf Tour griffbereit im Deckelfach?

Fazit

Für mich ist der Deuter Speed Lite 32 ein super Allrounder für Hüttentouren, Alpenüberquerungen und beim Ultraleicht-Trekking. Dabei ist er natürlich mit seinem eng anliegenden Rücken hauptsächlich in den Bergen zu Hause. Als Rucksack beim Ultraleicht-Trekking ist er sicher eher etwas für gelegentliche Einsätze – schließlich gibt es hier noch weit leichtere Alternativen.

Pro

  • gute Ausstattung bei wenig Gewicht
  • ausreichend robust
  • leichter Allrounder
  • ausreichende Einstellmöglichkeiten
  • Tragekomfort

Con

  • noch ein wenig fokussiertere Ausstattung würde noch mehr Gewicht sparen
  • Handling im Winter
  • zu lange Riemen (kann man aber ja selbst kürzen)
  • Stöcke nicht bei aufgesetztem Rucksack verstaubar (die Osprey-Stockhalterung ist funktioneller)

Beim Preis liegt der Deuter Speed Lite 32 im Mittelfeld vergleichbarer Rucksäcke.

 

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