Mikroabenteuer-Ideen: 22x einfach raus und machen!

Mikroabenteuer

Mikroabenteuer: Einfach mal draußen sein. Im Alltag. Was das ist, wie das geht und welche Mikroabenteuer-Ideen für jeden funktionieren…

Was sind Mikroabenteuer?

Von Mikroabenteuern liest man in letzter Zeit immer mehr. Aber was ist das überhaupt, ein „Mikroabenteuer“? Der Begriff kommt vom englischen „Microadventures“ und wurde zuerst von Alastair Humphreys verwendet. Ausgangspunkt des Ganzen ist die Einstellung zum Abenteuer selbst:

Adventure is only a state of mind.

Und was soll ich sagen? Er hat einfach Recht! Wer Abenteuer erleben will braucht keine Flugreisen, unzählige Tage von Urlaubstagen oder anspruchsvolle Trekkingtouren. Das alles hat was, aber um Abenteuer zu erleben reichen eben oft auch kleine Mikroabenteuer die sich im Alltag integrieren lassen.

Alastair beschreibt Mikroabenteuer bzw. Microadventures auf seiner Seite selbst:

Simple expeditions and challenges which are close to home, affordable and easy to organise. Ideas designed to encourage ordinary people to get Out There and Do Stuff for themselves, even in these tightened financial times.

In Deutschland hat Christo Förster die Idee der Mikroabenteuer in den letzten Jahren bekannt gemacht.

Für mich geht es bei Mikroabenteuern um kleine Abenteuer, gerne auch mal herausfordernd, mit Übernachtung in der Umgebung. Eben einfach raus gehen, machen und die Zeit draußen genießen.

Mikroabenteuer-Ideen

Dieser Abschnitt soll Dir einfach Ideen geben. Ideen um ein kleines Abenteuer in den Alltag einzubauen. Sicher wirst Du nicht alle Ideen in deiner Umgebung umsetzen können. Schon alleine weil eben alles nur zur passenden Jahreszeit und mit Rücksicht auf die Natur angegangen werden sollte. Ich bin mir aber sicher dass für jeden von euch eine Idee dabei ist die sich aktuell für euch umsetzen lässt.

Ansonsten kann ich euch nur empfehlen das Smartphone mit dem ihr dank Wander-App zum Ziel gefunden habt vor Ort irgendwann auszuschalten. Sonst kommt ihr eh nicht zur Ruhe. Als Wecker könnt ihr ja eure Outdoor-Uhr verwenden.

Erklimme den höchsten Punkt in Deiner Umgebung

Weißt Du wo der höchste Punkt in Deinem Landkreis ist? Ich wusste es nicht. Es war aber eine tolle Sache ihn bei einem Mikroabenteuer zu erreichen. Zwar heißt „höchster Punkt“ nicht zwingend auch eine tolle Aussicht, aber der Weg an sich führt direkt von zu Hause weg auf unbekannte Wege.

Mikroabenteuer höchste Punkte

Mikroabenteuer höchste Punkte

Nach dem höchsten Punkt im Landkreis kann man dann natürlich Mikroabenteuer auf die höchsten Punkte in Nachbarkreisen, Regierungsbezirk und Bundesland folgen lassen.

Genieße den Sonnenaufgang

Ein Sonnenaufgang ist doch einfach was tolles. Wenn Deine Wetter-App einen klaren Morgen versprichst brauchst Du Dir nur noch auf der Karte einen Schafplatz heraussuchen der auch wirklich einen freien Blick auf den Sonnenaufgang verspricht. Am besten liegt er möglichst hoch, vielleicht hast Du ja einen Gipfel in Deiner Nähe, und hat eine freie Sicht nach Osten. Damit Du den Sonnenaufgang nach Deiner Wanderung zum Übernachtungsplatz nicht verschläfst aber nicht vergessen den Wecker zu stellen ;-).

Erkunde einen Steinbruch

Steinbrüche gibt es wie Sand am Meer. Vor allem gibt es viele aufgegebene Steinbrüche die schon lange nicht mehr bewirtschaftet werden. In ihnen hat sich sich über Jahrzehnte die Natur einen Teil der Landschaft zurückgeholt während die steilen Felswände und Gesteinsschichten genauso wie alte Industrieanlagen noch immer zu bewundern sind. Ein herrlicher Tummelplatz zum Erkunden und einsamen übernachten – gebührenden Abstand zu den Kanten und Wänden (herabfallende Steine) und freie Zugänglichkeit vorausgesetzt.

Gehe einen Klettersteig

Klettersteige erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wenn Du Dich mit Klettersteigen auskennst – warum nicht einfach noch nach Feierabend einen Klettersteig gehen und danach gleich noch für eine Nacht draußen bleiben?

Mikorabenteuer Klettersteig

Mikorabenteuer Klettersteig

Schließlich gibt es Klettersteige nicht nur in den Alpen. Im Frankenjura gibt es z.B. den Höhenglückssteig und den Norissteig, an der Mosel lockt der Calmont-Klettersteig. Welchen Klettersteig gibt es bei euch in der Nähe?

Umrunde einen See

Nicht erst seit Seed von „einem Haus am See“ sang träumten viele von eben diesem. Im kleinen ist das einfach die Übernachtung am See. Damit man nicht unsanft von Joggern, Förstern oder Jägern am See geweckt wird empfiehlt sich eine Übernachtung auf einer kleinen Anhöhe außerhalb der Sichtweite der Wege rund um den See. Ohne Zelt, nur im Biwak.

Nach dem Aufstehen kann man dann gemütlich um den See schlendern bevor es gestärkt auf die Arbeit geht.

Durchwandere eine Schlucht

Schluchten ziehen Wanderer schon lange an. Steile Felswände, oft noch ein reißender Fluß und selbst in den aussichtslosesten Lagen wachsende Bäume. Wenn Du eine Schlucht in Deiner Nähe hast – worauf wartest Du noch?

Am besten übernachtest Du aber nicht direkt in der Schlucht sondern suchst Dir einen gemütlichen Schlafplatz oberhalb mit einem schönem Ausblick. So bleibt Dir die Feuchtigkeit der Schlucht im Schlafsack genauso wie die morgendlichen Jogger erspart.

Erlebe den heimischen Wald

Zum übernachten im Wald braucht man ja eigentlich nicht all zu viel Worte verlieren. Der eine fürchtet sich ob der „wilden“ Tiere die einem am Ende nicht wirklich Nahe kommen, der andere freut sich auf eine aufregende Geräuschkulisse.

Mikroabenteuer im Wald

Mikroabenteuer im Wald

Schließlich erwartet Dich In der Dämmerung ein wahres Vogelkonzert und nachts knackt und raschelt es überall. Am Ende ist eine Übernachtung irgendwo im Wald, vielleicht auf einer Lichtung abseits der Wildwechsel, Ruhepol und Entdeckungstour zugleich. Und keine Ausrede – Wald für ein kurzes Mikroabenteuer dürfte es so ziemlich überall in Deutschland geben.

Folge einem Flusslauf

Wenn Du weder Wald noch Seen in der Nähe hast kannst Du Dich spätestens jetzt nicht mehr herausreden. Schließlich gibt es überall in Deutschland Bäche und Flüsse. Also schnell die wenigen Sachen für eine Übernachtung packen und auf zum nächsten Fluß. Schon nach wenigen Minuten am Flusslauf vergisst man alles um sich herum.

Beim Übernachtungsplatz selbst gilt natürlich ähnliches wie beim Überachten in einer Schlucht: Möglichst nicht direkt am Wasser und besser etwas oberhalb das Lager aufschlagen.

Unternehme eine Nachtwanderung

Du kennst deine Umgebung schon in- und auswendig? Dann probiere es doch einfach mal mit einer Nachtwanderung. Gerade im Herbst oder Winter kannst Du so Deine Umgebung nochmal ganz neu kennenlernen. Im Schein von Lampe oder Fackel wirst Du selbst bekannte Wege nicht wiedererkennen. Am besten kombinierst Du Deine Tour noch mit einem schönen Aussichtspunkt für den nächsten Morgen. Ein uneingeschränkter Blick auf den Sonnenaufgang ist natürlich das i-Tüpfelchen.

Beschränke Dich auf das Nötigste

Warum eigentlich nicht einfach mal nur das Nötigste mitnehmen? Probiere mit nur 7 Ausrüstungsteilen auszukommen. Alles andere schnitzt Du Dir vor Ort (gut, dann ist schonmal ein Messer gesetzt) oder wird eben irgendwie improvisiert. Macht unheimlich viel Spaß und ist dabei auch noch leicht. Bei einer Nacht für ein Mikroabenteuer ist das Risiko auch überschaubar, ein Survival-Experte brauchst Du dafür gar nicht sein.

Tauche an Ruinen in die Geschichte ein

Sicher gibt es auch in Deiner Nähe Ruinen. Suche Dir eine davon aus, recherchiere im Vorfeld deren Geschichte und sehe sie Dir vor Ort an.

Mikroabenteuer in Ruinen

Mikroabenteuer in Ruinen

Begebe Dich dabei auch auf die Spuren früher Handelswege, Verteidigungsanlagen oder Feierstätten. So kannst Du ein wenig in der Geschichte wandeln. Eine Übernachtung in der Ruine unter Sternenhimmel rundet Dein Mikroabenteuer würdig ab.

Lasse in Lost Places die Vergangenheit aufleben

Nicht ganz so leicht zu finden sind „Lost Places“ – verlassene Häuser, Stollen oder Fabriken. Aber es gibt sie ganz sicher auch in Deiner Nähe. Zum Übernachten eher nicht geeignet sind sie aber ein lohnendes Ziel für ein kurzes Mikroabenteuer solange der Zutritt nicht versperrt ist. Übernachtet wird dann einfach ein wenig abseits.

Wandere rund um Deinen Heimatort

Rund um den Wohnort wandern? Ja! Breite einfach die Karte aus und ziehe mit einem Zirkel oder umgedrehten Glas einen Kreis rund um Deinen Heimatort. Der Durchmesser bestimmt die Distanz. Aber die ist für dieses Abenteuer gar nicht entscheidend. Denn diesem Kreis folgst Du jetzt einfach zu Fuß. Das eigentliche Abenteuer besteht darin Deine Heimat so aus einem einem ganz neuen Blickwinkel kennenzulernen.

Ich verspreche Dir: So hast Du Deine Umgebung bisher noch nicht erlebt!

Lasse Dich beim Würfel-Abenteuer überraschen

Du willst Dich komplett überraschen lassen? Dann lasse doch einfach einen Würfel für Dich entscheiden wo es hin geht! An jeder Weggabelung und Kreuzung wirfst Du den Würfel. Die 1 ist immer der erste Weg nach links von Dir, die weiteren Abzweige zählst Du einfach im Uhrzeigersinn durch. Und keine Sorge – dass Du am Ende nur im Kreis läufst ist wirklich unwahrscheinlich.

Wenn Du in einer Stadt wohnst und erst noch raus aufs Land fahren willst kannst Du natürlich auch schon am (Bus-) Bahnhof anfangen die Würfel entscheiden zu lassen wo es hingehen soll.

Gebe die Wegwahl an eine Münze ab

Ganz ähnlich wie das Würfelabenteuer – nur noch simpler. Lasse einfach eine Münze entscheiden. Bei der Anreise über Bus- oder Zuglinie, unterwegs an jeder Kreuzung. Einfach komplett fallen lassen und die Münze den Wegverlauf entscheiden lassen. Für was Kopf- oder Zahl stehen entscheidest Du einfach vor jedem Münzwurf vor Ort. Der Spaß ist garantiert, für den Rückweg solltest Du Dir aber ein wenig Puffer einplanen.

Entdecke die Jahreszeiten

Die Natur hält allerlei Schätze für uns bereit. Wir müssen sie nur wahrnehmen.

  • Frühjahr: Bärlauch sammeln, Wildkräuter aufspüren, frisch austreibende Laubwälder genießen
  • Sommer: Froschkonzerte anhören, Wildkräuter und Beeren ernten
  • Herbst: Pilze und Nüsse sammeln, Hagebutten ernten, den Wind genießen
  • Winter: Tierspuren im Schnee verfolgen, frühe Knospen bestimmen

Nach der Sammel- und Entdeckungstour suchen wir uns natürlich als Abrundung noch einen schönen Schlafplatz.

Erkunde eine Höhle

Bei einer Höhlentour kannst Du einiges entdecken und Dich außerhalb der Fledermausschutzzeit (also von Mai – September) so richtig verausgaben.

Mikroabenteuer Höhlenbefahrung

Mikroabenteuer Höhlenbefahrung

Wenn Du weißt was Du da tust – warum nicht einfach als Mikroabenteuer mit anschließender Übernachtung angehen? Damit ihr nicht zu einem Fall für die Höhlenrettung werdet informiert ihr euch aber bitte vor der Tour über die Schwierigkeiten der Höhle.

Auf Feuer in der Höhle und auch im Höhleneingang verzichten wir bei diesem Mikroabenteuer gerne – schließlich wollen  Fledermäuse im Winter ungern an einer verrußten Höhlenwand übernachten.

Erweitere beim Bikepacking den Horizont

Wer tatsächlich keine schönen Touren in der unmittelbaren Umgebung für sein Mikroabenteuer findet oder alles fußläufige schon durch hat kann es mit Bikepacking probieren. So erweitert sich der Aktionsradius um ein vielfaches und man kann manch lohnendes Ziel trotz der Entfernung ganz einfach in sein Mikroabenteuer einbauen. Ich war selbst erstaunt welche Entfernungen mit ein wenig Übung machbar sind.

Außer einem Fahrrad und einen Rucksack oder Packtaschen fürs Rad brauchst Du gar nichts weiter für Dein Fahrrad-Mikroabenteuer.

Übernachte auf einer einsamen Insel

Packe Deine sieben Sachen für eine Übernachtung in einen wasserdichten Packsack und schwimme durch einen See oder einen Fluss auf eine einsame Insel und übernachte da. Aber unterschätze dabei Wassertemperatur, Fließgeschwindigkeit, Hindernisse im Wasser oder die Strecke nicht. Wenn das aber alles passt wird es ein einzigartiges Abenteuer, versprochen.

Lerne mit dem Kanu die Heimat neu kennenlernen

Wenn Du die Flüsse und Seen in Deiner Nähe schon zu Fuß erkundet hast kannst Du Deine Umgebung vom Wasser aus nochmal ganz neu erkunden. Für mich hat sich durchs Paddeln die Landschaft nochmal von einer ganz neuen Seite gezeigt.

Mikroabenteuer Kanu

Mikroabenteuer Kanufahren – mit Kanadier, Kajak oder Packraft kein Problem

An vielen Flüssen verlaufen auch Bus- und Bahnlinien so dass sich mit einem Schlauch- oder Faltboot auch der Transfer super einfach gestaltet.

Hier ein wenig Inspiration: Kanuwandern in Bayern: 25 Kanutouren und Tipps für die Tourplanung

Schwimme einen Fluss entlang

Du hast kein Kanu und willst trotzdem einfach mal einem Fluss im Wasser folgen? Warum nicht einfach mal im Fluss schwimmen? Wenn es der Fluss erlaubt (Fließgeschwindigkeit, Hindernisse und Wassertemperatur beachten!) – warum nicht mal ein Stück mit der Ausrüstung im wasserdichten Packsack schwimmen? Am nächsten Tag sollte es freilich eine gute Möglichkeit für den Rückweg geben.

Schlafe in einem Iglu

Mikroabenteuer gehen nur im Sommer? Weit gefehlt. Sobald es genug Schnee hat kannst Du Dir ein Iglu bauen und darin übernachten. Du wirst Dich wundern wie gut Schnee selbst Eiseskälte von draußen abhält. Am besten baust Du in Deinem Iglu zwischen Eingang und Schlafplatz eine Stufe ein. So bleibt die kälteste Luft am Boden und schläfst selbst etwas erhöht in einer wärmeren Kammer. Vom Bau über die Übernachtung bis zum Morgentee ein echtes Mikroabanteuer.

Vom Mikroabenteuer direkt zur Arbeit

In der Regel stellt man sich sein Mikroabenteuer so zusammen dass man morgens noch zu Hause duschen kann und von hier wie üblich zur Arbeit fährt. Das kostet aber freilich Zeit. Viel Zeit. Schließlich muss man erst nach Hause und macht sich erst dann auf den Weg zur Arbeit. Das kann dann schon fast wieder zu Stress ausarten. Dabei ist ein Mikroabenteuer an sich erstmal wie ein Kurzurlaub und lässt Dich frisch erholt voller Energie in den Tag starten.

Wenn man sich ein wenig Gedanken macht kann man sein Mikroabenteuer aber auch gut in einen Wochentag integrieren.

Leitfaden für Mikroabenteuer im Alltag

  1. Deponiere Deine Business- bzw. Arbeitskleidung im Spind.
  2. Gehe mit minimaler (Biwak-) Ausrüstung auf Tour – Du willst keinen Monster-Rucksack im Spind oder dem Auto deponieren.
  3. Suche Dir ein Mikroabenteuer zwischen Wohn- und Arbeitsort. Am Morgen legst Du dann nur noch das letzte Stück zur Arbeit zurück.
  4. Mache kein Feuer bei Deinem Mikroabenteuer – Kleidung und Ausrüstung nehmen den Geruch an. Was uns gefällt kann schnell Kollegen stören. Rücksicht ist angesagt!
  5. Mache Dich vor Ort frisch – wenn es die Möglichkeit gibt: Warum nicht direkt vom Mikroabenteuer ins Büro wandern? Ist am Ende ja nichts anderes als wenn man mit dem Rad zu Arbeit fährt, dort duscht und sich umzieht.

Wenn Du keine Möglichkeiten hast Dich morgens vor Ort oder z.B. in einem nahe gelegenen Freibad frisch zu machen solltest Du aber auf diese Spielart der Mikroabenteuer verzichten.

Direkt von der Arbeit in das Abenteuer: 5 to 9

Eine andere Variante ein Mikroabenteuer in den Alltag einzubauen ist es einfach direkt von der Arbeit aus ins Abenteuer zu starten.

Ansonsten unterscheidet sich das Ganze nicht all zu sehr von den obigen Tipps. Nur dass Du eben direkt von der Arbeit weg zu Deinem Mikroabenteuer aufbrichst. Das heißt, dass Du Deine minimale ultraleichte Ausrüstung mit zur Arbeit nimmst oder am besten einfach im Auto deponierst und nach Feierabend direkt zu Deiner Tour aufbrichst. Damit ersparst Du Dir auch gleich noch den stressigen Feierabendverkehr.

Mikroabenteuer FAQ´s

Kann ich wirklich einfach „raus und machen“?

Klar, das ist erstmal die Grundidee bei Mikroabenteuern. Aber die Natur ist sensibel und damit wir sie auch in Zukunft genießen können darf man schon auch kurz seinen Verstand vor der Tour einschalten.

Verstand einschalten, und dann „Raus und machen“!

Vor Deiner Tour solltest Du Dir zumindest kurz ansehen was in Deinem Tourgebiet möglich ist. Übernachten im Naturschutzgebiet oder auf Privatgrund, einen Flusslauf während der Laichzeit durchwaten und Lagerfeuer bei Waldbrandgefahr verbieten sich bei allem Tatendrang einfach von selbst.

Wie erkenne ich Schutzgebiete?

Auf guten Karten sind (Natur-) Schutzgebiete eingezeichnet und auch in den Karten von Wander-Apps und Wander-Portalen sind sie i.d.R. zumindest mit einer Linie und etwas dunklerem Hintergrund erkennbar. Am besten gefällt mir die Darstellung aber in Apps wie Locus Map mit freien OSM-Karten wie den Open Andro Maps oder der Reit- und Wanderkarte. Hier sind Naturschutzgebiete durch eine Schraffur besonders gut zu erkennen.

Zusätzlich kannst Du einfach vor Deiner Tour Google bemühen. Ein Suchtreffer nach „Naturschutzgebiete Mittelfranken“ führte mich z.B. zu einer schönen Karte auf der ich gut erkennen kann wo Schutzgebiete sind.

Auf einer Karte vom Bundesamt für Naturschutz findest Du alle Naturschutzgebiete in Deutschland

Die Ausrede „Es ist ja so schwer herauszufinden wo Schutzgebiete sind“ zählt also nicht 😉

Wo darf ich draußen übernachten?

In Deutschland ist es erstmal grundsätzlich nicht erlaubt wild zu zelten. Für Naturschutzgebiete und sonstige ausgewiesene Schutzgebiete versteht sich das auch von selbst. Was in Deinem Gebiet erlaubt ist findest Du in der Regel in den jeweiligen Waldgesetzen der Bundesländer.

Allgemein kann man sagen:

  • In (Natur-) Schutzgebieten verbietet sich das Übernachten von alleine und kann auch richtig teuer werden.
  • Mit Zelt ist das Übernachten nur auf extra ausgewiesenen Flächen wie den extra eingerichteten Trekkingplätzen erlaubt.
  • In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist das Wildcampen auf öffentlichem Grund erlaubt wenn man „nicht motorisiert“ unterwegs ist. Super für uns Radler, Wanderer und Kanuten.
  • Biwakieren oder auch Lagern (ohne Zelt) ist oft nicht eindeutig geregelt und daher oft im Graubereich.
  • Auf Privatgelände ist Übernachten mit Einverständnis des Besitzers erlaubt solange das Gebiet nicht unter Schutz steht.
  • Biwakieren in den Bergen ist nur als Notbiwak erlaubt. Geplantes Übernachten, also ohne Notfall, wird wie Wildcampen behandelt.
  • Wenn es mal regnet bieten sich die vielen offenen Schutzhütten an Wanderwegen für eine trockene Nacht an.

Mehr zum Thema findest Du hier: Trekking in Deutschland: 30 Fernwanderwege und Praxistipps

Was sollte ich in Schutzgebieten beachten?

Du bist Dir der Umwelt bewusst, verzichtest auf wilde Feuerstellen, nimmst Deinen Müll und sogar den den Du auf dem Weg siehst mit und verhältst Dich auch sonst ruhig in der Natur? Super!

Schutzgebiete genießen wir trotzdem am besten nur tagsüber. Als Gast in einem Schutzgebiet geben wir der Natur in der Nacht ihre wohl verdiente Ruhe, latschen auf der Suche nach dem idealen Schlafplatz nicht querfeldein durch die Landschaft und lassen den Tieren ihren geschützten Rückzugsort. Die Natur merkt auch wenn wir uns ruhig verhalten dass wir da sind. Denke nur an die Fluchtdistanz von Tieren. Wenn, wie zu Corona-Zeiten in den Ammergauer Alpen, in nur einer Nacht 10 Personen im Schutzgebiet angetroffen werden dann bleibt vom Schutz der Tiere nicht mehr viel übrig…

Wann ist die beste Zeit für Mikroabtenteuer?

An sich kannst Du das ganze Jahr über raus und machen! Aber die Natur tickt natürlich im Zyklus der Jahreszeiten, das solltest Du beachten. So gibt es Laich-, Brut-, und Setzzeiten und im Winterschlaf solltest Du Tiere auch nicht zu sehr stressen. Deshalb sind z.B. die immer mehr werdenden Trekkingplätze auch nur im Sommerhalbjahr geöffnet.

Es kommt also darauf an wohin Du wann gehen willst. Zur Laichzeit einem Flusslauf in seinem Flussbett zu folgen ist sicher keine gute gute Idee. Aktuelle Informationen wann Du auf Flüssen paddeln kannst findest du hier: DKV-Befahrungsregelungen

Wo darf ich Feuer machen?

Wir alle sehen gerne gebannt in die Flammen, legen gerne nochmal ein Stück Holz nach und lassen den Abend an flackernden Flammen ausklingen. Ohne Nachfrage ist das aber nur an extra ausgewiesenen Plätzen wie z.B. den Feuerstellen an Trekkingplätzen oder vielen gemeindeeigenen Grill- und Feuerstellen erlaubt.

Mikroabenteuer Waldbrandgefahr

Waldbrandgefahr auf einen Blick – Quelle: Deutscher Wetterdienst

Das macht auch Sinn, denn ganz unabhängig von Gesetzen ist ein Feuer oft einfach ein Risiko das man erst auf den zweiten Blick erkennt:

  • Gerade in den letzten sehr trockenen Jahren kann sich selbst vermeintlich gelöschte Glut leicht im Untergrund halten und neu entfachen wenn wir schon längst weitergezogen sind. Auch über Funkenflug wird schnell ausgetrocknetes Gras und Geäst entfacht. Wie schnell ein Brand entstehen kann zeigen z.B. die durch Lagerfeuer entstandenen Brände am Jochberg und in den Schrammsteinen.
  • Ein Feuer in Höhleneingängen und Halbhöhlen kann wichtige Quartiere für Fledermäuse unbewohnbar machen. Der Rauch zieht in die Höhle, Ruß setzt sich in den kleinsten Verstecken fest und je nach Jahreszeit werden die Tiere auch direkt vom Rauch eingenebelt. Oder möchtest Du in einem Schlafzimmer schlafen dass immer wieder vom Rauch eingenebelt wird und in dem noch Wochen und Monate später Dein Bett nach Feuer riecht?

Wenn man sich ein wenig in seiner Umgebung umsieht wird man aber genug Feuerstellen finden. Offene Flammen (dazu gehören auch Hobo, Spiritus– und alle anderen Arten Trekking-Kocher) sind je nach Waldbrandstufe aber ohnehin immer häufiger ein viel zu hohes Risiko.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Beim Mikroabenteuer brauchst Du keine spezielle Ausrüstung. – Du bist ja nicht auf Überlebensexpedition. Bei gutem Wetter reichen schon Isomatte, ein Schlafsack (je nach Temperatur reicht Dir im Sommer auch einfach eine Decke), ein Erste-Hilfe Set, Zahnputzzeug und ein kleiner Rucksack mit ein wenig Verpflegung. Orientieren kannst Du Dich ganz einfach mit einer Wander-App.

Alles weitere kommt dann mit der Zeit wenn Du weißt was Dir da draußen lieb ist. Du kannst Dich aber natürlich an einer (abgespeckten) Packliste zum Trekking oder an den Grundsätzen des Ultraleicht-Trekking orientieren.

Wie schlafe ich in einer Hängematte?

Zunächst brauchst Du zwei ausgewachsene Bäume. Einen kräftigen Stamm sollten die beiden Bäume auf jeden Fall haben damit Du sie nicht zu sehr belastest. Damit Du auch die Borke nicht beschädigst benutzt Du am besten einen Seilschoner oder gleich von vornherein breite Spanngurte die nicht einschneiden.

Ein Underquilt oder eine Isomatte in der Hängematte hält Dich von unten warm. Wenn Du zu sehr durchhängst solltest Du die Hängematte nochmal nachspannen – Dein Rücken wird es Dir danken!

Fazit

Ich mag die Idee der Mikroabenteuer. Einfach nach einem kurzen Blick auf die Wetter-App im Alltag rausgehen, irgendwo übernachten und am nächsten Tag voller Energie in den Tag starten. Warum eigentlich nicht?

Ich bin dann mal über Nacht draußen!

Alles was Du dafür brauchst ist eine kleine unauffällige Ausrüstung, ein Smartphone als Navi und Wecker sowie ein wenig eigene Kreativität und Experimentierfreudigkeit in der Routenfindung. Wenn Du direkt von Deinem Mikroabenteuer in den Alltag zurückkehrst brauchst Du vor Ort nur eine Duschmöglichkeit und Wechselklamotten.

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