Locus Map 3 Classic: Outdoor-Navigations-App im Praxistest

Locus-Map-Pro

Eine Handy-App als vollwertiger Ersatz für Papierkarte und GPS-Gerät? Ich schicke die App Locus Map 3 Classic in den Vergleich mit dem Garmin eTrex 30x. Unter Praxisbedingungen teste ich die Grenzen der App im Outdoor-Einsatz aus.

Locus Map 3 Classic

Navigationsapps gibt es wie Sand am Meer. Ich hatte mir ein paar freie Apps installiert und bin bei Locus Map hängen geblieben. Da ich auf der Suche nach einer einfach zu bedienenden werbefreien App als Ergänzung zu meinem Garmin eTrex 30x war habe ich mir die Locus Map Pro-Version, heute Locus Map 3 Classic, in einer Aktion für 4,29 € gegönnt, aktuell (22.04.2023) kostet sie 9,99€.

Funktionsumfang

Hier ein Auszug aus den Funktionen die für mich bei der App-Auswahl relevant waren:

  • Navigation mit Unterstützung von Offline und Online Routen
  • große Auswahl von Online und Offline Karten (Premium & Free)
  • Hangneigungs-Schattierung
  • Tracking, Diagramme (z.B. Höhenprofil), Statistiken
  • verschiedene Tracking-Profile
  • In-App Routenplanung
  • Routing
  • Annäherungsalarm
  • Import/Export von Routen/Tracks von/zu verschiedenen Datenformaten
  • einfache Bedienung
  • Übersichtliche Menüs und Kartendarstellungen
  • Anpassung der App auf eigenes Nutzungsprofil
  • Live-Tracking bzw. einfache Positionsmitteilung

Weiterführende Informationen:

Karten

Von Haus aus kannst Du verschiedene freie oder kostenpflichtige Karten verwenden. Dabei kannst Du

  • die jeweils aktuellen Karten online laden
  • Karten offline speichern (abhängig von Karte)
  • je nach Karte die Darstellungsform über verschiedene Themes auswählen
  • Schattierungen je nach Höhendaten anzeigen und einfärben (z.B. für Schneeschuh- und Skitouren wichtig)

Frei verwendbar sind z.B. verschiedene auf OSM basierende Karten wie die Open Topo Map. Bei den kostenpflichtigen Karten steht Dir die ganze Bandbreite angefangen von den Outdooractive Sommer-und-Winterkarten, Freytag & Berndt und Kompass-Karten bis hin zu Karten für verschiedene Länder weltweit zur Verfügung.

Aktuell verwende ich in den meisten Fällen die sehr guten OpenAndroMaps(OSM)

Zusätzlich kannst Du auch eigene Karten aus einem Bild verwenden. Wenn Du z.B. schon eine Papierkarte für Deine Tour hast, dann kannst Du Sie abfotografieren, kalibrieren und direkt mit der App nutzen. Für alle die sich für Ultraleicht-Trekking interessieren und sich das Kartengewicht sparen wollen eine Option wenn es aus dem Tourgebiet keine guten digitalen Karten gibt oder Du schon einen Schrank voll von Papierkarten hast.

Locus Map 3 Classic Erfahrungen

Ich habe die Outdoor-Navigationsapp Locus Map 3 Classic ursprünglich auf meinem Handy Sony Z1 Compact mit einem 6 Monate jungem Austauschakku im Praxiseinsatz getestet. Meine Erfahrungen beziehen sich also immer auf das Gesamtsystem Locus Map 3 Classic auf Sony Z1 Compact. Seit einiger Zeit bestätigen sich die Erfahrungen aber auch mit dem Google Pixel 6a.

Mein Einsatzbereich: Trekking, Wandern, Paddeln – im Alltag auch mal beim Radfahren

App-Einstellungen

Das Schöne an Locus Map 3 Classic ist, dass man sich die App fast grenzenlos selbst konfigurieren kann. Dabei habe ich wahrscheinlich noch nicht mal ansatzweise alle Optionen ausgeschöpft, am Anfang erschlägt einen die Funktions- und Optionsauswahl fast ein wenig.

Hier ein Auszug aus meinen Einstellungen:

  • Reduzierung der Kartenauswahl damit nur noch die Karten angeboten werden die ich wirklich nutze
  • Auswahl der zur Verfügung stehenden Track-Profile (Wandern, Kajakfahren, Laufen, Radfahren)
  • Standardverzeichnis für Karten auf microSD-Karte (dauert etwas länger beim Laden, hilft aber bei begrenztem internem Speicher)
  • GPS beim Starten deaktivieren – solange ich noch nicht tracken will spare ich mir den Strom
  • Hauptfunktionen im Hauptmenü angepasst (z.B. Wetter und POI-Alarm statt Routing und Punkten)
  • Schattierung aktiviert, Modus Steigung/Gefälle (im Menü Karten / erweiterte Funktionen)
  • Offline-Navigation eingerichtet (BRouter)

Funktionsfähig ist die App aber auch ohne jede personalisierte Einstellung.

Als nächstes werde ich mich wohl bald mit den Höhen-Optimierungseinstellungen beschäftigen – warum könnt ihr im Absatz zu den GPS-Tracks sehen.

Karteninstallation

Zur Karteninstallation hast Du 2 Wege: Direkt über das Kartenmenü oder über den Download der Installationsdateien von OSM-Wanderkarten.

Damit Du Dein Datenvolumen und Deinen Akku unterwegs nicht überstrapazierst darfst Du Dir die Karte in beiden Fällen aber auf jeden Fall vorab im heimischen WLAN herunterladen.

Installation direkt über das Kartenmenü in der App

Neue Karten kannst Du in der App im Karten Manager über das „+“ – Symbol installieren. Von den verschiedenen Varianten ist die Option „Karten herunterladen“ sicher die einfachste und gebräuchlichste. Hier stehen uns viele freie, aber auch zu bezahlende Karten zur Auswahl.

Was Du dabei beachten solltest:

  1. ausreichend Speicher auf Deinem Smartphone frei haben
  2. die Karte tagsüber laden (nachts laufen z.B. bei OSM-Karten die Updates auf den Servern)
  3. die App in den Energieoptionen des Mobiltelefons für den Standby-Betrieb freischalten – sonst stoppt der Download
  4. Karte rechtzeitig laden wenn Du ein großes Gebiet offline verwenden willst – viele kostenlose Karten haben ein Tageslimit für die Anzahl downloadbarer Kartenkacheln am Tag
  5. bei Bedarf Höhendaten für den Kartenausschnitt herunterladen (z.B. für Hangneigungs-Schattierung bei Schneeschuhtouren)

Den Download von Karten direkt in der App habe ich inzwischen z.B. mit

  • der OpenTopoMap
  • der LoMap (die mit den Begrüßungs-Coins schon zu Download zur Verfügung steht)
  • den Karten von Lantmäteriet für das Jämtland
  • und einer Kompass-Wanderkarte für das Tote Gebirge

genutzt.

Womit wir aber auch schon dabei sind was mir am Shop zum Kauf von kostenpflichtigen Karten nicht gefällt:

  • Der Umweg über „LO-Coins“ – Die muss man zuerst erwerben und kann damit dann erst im zweiten Schritt die Karten kaufen. Kostentransparenz sieht anderes aus und am Ende bleibt immer ein Rest ungenutzter Coins übrig. Schließlich kann man die Coins natürlich nur in Paketen kaufen die nicht 1:1 zu den Kartenpreisen passen.
  • Die Mehrfachverwendung von Karten auf verschiedenen Geräten ist begrenzt:

Pro erworbener Karte ist nur ein Download möglich – für jeden weiteren Download ist ein erneuter Kauf der Karte erforderlich

Man stelle sich vor, man dürfte eine einmal gekaufte Papierkarte nur in einem Rucksack transportieren… Ich habe es natürlich trotzdem einfach mal ausprobiert: Solange ich das gleiche Google-Konto auf verschiedenen Geräten verwendet habe konnte ich zunächst (am gleichen Tag) eine gekaufte Kompass-Karte auch auf mehreren Geräten installieren. Als ich jedoch nach einer Weile ein neues Smartphone hatte konnte ich die bereits erworbene Karten nicht mehr über den Store herunterladen.

Um seine gekauften Karten auf weiteren Geräten zu verwenden muss man sich also unbedingt die Karten extern sichern um sie ggf. bei einem Gerätewechsel wieder zu installieren! Das hat mit meiner Testkarte dann auch funktioniert.

Installation über den Download der Karte Deiner Wahl

Zum Glück gibt es viele gute kostenfreie OSM-Wanderkarten mit Direkt-Download für Locus-Maps.

Meine Favoriten:

Die Installation ist dabei denkbar einfach:

  1. Download der Locus-Installationsdatei
  2. Öffnen und Installieren der Karte
  3. fertig 🙂

Inzwischen sind die OSM-Daten so gut, dass ich sie auch auf markierten Bergwergen in anspruchsvollerem Gelände, wie z.B. während einer Alpenüberquerung, gerne nutze.

Routenplanung

An sich hatte ich gar nicht vor Routen mit der App zu planen, aber die Funktionalität hat mich wirklich positiv überrascht.

Mit der App lassen sich Routen sehr einfach planen, bei Bedarf mit Höhendaten ergänzen und am Ende in verschiedene Formate exportieren. Einzig das kleine Display am Smartphone macht die Tourenplanung ein wenig fummelig – also habe ich mir die App gleich noch auf einem Tablet installiert.

Letztlich gelang mir die Tourenplanung schon nach kurzer Zeit rein intuitiv. Beim Verschieben und Löschen von Punkten habe ich ein wenig gebraucht aber letztlich ging es ganz gut. Beim Speichern wird die Route automatisch als Track abgelegt, kann aber jederzeit zur einfacheren Bearbeitung wieder als Route angezeigt werden. Die Übertragung des Tracks auf das Smartphone funktioniert dann z.B. über Dropbox oder Google Drive problemlos. Das Ganze ging in Summe wirklich einfacher als gedacht und ist auch direkt im Handy für spontane Touren gut machbar.

Stromverbrauch

Ich habe den Stromverbrauch während der Trackaufzeichnung getestet und wurde positiv überrascht. Die Standard-Stromsparfunktion (Stamina-Modus) des Handys war dabei wie im Alltag aktiviert. Aber seht selbst was ich feststellen durfte:

In den Screenshots seht ihr jeweils rechts oben in der Ecke die verbleibende Akku-Kapazität des Mobiltelefons. Also schauen wir doch mal was das für die gesamte Akkukapazität bedeutet…

GrundeinstellungDauer [h:mm]Verbrauch [%]Laufzeit auf 100% [h]
voller Netzempfang6:273419
Netzempfang, ohne mobile Daten3:30939
Flugmodus4:011040

Ausschlaggebend ist also die mobile Datenverbindung. Bis zu 40h könnte ich mit einer Akkuladung das Handy zur Trackaufzeichnung verwenden. Dabei habe ich das Display jeweils nur wenige Male zur Orientierung eingeschaltet. Der Verbrauch würde also steigen wenn man es häufiger zur Orientierung nutzt da dabei ja das stromfressende Display eingeschaltet wird. In Summe hatte ich aber mit einem deutlich höheren Stromverbrauch gerechnet.

Ob ich eine noch längere Akkulaufzeit erreiche wenn ich die App statt zum Aufzeichnen eines Tracks nur zur Standortbestimmung verwende und dabei hin- und wieder die Karte ansehe habe ich auf einer Trekkingtour ausprobiert. 4 volle Wandertage habe ich das Handy mit angeschaltetem GPS aber deaktivierter Aufzeichnung als Komplettersatz für eine Papierkarte getestet – und hatte am Ende immer noch mehr als 25% Akkukapazität übrig. Auf meiner Tour auf dem Trockenmauerweg, dem GR221 auf Mallorca, habe ich dann das erste Mal komplett auf die Papierkarte verzichtet. Nach 5 Tagen war der Akku des Sony XZ1 Compact (ich habe zwischenzeitlich ein neues Handy) bei 17%.

Am Ende bleibt aber so oder so ein Stromverbrauch den Du bei einer Papierkarte nicht hättest.

Tipp: Mehr zum Thema Strom beim Trekking erfährst Du in meinem Artikel Strom beim Trekking: Wie Du Outdoor immer Strom hast.

GPS-Empfang

Die Empfangsqualität und die Genauigkeit ist an sich erstmal keine Sache der App sondern des Mobiltelefons. Da ich aber ja praxisbezogen wissen will wann sich der Einsatz der App lohnt gehört eine Beurteilung des GPS-Empfangs natürlich dazu. Ich vergleiche schließlich Gesamtsystem Handy-App + Handy gegen GPS-Gerät.

Ganz ohne wissenschaftliche Testreihen habe ich in heimischen Breiten kaum einen Nachteil des Empfangs feststellen können. Unter schwierigen Bedingungen hat das Handy zwar etwas länger gebraucht als das GPS-Gerät, aber wirklich negativ ausgewirkt hat sich das Ganze nicht.

Nur bei wirklich schlechten Bedingungen wie in Schluchten, hinter Felswänden oder in dichtestem Wald habe ich tatsächlich einen spürbaren Unterschied feststellen dürfen. Wer mag kann sich von der App auch informieren lassen wenn das Signal verloren geht.

Tipps:

Achte schon beim Kauf des Smartphones auf guten Satellitenempfang, idealerweise unterstützt Dein Handy neben GPS auch Glonass.

Trage das Smartphone möglichst weit oben und offen und verstecke es nicht tief in den Taschen. So machst Du es dem Handy leichter die Satelliten zu finden.

Wie schwer es ist den GPS-Empfang von Smartphones zu vergleichen zeigt übrigens ein Artikel Top Smartphones im GPS-Vergleichstest auf den Seiten von pocketnavigation.de und die dort entstandene Diskussion.

GPS-Track

Wer sich ein wenig auf dieser Seite umsieht stellt schnell fest, dass ich hier oft und gerne Tracks in den Tourenbeschreibungen einbinde. Am liebsten ist es mir natürlich wenn ich dafür selbst aufgezeichnete Tracks verwenden kann.

Hier durfte ich ein seltsames Phänomen feststellen. Während der Schneeschuhtour rund um den Dreisessel und bei laufender Track-Aufzeichnung haben zwar die Entfernungen halbwegs der Realität entsprochen, die Höhenmeter dagegen aber so gar nicht. Nach Speichern des Tracks sind die Daten aber wieder im Rahmen der erwarteten Werte. Im Screenshot zum Stromverbrauch oben waren es bei dieser Tour z.B. noch 1893 Höhenmeter bergauf, nach dem Speichern sieht man die realistischeren 814m. Woran das liegt habe ich noch nicht wirklich herausgefunden.

Während und direkt nach der Tour bietet die App viele schöne Funktionen und Statistiken zur Auswertung die teils auch konfiguriert werden können. Das macht auf jeden Fall schon mal Spaß und Lust auf mehr.

Im Vergleich zur Aufzeichnung mit dem GPS-Gerät gibt es kaum Unterschiede im Streckenverlauf.

Nur bei den Höhen ist wieder eine Differenz von bis zu 80% (!) festzustellen. So soll ich z.B. auf einer Etappe beim Paddeln auf der Altmühl 419m Aufstieg bewältigt haben. Das wäre flussabwärts mal eine beachtliche Leistung, also werde ich mir das wirklich nochmal genauer ansehen was ich hier mit den verschiedenen Einstellungen zur Höhenmessung noch herausholen kann. Im Extremfall kann man z.B. die gemessenen Höhendaten komplett durch die SRTM-Höhendaten ersetzen lassen so man sich die Daten im Vorfeld heruntergeladen hat.

Navigation

Während es beim Wandern reicht hin- und wieder auf die App zu sehen um den Standort zu bestimmen ist beim Radfahren auch eine echte Navigation sinnvoll. Zu schnell ist man sonst an einer Abzweigung vorbeigefahren. Dabei kann man auch hier Locus Map so konfigurieren wie es am besten zu einem selbst passt. Praktische Einstellungsmöglichkeiten sind z.B. die Abweichungswarnung inkl. Toleranzbereich und die Prioritäten bei der Neuberechnung wenn man von der Route abweicht.

Insgesamt hast Du mit Locus 4 Möglichkeiten zur Navigation:

1. Track-Navigation

Wenn Du Deine Route im Vorfeld schon geplant hast kannst Du direkt Deinen eigenen Track zur Navigation verwenden. Einfach die den Track auswählen (im Track-Menü oder wenn Du ihn schon auf der Karte anzeigen lässt auch dort) und im Kontextmenü die Navigation starten.

2. Online-Navigation

Für die Online-Navigation bringt Locus Map gleich zwei Anbieter von Haus aus mit. Bei beiden kann man sich ein gewünschtes Routenprofil aussuchen und die Berechnung der Route klappt je nach Stärke des Mobilnetzes zügig. Aber genau hier ist eben auch der Nachteil der Online-Naviagtion: Man ist von der Netzqualität abhängig und saugt bei schlechtem Netz auch noch sehr viel Strom um die nötigen Daten zu ziehen. Für Tagestouren in der Umgebung reicht das, für mehrtägige autarke Touren ist eine Offline-Navigation aber besser.

3. Offline Navigation

Um auch ohne Netzempfang navigieren und nebenbei unterwegs auch noch Strom sparen zu können kann man Locus Map um eine Offline-Navigation erweitern. Alles was Du dafür brauchst ist die App BRouter . Einfach installieren, mit Locus Map verknüpfen und für das gewünschte Gebiet die nötigen Daten herunterladen. Für Deutschland komplett (4 Quadranten) brauchst Du ca. 450MB freien Speicher.

Für Dein Ziel kannst Du jetzt alle gespeicherten POI´s verwenden oder einfach direkt einen Punkt auf der Karte auswählen. Im nächsten Schritt kannst Du noch ein Navigationsprofil auswählen und schon kann die Navigation starten.

Wenn Du in der voreingestellten Profilen für Deine Streckenwünsche nicht das richtige dabei ist kannst Du eigene Profile erstellen oder weitere installieren. In dem Fall ist Poutnik’s Brouter custom profiles wikieine gute Anlaufstelle. Für Graveltouren habe ich mit dem Profil MTB-light gute Erfahrungen gemacht.

4. Zielführung

Die freieste und manchmal auch abenteuerlichste Art der Navigation ist die Zielführung. Wählst Du einen Punkt oder einen Track kannst Du Dich mit ihr einfach nur mit einer Richtungs- und Entfernungsanzeige zum Ziel führen lassen. Den Weg bestimmst Du selbst und ob Du Dich Deinem Ziel auch näherst hast Du dabei direkt im Blick. Die Freiheit bezahlt man bei häufigen Blick aufs Display aber mit einem hohen Stromverbrauch. Wenn die Streckenführung aber, wie z.B. auf Flussradwegen, ohnehin recht klar ist kann man damit einfach nur zwischendurch nachsehen wie weit man in Luftlinie noch von seinem Etappenziel entfernt ist.

Mehr zum Thema Fahrradnaviagtion findest Du hier: Fahrradnavigation beim Bikepacking: 3 GPS-Varianten im Vergleich

Handling im Einsatz

Als Outdoor-Navi muss Locus Map 3 Classic zusammen mit dem Handy auch einiges aushalten können. Auch hier sind wir von der Hardware des Mobiltelefons abhängig. Zwar ist mein Handy von Haus aus wasserdicht, seit einem Akkuwechsel kann ich mich darauf aber nicht mehr verlassen. Es braucht also im einfachsten Fall eine wasserdichte Hülle oder sogar eine wasser- und stoßfeste Box für das Smartphone wenn man es z.B. beim Paddeln oder auch einfach nur in strömendem Regen nutzen will.

Halterungen

Je nach Outdoor-Aktivität sind ein paar Halterungen sinnvoll. Letztlich gibt es nahezu jede nur vorstellbare Haltung für Smartphones. Bei mir am häufigsten im Gebrauch:

  • Fahrradhalterung
  • wasserdichte Hülle mit Sicherungsband
  • Rucksackhalterung bzw. Riemen- und Hüftgurtfächer

Usability

Im Trockenen und bei schönem Wetter ist alles kein Problem. Einfach das Handy aus Tasche und wie gewohnt kann es mit der gewohnt einfachen Smartphone-Bedienung losgehen.

Nachteile in der Usability als GPS-Gerät:

  • Die Ablesbarkeit bei Sonneneinstrahlung. Hier hat mein GPS-Gerät ganz klar die Nase vorn während das Handy einfach nur spiegelt.
  • Bedienung in wasserdichter Hülle etwas umständlich
  • Je kälter es wird, desto anfälliger ist das Handy für Funktionsstörungen (bei mir meist eine deutlich verzögerte Reaktionsfähigkeit des Displays)
  • auf dem kleinen Display fehlt die Gesamtübersicht im Vergleich zu einer Papierkarte

Locus Map Free vs. Locus Map 3 Classic

Lohnt es sich überhaupt die Pro-Version zuzulegen? Die Grundfunktionen fürs Trekking kannst Du allesamt auch mit der Free-Version nutzen. Es gibt aber einige praktische Funktionen die Dir nur in der Pro-Version zur Verfügung stehen. Ich habe hier mal mit die fürs Trekking relevanten Unterschiede beider Versionen zusammengestellt:

FunktionLocus Map FreeLocus Map Pro
WMS Karten
Online / offline Höhendaten
Karten Overlays
Karten Kalibrierung
Näherungsalarm für POIs
Track Höhen Profile
Automatische Neukalkulation der Route
Google Places, GeoNames, GNS
Anzeige von Werten über der Karte

(Stand: Februar 2019)

Die komplette Liste der Funktionen beider Versionen findest Du auf der Download-Seite der App (für die Funktionsübersicht einfach nach unten scrollen).

Locus Map 3 Classic im Vergleich zum GPS-Gerät

Es treten gegeneinander an: Locus Map 3 Classic auf Sony Z1 Compact vs. Garmin eTrex 30x und Papierkarte. Dabei vergleiche ich die Outdoor-Navis vor allem im Hinblick auf die Nutzung beim Trekking, Wandern und Paddeln. Schließlich will ich herauszufinden für welchen Einsatzzweck sich für mich App, GPS-Gerät oder Karte besser eignet.

Hier die jeweils für mich persönlich besonders positiven Merkmale des jeweiligen Outdoor-Navigations-Systems.

Locus Map ProGarmin eTrex 30xPapierkarte
DisplaygrößeDisplay-Lesbarkeit
Gesamtübersicht
Trackgenauigkeit WegTrackgenauigkeit Weg + HöheFunktionssicherheit
Live-TrackingSatellitenempfangunabhängig von Strom
Positionsbestimmungunabhängiges Systemwasserfest
FunktionsumfangRobustKostentransparenz
In-App Statistikengroßer TemperaturbereichTemperaturunabhängig
Bedienungwasserdicht
Kartenvielfalt (inkl. freie Karten)viele freie Karten
Multiuse-geeignet
Gewicht

Wie nicht anders zu erwarten haben nach wie vor alle drei Optionen ihre spezifischen Vor- und Nachteile. Je nach Tour wähle ich also unterschiedlich aus und kombiniere auch mal.

In Ortschaften z.B. nutze ich inzwischen fast ausschließlich Locus Map 3 Classic auf dem Smartphone zur Orientierung. Die Positionsbestimmung ist schnell, einfach und genau. Da kommen insgesamt GPS-Gerät und Karte nicht mehr ran. Je weiter weg von der Zivilisation, desto eher nutze ich dann aber auch GPS-Gerät oder Papierkarte.

Fazit: Handy-App und GPS-Gerät je nach Einsatzzweck

Was ist besser: GPS-Gerät oder Navigations-App? Ich muss zugeben dass mich Locus Map 3 Classic wirklich positiv überrascht hat. Die App ist bei einem höheren Funktionsumfang einfacher zu bedienen als das Garmin-GPS. Zusammen mit einem Outdoor-tauglichem Handy oder einer wasserdichten Hülle und einer OSM-Wanderkarte ist die App für viele Outdoor-Aktivitäten absolut ausreichend. Aber eben nicht für alle.

Bei der Signalqualität und dem Stromverbrauch ist man auch vom verwendeten Smartphone abhängig.  Aber selbst da liegen Handy+App und GPS-Gerät bei sparsamen Einstellungen für mich inzwischen gleichauf. Der Unterschied ist auf jeden Fall so klein geworden, dass er für viele Touren nicht mehr ausschlaggebend ist. Im Punkt Robustheit spielt das GPS-Gerät seine von Haus aus eingebauten Vorteile aber natürlich weiterhin aus.

Wobei am Ende eine Papierkarte für mich in den Punkten Übersicht und Zuverlässigkeit auf Tour nach wie vor beides schlägt. Wenn es aber um Gewicht, Kosten und Positionsbestimmung geht liegt die Papierkarte heutzutage einfach hinten.

Wann setze ich nun was ein?

Handy-App Locus Map 3 Classic:

  • wenn es schnell gehen soll
  • bei spontanen Touren
  • bei (ultraleichten) Wochenend-Touren
  • bei zivilisationsnahen Trekkingtouren
  • auf markierten Wegen
  • zur Positionsbestimmung bei vielen Abzweigungen oder in Ortschaften
  • als Backup

GPS-Gerät Garmin eTrex 30x:

  • wenn ich eine wasserdichte Navigation benötige, also beim Paddeln
  • wenn Notfallhandy und Navigation unabhängig sein sollen, also z.B. bei längeren Trekkingtouren

Da mich der Stromverbrauch von Locus Map 3 Classic im Zusammenspiel mit meinem Smartphone so positiv überrascht hat habe ich diese Kombination inzwischen mit einer kleinen Powerbank auf einigen längeren Touren getestet. Auf dem GR221 war ich dann das erste Mal nur noch mit dem Handy zur Navigation unterwegs und habe dabei auf Papierkarte und GPS-Gerät verzichten können. Inzwischen habe ich Locus Map 3 Classic u.a. aber auch im Rondane, auf dem Pembrokeshire Coast Path oder in Schweden zur Orientierung genutzt.

 

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