Schneeschuhwandern im Bayerischen Wald – 9 Touren

Schneeschuhwandern Bayerischer Wald

Bayerischer Wald: Schneeschuhtouren mit Wegbeschreibung, Karte und Tipps zur Ausrüstung. Großer Arber, Dreisessel, Lusen, Falkenstein, Rachel und mehr…

Schneeschuhwanderungen

Großer Arber WT27 h15,2 km860 hm1.456 m
Lusen WT25 h10,8 km511 hm1.373 m
Dreisessel WT24 h8,0 km482 hm1.332 m
Falkenstein WT36,5 h13,1 km728 hm1.315 m
Rachel WT25,5 h13.0 km555 hm1.453 m
Plöckenstein WT14 h10,4 km327 hm1.379 m
Großer Osser WT25 h9,7 km529 hm1.293 m
Schachtenbachrunde WT25 h12.1 km430 hm1.019 m
Siebensteinkopf WT24 h8,7 km325 hm1.263 m
  • (Schwierigkeitsbewertung nach SAC-Schneeschuhtourenskala, vor der Schneeschuhwanderung bitte die aktuelle Schnee- und Risikolage zur eigenen Risikobewertung einholen.)

Großer Arber

In Bodenmeis oder alternativ dem Wanderparkplatz am Rißlochweg beginnt die Tour. Anfangs bleiben die Schneeschuhe noch am Tourenrucksack, sobald wir aber den Ort verlassen und die Schneedecke durchgehend deckt kann der Spaß losgehen.

An der ehemaligen Skispungschanze vorbei geht es von auf einer Forststraße aus teils recht steil durch das Naturschutzgebiet Riesloch zum oberen Rißlochwasserfall mit seinen bei klirrender Kälte teils bizarren Eisformationen. Nach der Rieslochschlucht führt uns die Schneeschuhwanderung zunächst auf einem etwas weniger steilem Stück über die Arberhochstraße zur Bodenmeiser Mulde. Hier geht es dann in den steilen Schlussanstieg auf den Gipfel des Großen Arber (1.455m).

Den Rückweg kannst Du mit Gondel und Skibus oder mit einem Schlitten beschleunigen. Für alle Wanderer bietet sich neben dem Aufstiegsweg aber auch eine etwas östlicher gelegene Route als Abstieg an.

Als kürzere Alternative kannst Du auch einfach vom großen Arbersee (940m) aus starten. So kannst Du den großen Arber mit nur 500 Höhenmetern Auf- und Abstieg bewältigen.

Lusen

Die Schneeschuhtour auf den Lusen beginnen wir an der Haltestelle oder dem Parkplatz an der Fredenbrücke. Kurz nach dem Parkplatz steigen wir in die Schneeschuhe und und wandern durch den bayerischen Wald. An der kleinen Ohe entlang führt uns der Weg bis zur Martinsklause ehe es dann bis zum Teufelsloch noch einmal auf der Himmelsleiter steil bergan geht. Von hier ist es nur steil und fast auf direktem Weg bis zum Gipfel des Lusen (1.373m). Wer mag kann in dem nah gelegenen Lusenschutzhaus einkehren.

Vom Gipfel des Lusen haben wir nach wie vor ein Ausblick auf zahlreiche Streichhölzer in der Landschaft – der Borkenkäfer und diverse Stürme haben hier ganze Arbeit geleistet. Letztlich ist das aber eben auch der ganz natürliche Weg der Natur. Zurück geht es dann über die blaue Säule und von hier über den gleichen Weg zurück.

Dreisessel

Die Schneeschuhwanderung über den Dreisessel führt uns auf 15km und knapp 700 Höhenmetern von Frauenberg aus auf den Grenzkamm bis zum Gipfel. Zurück gehen wir auf dem im Winter einsamen E6.

Ausgangspunkt der Schneeschuhwanderung ist der Parkplatz der Dreisesselalm bei Frauenberg. Am Rand einer ehemaligen Skipiste können wir, wenn auch mit durchschnittlich 20% Steigung konditionell nicht ohne, recht einfach aufsteigen. Wer hier allein sein will sollte aber schon früh aufstehen, wir die Piste doch auch gerne von Tourengehern befahren. Zunächst noch im Schatten taucht man im letzten Stück dann in die Sonne ein. Sonnenbrille auf und weiter geht es noch ein letztes Stück auf der Piste.

Hat man einmal den Grenzkamm erreicht geht es über den Hochstein (1.333m) fast eben bis zum Dreisessel (1.323m) und dem gut besuchten Dreisesselhaus. Man könnte von hier natürlich auch einfach direkt wieder auf gleichem Weg zurückwandern, abswechslungsreicher ist aber der Abstieg auf dem E6.

Zunächst noch außerhalb des Waldes geht es dann bald auf schmalem Pfad im Wald bergab. Der Weg folgt offenbar in Teilen einem kleinen Bach. Wenn es taut nimmt der Bach teilweise schon einiges an Schneeauflage mit und macht den Weg dadurch teils schwierig zu gehen. Trotzdem ein wirklich schöner Weg.

Nach dem die Dreisesselstraße gequert wurde verlassen wir dann den E6 und folgen den Schildern Richtung Frauenberg.

Falkenstein

Ausgangspunkt für die Schneeschuhtour auf den Falkenstein ist der Wanderparkplatz in Zwieslerwaldhaus. Durch den Nationalpark Urwald Mittelsteighütte geht es erst nach Norden bevor wir nach Osten zu den Steinbachfällen und zum kleinen Falkenstein abbiegen. Von hier sind es dann auch nur noch knapp 150 Höhenmeter bis zum Gipfel des großen Falkenstein (1.315m). Insgesamt sind es bis hierhin schon etwas mehr als 600 Höhenmeter im Aufstieg, ein wenig Kondition darfst Du also gerne mitbringen.

Im Anschluss gehen wir in einer großen Runde, teils durchaus bei beträchtlicher Hangneigung, über die Höllbachschwellhütte und den Schwellenweg zurück nach Zwieslerwaldhaus.

Rachel

Der Rachel ist im Nationalpark Bayerischer Wald gelegen und mit 1.453 Meter der zweithöchste Berg im Bayerischen Wald. Der felsige Gipfel mit seinem Holzkreuz bietet einen grandiosen Ausblick vom Osser und Arber bis zum Dreisesselberg.

Wir beginnen die Tour auf den Rachel am Parkplatz G’fäll nördlich von Spiegelau. Von hier geht es nach Norden zum Waldschmidthaus und von hier zunächst auf den kleinen Rachel (1.399m). Nachdem wir auf gleichem Weg vom kleinen Rachel abgestiegen sind geht es linkerhand schnell zum großen Rachel mit seinen 1.453m.

Über die Rachelkapelle und den sagenumwobenen Rachelsee steigen wir dann wieder in Richtung Spiegelau ab.

Plöckenstein

Eine Schneeschuhwanderung auf den Plöckenstein bietet sich als eine kürzere Tour nahe des Dreisessels an. Anstatt selbst auf den Dreisessel aufzusteigen wählen wir für diese Schneeschuhwanderung den Wanderparkplatz am Dreisessel als Ausgangspunkt.

Vom Dreisesselhaus geht es immer direkt auf dem Grenzkamm zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik weiter. Noch immer sind hier die Spuren von Kyrill zu sehen. Der Sturm fegte hier 2007 mit bis zu 170 km/h über den Kamm und lies keinen einzigen Baum stehen. Im Gegenzug hat man dadurch natürlich aber auch einen weiten Blick über den bayerischen und den böhmischen Wald. Bei Wind darfst Du Dich hier aber gut gegen die Kälte schützen. Ohne Wald bist Du auf dem Kammweg dem Wind ansonsten schutzlos ausgeliefert.

Schon auf dem Weg zum Dreiländereck liegt der bayerische Plöckenstein (1.264m). Der breite Weg über den Kamm ist nach ein paar Tagen ohne Neuschnee schon gut ausgetreten. So versuchen auch zahlreiche Winterwanderer ohne Schneeschuhe ihr Glück und rutschen auf dem Schnee herum. Über das gut besuchte Dreiländereck erreicht man dann nach einem letzten Aufstieg den Gipfel des Plöckenstein (1.379m).

Für den Rückweg biegen wir am Dreiländereck nach Süden ab und gehen auf dem Adalbert-Stifter-Steig über das Steinerne Meer zurück zum Ausgangspunkt. Weit weniger begangen findet man auf ihm auch an schönen Tagen direkt am Dreisessel nur noch eine schmale Schneespur in traumhafter Winterlandschaft.

Großer Osser

Schneeschuhwanderung vom Wanderparlplatz Lambach aus auf den Großen Osser (1.293m). Am Märchen- und Gespensterschloss vorbeit geht es über die Eiserne Madonna über den Teufelstritt zunächst bis zur Osserwiese oder, alternativ, direkt zum großem Osser. Nur ein paar Meter entfernt liegt das Osserschutzhaus mit einem reichhaltigen Angebot an deftigen Hüttengerichten.

Wer nicht auf dem gleichen Weg zurückwandern will kann noch einen Schwenk über den Weißen Riegel (1.093m) im Norden mitnehmen.

Schachtenbachrunde

Die Schneeschuhtour „Schachtenbachrunde“ startet am Parkplatz nördlich von Rabenstein, einem Ortsteil von Zwiesel. In einer weiten Runde führt der Weg teils auf Wanderwegen, teils auf eingeschneiten Forststraßen über Schachtenbach wieder zum Ausgangspunkt zurück.
Nachdem wir nach knapp halber Strecke Schachtenbach erreicht haben locken als wortwörtliche Höhepunkte die Rote Höhe (1.050m), deren Hang wir queren, und der Hennenkobel, den Hausberg von Rabenstein mit einer grandiosen Aussicht auf den Zwieseler Winkel (965m).

Siebensteinkopf

Die Schneeschuhwanderung auf den Siebensteinkopf startet an der Bushaltestelle Wistleberg oder am Parkplatz des Langslaufzentrums Finsterau. Gut markiert erreicht man über das Finsterauer Filz den Gipfel des Siebensteinkopfes (1.263m).

Ab der Reschbachklause folgt der Weg dem Bachlauf des Reschenbaches. Nach der Alten Klause geht es dann auf dem Zametzer Steig zurück zum Ausgangspunkt.

Tipps für Schneeschuhtouren

Ausrüstung

Damit Du auf Deiner Schneeschuhwanderung wirklich Spaß hast brauchst Du natürlich auch die richtige Ausrüstung:

  • Schneeschuhe mit Steighilfe und Harscheisen
  • Bergstiefel (mind. knöchelhoch, wasserdicht; warme Socken nicht vergessen)
  • Gamaschen oder Tourenhose mit integriertem Schneefang am Beinabschluß
  • winddichte Handschuhe (auch zum Wechseln, das paar beim Laufen schwitzt gerne durch)
  • warme Sachen zum Drüberziehen für Pausen
  • Sonnencreme
  • Sonnenbrille
  • winddichte Mütze
  • Buff für den Hals
  • Isolierflasche mit warmem Tee
  • Erste-Hilfe Set mit Biwaksack aus Rettungsfolie
  • Smartphone (Notfalltelefon und als Navi bei stabil gutem Wetter, ansonsten GPS-Gerät)
  • Karte und Kompass (ggf. Outdoor-Uhr und Smartphone als Redundanz)
  • Wander-App mit Hangneigungsanzeige
  • DAV SnowCard
  • Tourenrucksack mit Befestigungsmöglichkeit für die Schneeschuhe
  • Trekkingstöcke mit Schneeteller
  • Verpflegung

Bei längeren Schneeschuhtouren kannst Du auch noch einen Trekking-Kocher und ein leichtes Kochset mitnehmen um Dir zwischendurch was warmes zu kochen.

Lawinengefahr richtig einschätzen

Der Bayerische Wald ist an sich nicht für Lawinenunglücke bekannt, trotzdem sollte man sich mit den Hangneigungen und Schneelagen auseinandersetzen. Vor allem in den Gipfellagen können auch im Bayerischen Wald gefährliche Situationen entstehen. Wer noch ein wenig mehr für die eigene Sicherheit machen will packt auch eine LVS-Ausrüstung (Gerät inkl. Batterien, Sonde, Schaufel) mit ein. Schadet nicht und im Notfall kann sie Leben retten.

Natur und Tiere respektieren

Beim Schneeschuhgehen bewegen wir uns im Lebensraum vieler Tiere. Während wir uns bei unseren Touren gerne auch mal verausgaben und am Abend zu Hause wieder aufwärmen können sind Tiere bei Kälte besonders störanfällig. Wenn sie an ihrem Ruheplatz aufgeschreckt werden bedeutet das letztlich Stress und einen erhöhten Energiebedarf der tödlich sein kann.

Am besten bleiben wir einfach auf den ausgewiesenen Wanderrouten und gehen nur bei Tageslicht auf Tour. Weitere Tipps zum richtigen Verhalten bei Wintertouren gibt der DAV: Natürlich auf Tour

Fazit

Schneeschuhwandern im Bayerischen Wald ist eine tolle Sache. Aber auch wenn das Lawinenrisiko im Bayerischen Wald niedriger ist als in den Alpen solltet ihr vor der Tour immer anhand der aktuellen Schnee- und Risikolage individuell entscheiden ob ihr eine Tour gehen könnt oder ob ihr euch nicht besser eine sicherere Alternativroute sucht.

Wenn alles passt ist es einfach nur pure Freude. Das Knarzen des harschigen Schnees am Morgen, das Eintauchen in frischen Pulverschnee und die Ruhe einer Winterlandschaft haben einfach was. Gut – ein wenig anstrengend ist es schon auch.

Ansonsten bietet der Bayerische Wald viele schöne Schneeschuhtouren ohne großes Lawinenrisiko mit leicht erreichbarem Einstieg.

 

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