Trekking im Saltfjellet – Svartisen Nationalpark

Saltfjellet-Svartisen Nationalpark

Meine erste Fjelltour führte mich in den Saltfjellet – Svartisen Nationalpark. Wir wandern von Nordnes über die Bjellavasstua in 3 Tagen nach Lønsdal. Über sumpfige Pfade, Geröll, an Seen entlang und durch Flüsse durch in unglaublich einsamer Landschaft. Genau so muß das sein.

GPS-Track und Karte

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Jordbruhytta: 66.935898, 15.236460
Parken: 66.933020, 15.302238
Bjellåvasstua: 66.849446, 15.045660
Saltfjellstua: 66.714754, 15.026111
Lönstinden: 66.707341, 15.121307
Bahnhof Lonsstua: 66.743291, 15.462914

Markierung und Wegbeschaffenheit

Der Weg ist durchgehend mit dem typischen roten T markiert. Der schmale Pfad führt durch wechselnde Bodenbeschaffenheiten. Mal fester Trampelpfad, mal sumpfig, mal geht es über Geröll. Auch Flüsse müssen hin und wieder gefurtet werden. Die meisten Flüsse lassen sich aber über eine Brücke überwinden.

Karten

Ausgangspunkt

Nordnes ist nicht viel mehr als eine kleine Ansammlung von Hütten und vor allem einem Campingplatz westlich der E6.

Endpunkt

Lønsdal ist ein kleines Dorf am Fluss Lønselva. Das Dorf lebt im Wesentlichen vom Tourismus da es genau zwischen dem Junkerdal Nationpark und dem Saltfjellet-Svartisen Nationalpark liegt. Dank der guten Verkehrsanbindung mit der E6 und einem Bahnhof der Nordlandsbanen ist Lønsdal ein beliebter Start- oder Endpunkt für Trekking- oder Hüttentouren.

Verkehrsanbindung

  • Auto: E6
  • Bahn: Nordlandsbanen Bahnlinie Trondheim – Dunderland – Lønsdal – Bodø

Der Salfjellet-Svartisen Nationalpark

1989 gegründet schützt der Nationalpark die nahezu unberührte Natur auf Höhe des Polarkreises auf einer Fläche von mehr als 2100 Quadratkilometern. Der Saltfejellet-Svartisen erstreckt sich dabei vom Nordfjord im Westen über die nordische Gebirgswelt auf bis zu 1.500 Höhenmetern bis zu den Tundrenlandschaften im Osten. Im Westen ist der Park dabei durch den Svartisen, dem viert-größten Gletscher Norwegens, geprägt während im Osten der Bergzug Saltfjellet namensgebend ist.

Geologisch befinden wir uns hier überwiegend auf Kalkgestein. Kein Wunder also dass sich über die Jahrtausende hier Höhlen im Karst gebildet haben. Zusätzlich führt der kalkhaltige Boden auch zu einer vergleichsweise üppigen Vegetation.

Tourbeschreibung

Wir sind schon einige Tage unterwegs. Vom heimischen Franken sind wir mit dem Auto über Schweden bis zu den Lofoten gefahren. Auf dem Roadtrip haben wir schon einige Wanderungen wie z.B. am Moysalen oder auf den Digermulkollen unternommen. Eine perfekte Vorbereitung also für unsere Trekkingtour im Saltfjellet-Svartisen Nationalpark.

Das erste mal Fjell für uns, die Vorfreude ist groß. Am Vorabend kommen wir mit dem Auto an unserem Startpunkt an. Ein unspektakulärer Wanderparkplatz mitten in einem Birkenwald. Während wir das Zelt aufbauen ahnen wir es schon – es ist Mückenreich hier. Wir kochen noch draußen, doch schon in kürzester Zeit zieht es uns ins Zelt. Nicht weil es draußen zugezogen hätte. Die Mücken waren einfach eine Plage. Um ehrlich zu sein hatten wir uns darauf nicht wirklich vorbereitet. Wir studieren noch die Karte im Zelt und freuen uns auf die Tour die am nächsten morgen starten sollte.

Etappe 1: Nordnes-Bjellavatnet

Das Zelt ist schnell gepackt, wir haben ja inzwischen Routine, und alles was nicht wirklich notwendig ist bleibt im Auto. Wir freuen uns auf die nächste Tage Trekking. Anfangs folgen wir einfach noch dem Flurweg der uns auch zu unserem Parkplatz geführt hat, doch schon bald wird aus dem Flurweg ein Pfad.

Langsam geht es im Jarbrudalen aufwärts und so lichtet sich der Wald allmählich und gibt immer mehr den Blick in die weite Landschaft frei. Lange folgen wir dem Russaga und immer wieder sehen wir dabei schönste Karstgebilde.

Das Wasser hat sich hier seinen Weg im Karst gesucht und u.a. viele Grotten und Höhlen gebildet

Das Wasser hat sich hier seinen Weg im Karst gesucht und u.a. viele Grotten und Höhlen gebildet

Der größte Anstieg des Tages führt uns auf die halbe Höhe des Gamdalsfjellet. Bis hierhin sind immerhin schon mehr als 17km und 850 Höhenmeter zu bewältigen. Wir folgen dem Weg weiter dem Hang entlang. Und dann steht da ein mannshohes Tier in einiger Entfernung am Hang. Ist das ein Elch? Oder ein Rentier? Aber sind Rentiere nicht Herdentiere? Kommt da etwa gleich eine ganze Herde vorbei? Ohne Geweih und einzeln unterwegs tippen wir auf auf eine Elchkuh. Wir rätseln noch ein wenig und gehen dann doch ohne wirklich schlauer zu sein weiter. Nachdem wir auf unserer Norwegentour schon Seeadler und Wale gesehen hatten sind wir schon fast abgestumpft was Tierbeobachtungen angeht.

Nach einem weiteren kurzen Ab- und anschließenden Aufstieg sehen wir bald schon den Bjellavatnet. Irgendwo dort wollen wir unser Zelt aufschlagen. Gemächlich geht es bergab und schon bald stehen wir an der DNT-Hütte Bjellavastua. Weit und breit sind wir die einzigen und so beschließen wir unser Abendessen von Mücken ungestört in der Hütte zu kochen und unsere müden Knochen ein wenig zu entspannen.

Wie üblich kochen wir uns zwei Discounter-Fertiggerichte für je 2 Personen, also insgesamt 4 Portionen für 2 Personen. Heute würde ich da eher auf richtige Trekkingnahrung zurückgreifen, aber man lernt ja nie aus. Trotzdem ist die Spaghetteria natürlich schnell verputzt.

Wir schlagen unser Zelt letztlich einige Meter Abseits der Hütte am See auf und versuchen trotz Mitternachtssonne ein wenig Schlaf zu finden. Dank der Anstrengung klappt das dann auch recht gut.

Die Bjellavasstua am Bjellavatnet

Die Bjellavasstua am Bjellavatnet

Etappe 2: Bjellavatnet-Lønstindvatnet

Wir haben Glück mit dem Wetter. Es ist zwar frisch, aber klar und so wird es heute wohl noch wieder ein sehr schöner Tag. Der Weg führt uns einige Kilometer am Bjellavatnet vorbei. Von Osten kommende Bäche queren wir inzwischen mit Routine.

Ob wir bis zur Stallogrophytta oder nur bis zur Midtistua gelaufen sind bevor wir nach Osten Richtung Lonsdalen abgeboben sind bekomme ich nicht mehr zusammen. Was auf dem Auftsieg zum Lønstinden aber folgte ist noch da als wäre es erst gestern gewesen. Es geht über unzählige Bäche und Flüsse. Dazwischen sumpfiges Gelände. Den Stiefeln wird alles abverlangt.

Und dann ist es soweit. die längste Furt lag vor uns. Eiskaltes Wasser, ein breiter Fluss, teils knietiefes Wasser. Kleine Bäche waren bisher kein Thema für uns, aber diese Furt hatte es in sich. Also Schuhe ausgezogen und Trekkingsandalen an. Die wichtigsten Sachen wasserdicht verpackt und los geht´s. Mit den Stöcken testen wir vor jedem Schritt die Wassertiefe und so tasten wir uns Schritt für Schritt durch den Fluß. Am anderen Ufer angekommen dann dieses unbeschreibliche Gefühl wenn die Füße langsam wieder warm werden. Aber wir sind uns noch nicht ganz sicher ob wir schon wieder in die Wanderstiefel können oder gleich die nächste Furt auf uns wartete. Es waren mehrere an diesem Tag. Aber einige gingen wir in unseren Trekkingstiefeln und suchten uns einen Weg auf den aus dem Wasser herausragenden Steinen.

Nach all den sumpfigen Flächen und Bachquerungen sind wir schon fast froh als wir weiter oben dann auf Schneefelder und Blockwerk treffen. Kurz vor dem Lønstinden beschließen wir unser Lager aufzuschlagen. Inmitten von Blockwerk, Schneefeldern und dem zugefrorenen Lønstindvatnet finden wir einen gut geeigneten Platz um unser Zelt aufzubauen.

Nachts wachte ich auf und ging nach draußen. Es ist nicht taghell aber die Landschaft sah einfach beeindruckend aus. Es war 3 Uhr Nachts und die Landschaft lag in einer tollen Dämmerungsstimmung vor mir.

Der Lønstinden um 2:00 Uhr Nachts. Im Vordergrund der noch zugefrorene See

Der Lønstinden um 3:00 Uhr Nachts. Im Vordergrund der noch zugefrorene See

Etappe 3: Lønstindvatnet-Lønsdal

Die Sonne weckt uns auch heute. Nach der anstrengenden Tour am Vortag gehen wir es heute gemütlich an wärmen uns in der Sonne auf, lüften unsere Schlafsäcke und genießen den Ausblick auf den Lønstinden.

Wir folgend dann dem Weg durch schier nicht endendes Blockwerk und zahlreiche Schneefelder. Der Abstieg durch die Nordlandsruta führt uns weiter über Schneefelder und Blockwerk und erst beim Blick zurück erkennen wir den grandisosen Blick auf den Addjektind.

Je tiefer wir kommen desto mehr Abwechslung bietet uns die Vegetation. An einem See vorbei geht es jetzt zügig bergab  nach Lønsdal. Ein Zug fährt in absehbarer Zeit nicht und wir sind uns auch gar nicht sicher ob der Zug überhaupt an unserem Ausgangspunkt halten würde.

So beschließen wir an der E6 zu trampen. Erst zu zweit, was lange Zeit nicht funktionierte. Wir beschließen uns aufzuteilen und schnell wurden wir mitgenommen. Von der E6 geht es dann noch die wenigen Meter in Nordnes bis zum Auto zurück.

 

Addjektind (1.440m)

Addjektind (1.440m)

Varianten

Der Saltfejellet-Svatisen Nationalpark bietet mit seinen 15 Hütten und zahlreichen Wanderwegen noch viele weitere Touren.

Nord-Süd-Durchquerung bis Bolna

Geht man von der Stallogrphytta nicht wie wir nach Lønsdal sondern nach Süden weiter kann man die Tour um einen Tag verlängern. Ziel ist dann Bolna, eine ehemalige Bahnstation. Insgesamt braucht man zwei Tage bis dorthin. Heute ist hier aber keine regelmäßige Verkehrsanbindung mehr. Der Zughalt wurde hier schon lange eingestellt. Trampen auf der E6 oder ein vorher hier abgestelltes Auto ist also zwingend erforderlich.

Ost-West-Durchquerung von Lønsdal zum Nordmeer

Wer noch mehr Etappen in Salktfjellet-Svartisen Nationalpark verbringen möchte kann auch eine komplette Ost-West Durchquerung angehen. Von Lønsdal aus geht es nach Westen. Die Durchquerung gestaltet sich aber schwierig da die Höhenzüge in Nord-Süd-Richtung eine natürlich Barriere bilden. Hin- und wieder hört man aber von einer Ost-West-Durchquerung. Sobald ich einen guten Tourenbericht gefunden habe werde ich ihn an dieser Stelle natürlich verlinken.

Fazit

Das erste mal Fjell und es wir sicher nichts das letzte Mal sein. Im Satlfjellet-Svartisen Nationalpark könnte man noch einige Tage mehr verbringen, aber uns zieht es jetzt erstmal über eine Gletscherzunge des Svartisen weiter in Richtung Jotunheimen.

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