Tarptent Notch: Ultraleichtes Zelt im Praxistest

Tarptent Notch

Das Tarptet Notch: mit nur 790g Gewicht ein Ultraleicht-Zelt ohne Hundehütten-Feeling. Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Ultraleicht-Trekking. Was noch fehlte war ein komfortables leichtes Zelt für moderates Wetter. Es ist das Tarptent Notch geworden.

Tarptent Notch: Technische Daten

Bei der Bestellung hast Du die Auswahl zwischen einem Partial Solid Inner und einem Mesh-Inner. Da ich schon genug Zelte für widrige Wetterbedingungen besitze und speziell ein ultraleichtes Zelt für Touren in Mitteleuropa als Ersatz für mein Tarp suchte habe ich mich für das Mesh-Inner entschieden:

  • Gesamtgewicht: 790g (gewogen)
  • Außenzelt: 450g
  • Mesh-Innenzelt: 270g

Neu in der Version 2018:

Zu meiner Überraschung bekam ich ein neues 2018er Modell des Notch. Die Neuerungen:

  • 30D Außenzelt mit 3000mm Wassersäule (vorher 1500mm)
  • reißverschlussfreies Außenzelt

optionales Zubehör

  • Tarpstangen – falls Du es nicht mit Trekkingstöcken aufbauen willst
  • Nahtdichter-Set – Du musst die Nähte selbst versiegeln
  • Tyvek-Groundsheet
  • Reparaturset

Meine Meinung? Kannst Du bei Bedarf alles in Deutschland günstiger besorgen oder selbst herstellen!

Die Nähte sollte man übrigens auf jeden Fall abdichten. Viele Zelte sind ja trotz Hinweis des Herstellers auf eine erforderliche Nahtdichtung dicht. Ich habe es beim Notch ausprobiert und dann mit SilNet die Nähte abgedichtet.

Bestellung

Ich habe das Zelt direkt bei Tarptent auf der Herstellerhomepage in den USA bestellt. Das bedeutet, dass auf den Preis noch Zoll dazukommt und Du das Paket dementsprechend beim Zoll abholen musst. Im Vergleich zu einer Bestellung bei einem Shop in der EU habe ich so aber mehr als 100,-€ sparen können.

Die Lieferzeit betrug 5 Wochen inkl. der Bearbeitungszeit durch den Zoll. Wenn Du im Vorfeld Fragen hast kannst Du direkt per Mail oder per Chatfenster auf der Homepage des Herstellers Kontakt aufnehmen. Wenn Dir ein Chat angeboten wird ist hier auch wirklich jemand da und auch auf E-Mails wird schnell geantwortet.

Erfahrungen

Ich habe inzwischen einige Nächte, darunter auch mehrere Nächte bei Starkregen, im Tarptent Notch verbracht und kann daher inzwischen ganz gut berichten wie es sich Praxiseinsatz schlägt.

Gleich vorweg: Ich mag das Notch!

Das Notch ist mit ein wenig Übung auch unter widrigen Bedingungen schnell aufgebaut und die gesamte trockene Grundfläche und das Gesamtvolumen ist für ein Ultraleicht-Zelt einfach riesig. Dank Mesh-Innenzelt kommt es einem tatsächlich noch viel größer vor als es die Maße des Innenzeltes vermuten lassen.

Das 30D-Material ist dabei robust und gut verarbeitet. Ich denke es wird mich recht lange auf ultraleichte Touren begleiten.

Beim Klettverschluss am Außenzelt bin ich nach wie vor noch skeptisch. Ich bin mir nicht sicher wie er sich mit ein wenig Verschmutzung noch schließen lässt und ob es an der Klett-freien Stellen nicht zu sehr zieht. Was jetzt schon klar ist: von Innen lassen sich die Klettverschlüsse, vor allem der untere, nur schwer deckungsgleich schließen. Für zusätzliche Lüftung kann man aber gut sorgen in dem man den oberen Klettverschluss offen lässt.

Wo man meiner Meinung nach zu viel am Gewicht gespart hat:

  • An den Mesh-Taschen im Innenzelt. Durch den schrägen Schnitt fällt der Inhalt gerne mal unbemerkt aus den Taschen.
  • An den Knebeln zum Befestigen des aufgerollten Innenzeltes. Stattdessen kann man die Innenzelttür mit zwei Gummibändern per Knoten befestigen. Ich werde mir die Knebel wohl selbst nachrüsten.

Das Raumangebot im Innenzelt reicht mir gut aus und der Rucksack kann in einer der beiden Apsiden bleiben oder bei leichtem Gepäck sogar mit ins Innenzelt. Mit dem Solid-Inner wäre es mir vom Raumgefühl her zu eng, mit dem Mesh-Inner ist das Raumgefühl aber groß genug. Kochen geht mit meinem leichten Kochset in der Apside gut.

Die Kondensbildung hält sich trotz der sehr klein geratenen beiden oberen Lüfter in Grenzen, wobei man zur besseren Belüftung auch die beiden oberen Klettverschlüsse offen lassen kann. Kondensfrei bleibt das Zelt aber nicht.

Aufbau

Der Aufbau des Tarptent Notch ging schon beim ersten Mal gut von der Hand. Hier ein Aufbauvideo des Herstellers:

Die Befestigung des Innenzeltes an den Stöcken ist in der 2018er Version anders als im Video beschrieben gelöst. Am Innenzelt ist jetzt statt einem Klettverschluß eine Gummischlaufe angebracht. Beim Aufstellen des Zeltes kann man die Schlaufe über den Griff des Trekkingstockes ziehen. Wenn das Zelt erstmal auf Spannung steht geht das nicht mehr.

Sollte nach dem Aufbau der First wie im Lüfter-Bild oben durchhängen kann man die Spannung an den Stirnseiten des Zelten ein wenig lockern und an den Querseiten nachspannen. Dann steht das Zelt auch wie im Titelbild schön straff.

Nach dem Zeltaufbau kann man das Innenzelt dann noch über die Bänder an der obersten Aufhängung spannen um das maximal mögliche Innenzeltvolumen herauszuholen.

Fazit

Für ultraleichte Trekkingtouren ist das Tarptent Notch inzwischen das Zelt meiner Wahl. Bis jetzt erfüllt es genau das was ich mir von dem Zelt erwartet habe: Es ist leicht, schnell aufzubauen, ein verlässlicher Wetterschutz in heimischen Breiten und unauffällig in der Natur.

Pros

  • Gewicht – eben einfach Ultraleicht
  • Querschläfer
  • 2 Apsiden, 2 Eingänge
  • Materialstabilität
  • schneller Aufbau

Cons

  • stirnseitige Belüftungen von innen nicht zu schließen
  • runde Heringe statt V-Heringe
  • schlechter Schnitt der Mesh-Taschen im Innenzelt
  • Preis-/Leistungsverhältnis mit Zoll grenzwertig

Ich werde ich es in Zukunft z.B. anstelle meines DD-Tarps beim Trekking in Deutschland, beim Ultraleicht-Trekking und als Biwakzelt bei Alpenüberquerungen einsetzen. Bei Starkregen hat es sich in den Bergen bereits bewiesen, wie es sich bei starkem Wind schlägt werde ich dann hier im Beitrag ergänzen sobald ich es dabei erprobt habe.