Trekking in Island – Reiseinformationen

Trekking in Island - Reiseinformationen

Island ist ein Trekkingland. Aber wie reist man nach und in Island? Wo bekommt man Bargeld, Landkarten und Gaskartuschen? Wie ist das Wetter, die Netzabdeckung und was mache im Notfall? Ich habe hier alle wichtigen Reiseinformationen für Island zusammengestellt.

Anreise Island

Für die Anreise gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man reist mit dem Flugzeug oder mit der Fähre an. Für Trekkingtouren bleibt aber das Flugzeug die beste Wahl. Schließlich kann man mit dem Auto für das man eine Fähre bräuchte auf einer Trekkingtour wenig anfangen so dass sich die deutlich längere Reisezeit nicht lohnen würde.

Die meisten Verbindungen nach Island bietet Iceland Air an. Von München und Frankfurt gibt es Linienflüge nach Kevlavik und zurück.

Reisen in Island

Kommt man am Flughafen in Kevlavik an geht es meist direkt weiter.

Wer sich in Island ein Auto mieten will kann direkt am Flughafen sein Auto abholen oder in Reykjavik eine der zahlreichen kleineren Autovermietungen nutzen. Die wenigsten Trekker werden aber ein Auto benötigen. Wenn ihr aber mit dem Auto ins Hochland wollt, dann solltet ihr auf jeden Fall im Vorfeld prüfen ob ihr ein Auto mit Allradantrieb und ggf. sogar einen Geländewagen braucht um die Flüsse zu furten.

Allrad Pflicht in Island

Auf vielen Straßen in Island ist ein Allradantrieb Pflicht

Vom Flughafen nach Reykjavik gibt es den Flybus der zu jedem ankommenden Flug bereitsteht. Tickets kann man direkt am Flughafen kaufen, ich empfehle aber das Ticket schon im Vorfeld im Internet zu bestellen. Das erspart euch die Warteschlange am Schalter.

Mit dem Flybus könnt ihr entweder bis zu verschiedenen Hotels und zum Hostel bzw. Campingplatz fahren oder am Busterminal aussteigen.

Vom Busterminal starten die meisten Linienbusse die ganz Island auf vielen Routen verbinden. Für Trekkintouren lohnen sich die Hiking on your own – Tickets von Reykjavik Excursion. Hier gibt es Einzeltickets oder auch einen „Hiking Passport“ mit dem ihr für die Trekkingtouren Fimmvörduhals, Laugavegur und den Hellismannaleid ein Hin- und Rückfahrticket bei variablen Einstiegsmöglichkeiten habt.

Auch wer weiter in den Norden Islands will kann den Flybus nehmen. Die Inlandsflüge gehen vom Flughafen in Reykjavik, direkt gegenüber dem Busterminal. Fliegen ist in Island auch im Inland absolut gängig. So gibt es Linienflüge unter anderem nach Akureyri, Egilsstadir, Isafjordur, Husavik oder nach Grimsey. Aktuelle Informationen zum Streckennetz der Inlandsflüge findet ihr zum Beispiel bei Iceland Air oder EaglAir.

Einkaufen in Island

Direkt nach der Ankunft braucht man meist das nötigste sofort. Direkt im Flughafen gibt es einen Supermarkt der schon sehr viel anbietet. Gaskartuschen oder Benzin für euer Trekking-Kochset bekommt ihr auch an Feiertagen an der Tankstelle neben dem Busterminal.

Anonsten gibt es vor allem zwei große Supermarktketten in Island. Als Discounter weit verbreitet sind Bónus und Krónan Supermärkte. Im Sommer sind viele Supermärkte bis 21:00 Uhr und auch Sonntags geöffnet.

Kühlraum für frische Lebensmittel

In den Supermärkten gibt es meist ganze Kühlräume für frische Lebensmittel

Zelten, Wildcampen und Hütten in Island

Island bietet für alle Spielarten des Trekkings geeignete Übernachtungsmöglichkeiten. Wer seine Tour als Hüttentrekking plant findet alle nötigen Informationen auf der Seite des Nordic Adventure Travel und der The Iceland Touring Association eine Übersicht der Hütten.

Wildcampen ist in Island nicht erlaubt. Das Gerücht, es gäbe analog anderer Skandinavischer Länder ein Jedermannsrecht ist wirklich nur ein Gerücht. Da zudem viele der beliebtesten Trekkingtouren durch Nationalparkgebiete führen versteht es sich von selbst dass man hier erst recht sein Zelt nicht wild aufschlägt. Die Natur Islands ist sehr fragil und jeder Fußabdruck und jeder hinterlassene Müll schädigt die Natur für lange Jahre. Da die Anzahl an Touristen in Island immer mehr zunimmt werden inzwischen auch immer mehr explizite Verbotsschilder aufgestellt. Einen wie ich finde sehr guten Artikel zu dem Thema findet ihr im Blog von Thomas Guthmann.

Alternativ zum Wildcampen findet sich an den bekannten Routen entlang viele einfache Zeltplätze. So ist an fast jeder Hütte auch ein Zeltplatz angeschlossen. Auf den Seiten des NAT gibt es eine Landkarte mit Zeltplätzen. Die meisten Zeltplätze sind sehr einfach ausgestattet. Fließen kaltes Wasser und Sanitäranlagen habe ich bisher immer angetroffen. Warmwasser und Duschen haben nicht alle Plätze.

Zeltplatz Hrafntinnusker

Steinwälle als Windschutz – Zeltplatz in Hrafntinnusker

Sprache

Hauptsprache in Island ist Isländisch. Englisch ist aber sehr weit verbreitet und nahezu jeder Isländer spricht fließend Englisch.

Wetter in Island

Island heißt in Englisch nicht ohne Grund Iceland. Es kann zwar im Sommer an der Küste durchaus auch sehr warm werden, aber Island ist letztlich eine Insel mitten im nordischen Meer. Die meisten Gebiete die sich für Trekkingtouren anbieten sind bis mindestens Mitte Juni nicht zu erreichen. Die Saison ist kurz, schon Mitte September können die Hochlandstraßen und damit die Zugangswege wieder gesperrt sein.

Nach Langzeitaufzeichnungen von Meteoblue sind die Temperaturen in Landmannalaugar von Juli bis August mit durchschnittlich 6-13°C am höchsten, der Niederschlag ist im Juni am niedrigsten und wächst dann kontinuierlich an. Trotzdem kann die Temperatur auch im Sommer schnell unter den Gefrierpunkt fallen. Frostig kalte Nächte sind auch in den Sommermonaten keine Seltenheit.

Ohne schützende Wälder gibt es in Island eigentlich immer Wind. Schnell können sich hier kräftige Stürme entwickeln. Gerade in Wüstengebieten kann es so zu Sandstürmen aus Vulkanasche kommen. Im Hochland kann es zusätzlich auch im Sommer Schneestürme geben.

Sicherheit

Island fordert uns einiges ab. Wetterumschwünge und vulkanische Aktivität können jederzeit zu einem Abbruch der Tour führen. Zusätzlich ist man oft weit von der Zivilisation entfernt und auf sich allein gestellt.

Aber Island ist sich der Gefahren bewusst und hat ein sehr gutes Sicherheitsnetz aufgebaut und nutzt dabei auch die Möglichkeiten des Internets und des Mobiltelefons. Mit der App 112 Iceland könnt ihr täglich eure Koordinaten senden und die Rettung im Ernstfall alarmieren. Auf der Seite SafeTravel.is erhaltet ihr mehr Informationen dazu. Als Ergänzung könnt ihr hier eure Route, Kontaktinformationen und Kontaktpersonen zu hinterlegen. Aktuelle Sicherheitsinformationen werden direkt auf der Startseite eingeblendet.

Auf vedur.is erhaltet ihr täglich den Wetterbericht. Zusätzlich erhaltet ihr hier ebenfalls Verhaltenshinweise bei außergewöhnlichen Bedingungen wie z.B. hohen Pegelständen oder vulkanischen Aktivitäten.

Screenshot savetravel.is

Screenshot von savetravel.is – Bevor die eigentliche Seite geladen wird erscheinen aktuelle Sicherheitswarnungen

Aufgrund des unberechenbaren Wetters nehme ich zur eigenen Sicherheit nach Island immer ein sturmfestes 4-Jahreszeiten-Zelt, eine Schutzbrille und einen Mundschutz mit.

Mobilnetz und Roaming in Island

Auf vielen Touren hat man zumindest in der Nähe von Hochlandpisten und Hütten zumindest langsamen Netzempfang. Vodafone bietet einen sehr schönen Service auf ihrer isländischen Seite an. Auf einer interaktiven Karte könnt die Netzabdeckung in Island von Vodafone sehen. Analog dazu bietet auch Siminn, ein isländischer Netzanbieter, eine interaktive Karte zur Netzabdeckung an.

Gebühren für Roaming entfallen bei den meisten Anbietern glücklicherweise seit dem 15.06.2017. Island ist zwar nicht in der EU, schließt sich aber den neuen EU-Regeln für Roaming an. Um ganz sicher zu gehen solltet ihr aber die Bedingungen für Roaming eures Netzanbieters ansehen. Hier sind alle Länder gelistet für die ihr keine Roaminggebühren zahlen müsst.

Netzabdeckung Island

4G Netzabdeckung in Island – Screenshot von Vodafone.is vom 04.06.2017

Währung und Zahlungsverkehr

Währung in Island ist die Isländische Krone (ISK). Der Kurs wechselt durchaus stark, in den letzten Jahren ist der Kurs wieder stark gestiegen. Am Besten vor Reiseantritt nochmal einen Währungsrechner bemühen.

Die übliche Zahlungsweise in Ortschaften ist die Kreditkarte. Tanken geht teilweise sogar nur noch mit Kreditkarte. Auf den Hütten und Zeltplätzen hatte ich aber mit Barzahlung noch keine Probleme und auch in den Supermärkten konnte ich immer auch bar bezahlen.

Geld wechseln geht am Einfachsten wenn man direkt im Flughafen Geld vom Automaten abhebt.

Literatur und Karten

Bist Du gerade mitten in der Planung? Folgende Bücher kann ich empfehlen:

  • Erik Van de Perre – Island: Trekking-Klassiker
  • Uwe Grunewald Island – Naturparadies am Polarkreis

Karten könnt ihr entweder vor Ort oder über den Nordlandshop beziehen. Es gibt aber nur wenige Karten mit einem größeren Maßstab als 1:100.000

Habt ihr aktuelle Informationen?

Habt ihr weitere Reiseinformationen für Island? Schreibt sie mir in den Kommentaren und ich ergänze und aktualisiere die Reiseinformationen für Island!

 

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