Kanu-App(s): Canua und Co. – Welche Kanu-Apps zum Paddeln taugen

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Kanu-Apps zum Paddeln? Canua-App, RiverApp und Windfinder. Welche Kanu-Apps es gibt und was sie wirklich taugen erfahrt ihr in diesem Artikel.

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Canua – Die Kanu-App des DKV

Die Canua-App verspricht viel, hält aber leider (noch?) wenig. Ich habe sie trotz der schlechten Bewertungen auf meiner Kanutour auf dem Obermain ausprobiert.

Der Anbieter der App präsentiert die Canua-App vielversprechend:

Nutze die einzigartige Gewässerdatenbank des DKV für die Planung deiner Paddelfahrten. Zeichne deine Fahrten auf, nimm unterwegs Fotos auf, speichere und teile deine Tour.

Das ganze klappt aber nur bedingt. Man kann zwar eine Etappe planen, erhält auch direkt die Strecke, aber speichern kann man die geplante Tour nicht. Damit ersetzt sie kaum die klassischen Methoden der Tourplanung mit Gewässerkarten und Stift oder digitalen Karten mit der Möglichkeit GPS-Track und Wegpunkte auch abzuspeichern. So bleibt eine manuelle Etappenplanung nach wie vor das A und O für eine mehrtägige Kanutour. Die Canua-App kann die Tourplanung vereinfachen aber mitnichten ersetzen.

Nach der Tour kann man seine Tour dann tatsächlich speichern, allerdings lässt sich der per Mail gesendete GPS-Track noch nicht mal in Garmin BaseCamp öffnen. Das Hochladen in das elektronische Fahrtenbuch ist möglich, aber nicht selbsterklärend – die Tour wird beim Upload ins efb erstmal nur als GPS-Track abgelegt aber mitnichten direkt in das Fahrtenbuch selbst übernommen. Dafür muss man erst noch in der Trackübersicht den Track zum Fahrtenbuch hinzufügen. Macht man das nicht dient das hochladen einzig der Verbesserung der Datenbank was natürlich trotzdem einen kleinen Mehrwert für die Paddlergemeinschaft liefert.

Canua-App: Erfahrungen

  • Tourplanung – schnelle Information über Flusskilometer sowie Ein- und Ausstiegsstellen
  • umfangreiche Karte mit Flussdaten der DKV Flusswanderführer
  • Anzeige des aktuellen Standortes
  • Funktion zum mitmachen – Fehler melden und beitragen die Daten zu verbessern
  • werbefrei
  • Tourplanung nicht speicherbar
  • GPS-Datei nicht uneingeschränkt verwendbar (z.B. kein Import in Garmin BaseCamp möglich)
  • keine Alerts vor Hindernissen wie z.B. Wehren
  • nur mit Netzverbindung nutzbar – trotz vorher geplanter Route
  • hoher Stromverbrauch
  • oft fehlerhafte bzw. veraltete Daten

Für mich ist die Canua-App leider nur zur groben Planung sinnvoll nutzbar. Wenn es auf Tour geht nutze ich lieber weiterhin mein altes eTrex 30x zur Navigation. Das frisst lange nicht so viel Strom und kann mich bei Bedarf über nahe Hindernisse informieren. Für spontane Orientierung für Landausflüge taugen Outdoo-Navi-Apps wie Locus Map ohnehin mehr.

RiverApp

Die RiverApp erhält als Kanu-App meine uneingeschränkte Empfehlung. Wo man früher auf den verschiedensten Seiten der Hochwasser- oder Niedrigwasserdienste der verschiedenen Regionen aufwändig recherchieren musste wie der aktuelle Pegel des Flusses für die nächste Tour ist vereint die RiverApp all diese Daten handlich und einfachst bedienbar in einer App.

Zusätzlich kann man sich praktische Alerts einrichten und sich so jederzeit informieren lassen sobald ein bestimmter Pegel erreicht ist. So verpasst man kein günstiges Zeit- bzw. Pegelfenster.

  • jederzeit aktuelle Pegelstände nahezu aller Flüsse Deutschlands
  • Pegelampeln für zahlreichen Flüsse
  • Pegelalarm – manuell konfigurierbarer Alarm für individuelle Pegelgrenzen
  • werbefrei (?) – es gibt auch eine Premium-Version, ich habe aber auch in der Basisversion noch nie Werbung gesehen

Die RiverApp ist mit ihrem schnellen Überblick über Pegel und Paddelampeln ein wirklich praktischer Helfer für Paddler. So verpasst man kein günstiges Pegel-Fenster mehr auf Obermain, Pegnitz und Co.

Windfinder

Die Windfinder-App ist vor allem für Seekajakfahrer interessant. Ich selbst kann nur für Seen, nicht für die „echte“ See, sprechen. Hier bietet die App schön aufbereitete Winddaten für den Paddler. Für ein abschließendes Urteil nutze ich selbst sie aber zu wenig. Für einen ersten Blick ob sich eine Tour auf Binnenseen lohnt nutze ich sie aber vor allem wg. der Kartenfunktion.

  • Winddaten im Forecast auf Karten dargestellt
  • viel Werbung auf jeder Seite

Praxiserfahrungen beim Paddeln

Um ein Smartphone mit einer Kanu-App überhaupt beim Paddeln einsetzen zu können habe ich mir eine typische wasserdichte Hülle mit Band besorgt. Damit kann ich das Handy gut an Decksleinen oder an einem Haken in der Weste befestigen. Spritzwasser oder sogar mal ein kurzes Untertauchen macht dem Handy dabei nichts aus.

Ablesbarkeit und Bedienung lassen aber mehr als zu wünschen übrig. Bei Sonnenschein spiegelt die Sichthülle sehr stark und gerade die Touch-Bedienung klappt nur sehr grob. Vor allem bei der Canua-App war eine Bedienung so fast nicht möglich.

Am Ende bin ich schon alleine der Bedienung wegen für Navigationszwecke recht schnell wieder zurück zu meinem guten alten Garmin eTRex 30x gegangen.

Fazit: Kanu-Apps

Zur Navigation auf einer Kanutour taugen Kanu-Apps nicht wirklich viel. Sie brauchen Netz, Strom und am Ende sind sie wasserdicht verpackt oft kaum noch unter der spiegelnden wasserdichten Hülle zu erkennen. Zur Navigation bleibt damit nach wie vor ein GPS-Gerät das Mittel der Wahl wenn nicht einfach die gute alte Gewässerkarte auf wasserfestem Papier nicht ausreicht.

Bei der Planung von Touren spielen sie jedoch ihre Stärken vor der Tour oder zwischen den Etappen aus. Für eine schnelle Etappenübersicht taugt die Canua-App des DKV allemal, aktuelle Pegel inkl. Pegelampel erhält man nirgends einfacher als mit der Riverapp und für Seekanuten bietet die Windfinder-App alle nötigen Winddaten an.

 

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