Wanderungen auf dem Vulkansystem Krafla – Leirhnjukur, Viti, Hverir

Der Krater Hófur ist der nördlichste Punkt unserer Wanderung

Das Vulkansystem Krafla ersteckt sich östlich des Myvatn über 100km in Nord-Süd-Richtung und ist knapp 10 km breit. Hier bieten sich gleich mehrere interessante Wanderungen auf dem aktiven und zuletzt 1984 ausgebrochenem Vulkansystem an.

GPS-Tracks und Karte Leirhnjukur und Viti

Karte und GPS-Track Leirhnjukur und Viti

Karte und GPS-Track Leirhnjukur und Viti (Kartendaten © 2018 Google)

Rundwanderung Vulkanspalte Leirhnjukur

Auf diese Wanderung freue ich mich schon seit einigen Tagen. Erst 1984 ist der Vulkan Leirhnjukur hier zuletzt ausgebrochen und bis heute soll es noch überall dampfen. Über 9 Jahre hinweg brach der Vulkan damals in einer Serie, den Krafla-Feuern, aus.

Heute kann man gleich von mehreren Parkplätzen aus in direkt in das Ausbruchsgebiet gehen. Dabei sollte man aber auf den Wegen bleiben, denn Stellenweise ist der Boden noch immer sehr warm. Sprudelnde Schlammtöpfe und Fumarolen kenne ich ja bereits von anderen Wanderungen, aber ein noch dampfendes Lavafeld ist schon nochmal etwas anderes.

Vom Parkplatz geht es zunächst auf einem sehr breit ausgebauten Weg auf den Palagonit-gefärbten Leirhnjukur. Dabei geht es erst noch durch ältere moosbewachsene Lavafelder. Vom Leirhnjukur sieht dann aber sehr gut das jüngste Lavafeld. Ohne jeden Bewuchs und in kräftigen Farben liegt es vor uns.

Das Leirhnjukur ist das jüngste Lavafeld des Kraflasystems

Das Leirhnjukur ist das jüngste Lavafeld des Kraflasystems

Das muss ich von der Nähe sehen. Der Weg führt dann auch mitten rein in das jüngste Lavafeld des Vulkansystems Krafla. Als wäre die Lava erst gerade eben mitten in ihrer Bewegung erstarrt wandert man durch bizarre Formen. Immer wieder passiert man Stellen an denen es noch heute dampft.

glasartig erstarrte Lava

glasartig erstarrte Lava

Für mich geht es immer dem Weg entlang bis zum nördlichsten Punkt, dem halboffenen Krater Hófur und folge von hier dann den Weg über die Aussichtsplattform an einem Fumarolenfeld vorbei wieder zurück zum Parkplatz

Kratersee Viti

Gleich neben dem Leirhnjukur liegt der Kratersee Viti. Er ist deutlich älter und entstand schon 1724 zu Beginn des 5 jährigen Mývatnfeuers. Von unserem Parkplatz geht es erste in kurzes Stück auf der Straße nach Norden bevor wir den Wanderweg nach rechts zum Krater nehmen. Wer sich das kurze Stück auf der Straße sparen möchte kann auch direkt bis an den Fuß des Kraters fahren und dort parken.

Kratersee Viti

Kratersee Viti

Für uns beginnt jetzt ein kurzer Anstieg mit 80 Höhenmetern bevor wir auf dem Kraterrand stehen. Vor uns liegt der türkisfarbene See im rotbräunlichem Krater. Er misst 320m im Durchmesser. Der Wanderweg geht dann direkt auf dem Kraterrand einmal um den See herum.

Durch das Solfatarenfeld Hverir auf den Namafjall

Karte und GPS-Track Hverir und Namafjall

Karte und GPS-Track Hverir und Namafjall (Kartendaten © 2018 Google)

Das Solfatarenfeld östlich des Namafjalls ist mit einigen brodelnden Schlammtöpfen und Dampfsäulen sehr aktiv. Mehrere Wege führen durch das Gebiet. Schon am Parkplatz wird man allerdings gewarnt auf dem Weg zu bleiben. Der Boden hier ist schlicht nicht überall stabil und schon knapp unter dem Boden herrschen Temperaturen im Bereich von 80-100°.

Solfatarenfeld Hverir, im Hintergrund der Namafjall

Das Solfatarenfeld Hverir, im Hintergrund der Namafjall

Der Weg auf den Namafjall führt uns entlang der Schwefelablagerungen. Wenn es davor auch noch geregnet hat sollte man wirklich gutes Schuhwerk haben – stellenweise eine glitschige Angelegenheit hier. Von oben haben wir einen schönen Blick auf die umliegenden Lavafelder und das Solvatarenfeld Hverir. Zurück geht es dann nach Norden wo man wieder auf die Ringstraße trifft. Aber keine Sorge, nach einem kurzen Stück an der Straße biegt der Wanderweg wieder nach rechts zurück zum Parkplatz ab.

Ein Abstecher zur Höhle Grjótagjá

Die Heißwasser-Spalte Grjótagjá lädt zu einem warmen Bad ein. Eine wirkliche Wanderung ist hier aber nicht nötig, man erreicht die Spalte mit einem kurzen Abstecher von der Ringstraße direkt mit dem Auto. Alternativ kann man aber auch vom Campingplatz aus in knapp 6km laufen.

 

Die Heißwasser-Quelle Grjótagjá lädt zu einem warmen Bad ein

Die Heißwasser-Quelle Grjótagjá lädt zu einem warmen Bad ein

Eine Magmakammer unter der Spalte erwärmt das Quellwasser auf bis zu 42° wobei die Temperatur nach Süden hin etwas abfällt. Über kleine Eingänge kann man in die Spalte absteigen ein Bad nehmen. Aber Achtung: Gerade am Ende des Sommers können sich in dem warmem Wasser allerlei Rückstände der vielen Besucher angesammelt haben. Als ich ankam stieg gerade eine Trekkinggruppe nach mehreren Tagen ohne Dusche zu einem Bad ein. Ich verzichte daher und freue mich auf die saubere Dusche am Campingplatz direkt am Myvatn.

Update: Laut Thomas Guthmann darf man in der Grjótagjá wg. den Bakterien und der bis auf 60° gestiegenen Temperatur nicht mehr baden!

Fazit

Rund um das Vulkansystem Krafla kann man getrost 1-2 Tage mit mehreren kurzen Wanderungen verbringen. Einfach beeindruckend durch das noch immer aktive Gelände zu gehen. Wer mag, kann die vielen einzelnen Wanderungen auch zu einer kurzen Trekkingtour verbinden.

Am südlichen Rand des Vulkansystems liegt übrigens auch die Wanderung durchs Lavafeld Dimmuborgir und auf den Vulkan Hverfjall.