Wanderung durchs Lavafeld Dimmuborgir auf den Hverfjall

Dimmuborgir

Durch das Lavafeld Dimmuborgir führen gleich mehrere eindrucksvolle Wanderwege. Und als ob diese bizarren Lavaformationen nicht schon genug wären kann man der Wanderung mit einer Besteigung des Hverfjall noch ein Highlight aufsetzen.

GPS-Track und Karte

Karte und GPS-Track Dimmuborgir-Hverfjall

Karte und GPS-Track Dimmuborgir-Hverfjall (Kartendaten © 2018 Google)

Das Lavafeld Dimmuborgir und der Hverfjall liegen im Süden des Vulkansystems Krafla. Es ist von der Ringstraße 1 leicht zu erreichen. Einfach in Reykjahlíð nach Süden auf die 848 abbiegen und der Straße für 3-4km folgen. Die Abzweigung zum Besucherparkplatz ist ausgeschildert.

Durch Dimmuborgir

Das Lavafeld Dimmuborgir östlich des Myvantn ist vor ca. 2000 Jahren entstanden. Seine bizarren Formen mit Türmen, Mauern, Torbögen und auch Höhlen verdankt das Feld dem Zusammenspiel von gleich mehreren Faktoren. Zunächst traf die Lava hier sofort auf Nässe am Boden und Kälte von oben. Das führte an vielen Stellen zu einer schnellen Erstarrung der Lava. Aber eben nicht überall. Letztlich hatte sich ein riesiger Lavasee gebildet in dem an einigen Stellen die Lava schnell erstarrte. Als dann ein Lavadamm brach blieben die bereits erstarrten Formationen übrig. Ein Glück für uns, so können wir hinter jeder staunen was die Natur da veranstaltet hat.

Es gibt hier fünf verschiedene farbig markierte und teils sehr gut ausgebaute Wanderwege. 10-60min sollte man je nach Tour einplanen. Ich entscheide mich natürlich für die längste Variante. Die Wegführung ist denkbar einfach – man folgt den Ausschilderungen oder folgt einfach dem Strom der Wanderer. Abzweige sind teilweise sogar mit Seilen abgesperrt. Das poröse Gestein hat wohl zu sehr unter den vielen Gästen gelitten die hier über Jahre querfeldein gegangen sind.

Lavalabyrint Dimmuborgir mit seinen bizarren Formen

Das Lavalabyrint Dimmuborgir mit seinen bizarren Formen

Auf den Tuffring Hverfjall

452m ist er hoch, der Tuffring Hverfjall. Entstanden ist er durch eine Serie von Wasserdampfexplosionen als Magma auf Grundwasser traf. Dabei erstarrte das Material und viel als Asche- bzw. Materialregen am Rand der Explosionen wieder herab. Wenn man sich vor Augen führt dass der Krater 1km im Durchmesser misst und zwischen 100 und 150m tief ist mag man sich kaum vorstellen welche Kraft die Explosionen vor ca. 2500 Jahren gehabt haben.

Um ihn zu besteigen biegen wir vom Rundweg im Dimmuborgir ab und wandern noch knapp 1,5km weitestgehend in der Ebene durch das Lavafeld. Nachdem wir noch einen Feldweg gequert haben geht es dann mit 19% Steigung die 130m Kraterhöhe hinauf. Hört sich erstmal nach wenig an, hat es aber in sich. Schließlich besteht der ganze Krater aus glasartigem Lockermaterial. Und das bedeutet, dass man bei jedem Schritt einsinkt und teilweise auch einfach gleich wieder ein wenig nach unten rutscht. So ist der Weg zwar nicht schwierig aber trotzdem anstrengend.

Oben angekommen kann man dann den Anblick in den Krater und zurück nach Dimmuborgir genießen. Ich gehe dann noch einmal auf dem Kraterrand entlang einmal rundherum und gehe danach wieder den gleiche Weg zurück.

Aschenringwall Hverfjall

Aschenringwall Hverfjall

Abstecher zu den Pseudokratern am Myvatn

Nicht direkt am Wanderweg liegen die Pseudokrater am und im Myvatn bei Skútustaðir. Je nach Fahrtrichtung kommt man hier entweder kurz nach oder vor der Wanderung vorbei und ein kurzer Abstecher lohnt sich auf jeden Fall.

Die Pseudekrater sind entstanden, als Lava über die sumpfige Ebene, also mit viel Wasser, geflossen ist. In der Folge gab es kleine phreatische Explosionen die zur Ausbildung von Kratern führten. Es sind also keine Vulkankrater und nur eine Folge des Lavastromes von Vulkanen. Trotzdem oder gerade deswegen sehr interessant anzusehen.

Die Pseudokrater bei Skútustaðir erreicht man über die Straße 848 am Süden den Myvatn, der komplette Rundweg ist etwa 3km lang.

Pseudokrater im Myvatn

Pseudokrater im Myvatn

Ganz in der Nähe

Wenn Du schonmal hier bist kannst Du als nächstes die Vulkanspalte Leirhnjukur, den Krater Viti, den Namafjall am Solfatarenfeld Hverir und die Höhle Grjótagjá erwandern. Auch sie liegen auf dem Vulkansystem der Krafla. Mit dem kleinen Unterschied dass Du hier einiges mehr an andauernder vulkanischer Aktivität erleben wirst.