Trekking in Wales: Touren und Tipps

Trekking Wales

Trekking in Wales: Küstenpfade, karge Mittelgebirge, historische Pfade – Trekking in Wales hat mich selbst positiv überrascht. Touren und Reiseinformationen.

Trekkingtouren in Wales

Trekking in Wales - Karte

Trekking in Wales – Karte der bekanntesten Trekkingtouren

 TrekkingtourEtappenStrecke [km]Anstieg ↑ [hm]
1Wales Coast Path49140029100
2Pembrokeshire Coast Path153008500
3Offa’s Dyke Path142849000
4Glyndwr’s Way102177200
5Beacons Way81596700
6Snowdonia Way71515000
7Snowdonia Way Mountain Route101879700
8Coast to Coast1733313400

Wales Coast Path

Gut, eine normale Trekkingtour ist der Wales Coast Path eher nicht mehr. Er ist vielmehr ein Fernwanderweg und der weltweit längste zusammenhängende Küstenpfad. Wie zerklüftet die Küste ist zeigt die Länge des Küstenpfades: 1.400km Weglänge bei nur rund 240km Nord- nach Süd-Ausdehnung von Wales.

Vom Nationalpark Snowdonia im Norden über den Nationalparlk Pembrokeshire Coast, die Schutzgebiete Anglesey, Pen Llyn bis nach Gower verbindet er an der Küste zahlreiche sehenswerte Küstenwege.

Wer Wales komplett umrunden will kann im Anschluss den Offa’s Dyke Path durch das Innland wandern. Dann sprechen wir aber wohl endgültig von einer Fernwanderung.

Pembrokeshire Coast Path

Der Pembrokeshire Coast Path bietet auf kleinstem Raum eine wahnsinnig große Bandbreite an unterschiedlichen Küstenlandschaften. Kilometerlange Sandstrände warten hier genauso wie vulkanische Steilklippen und sanfte Heidelandschaften auf uns Wanderer. Neben dem Snowdonia-Way wohl der bekannteste Wanderweg in Wales.

Mehr erfährst Du hier: Pembrokeshire Coast Path: Küstenvielfalt in Wales

Offa’s Dyke Path

Der Offa’s Dyke Path verläuft im Wesentlichen an der englisch-walisischen Grenze entlang. Dabei folgt er dem historischen Verlauf einer mittelalterlichen Grenzanlage aus dem 8. Jahrhundert – dem Offa´s Dyke, einem frühmittelalterlichen Grenzwall. Er ist einer vom drei „National Trails“ Großbritanniens in Wales.

Glyndwr’s Way

Der Glyndwr’s Way, benannt nach Owain Glyndwr, einem Krieger und Staatsmann der im 15. Jahrhundert Wales als unabhängige Nation errichten wollte, führt auf mehr als 200km in einem großen Bogen durch das zentrale Wales. Der Wegverlauf orientiert sich dabei an den historischen Stätten seiner rebellischen Aktivitäten.

Im Jahr 2000 wurde der Glyndwr’s Way ein National Trail.

Beacons Way

Der Beacons Way quert den Brecon Beacons National Park von Ost- nach West durch die „Black Mountains“, die höchsten Berge in Wales. Der Beacons Way ist mit seinem anspruchsvollem Wegverlauf durch teils unwegsames Gelände mit anstrengenden Steigungen und sumpfigen Abschnitten eher den erfahrenen Wanderern vorbehalten.

Auf der anderen Seite führt der Weg mit den Bergen Fan y Big, Pen y Fan, Fan Llia, Fan Hir, Fan Foel und Twyn Swnd über die höchsten und bekanntesten Gipfel in Wales und des südlichen Großbritanniens. Hier sind die Wege wohl auch sehr gut ausgebaut. Wer einmal ein paar Bilder aus dem Brecon Beacons gesehen hat der wird sich kaum dem Bann entziehen können. Bei mir ist es jedenfalls so und so schafft es der Beacons Way definitiv auf meine Touren-Wunschliste.

Snowdonia Way

Der Snowdonia Nationalpark ist der drittgrößte Nationalpark in Großbritannien und ist vor allem durch seine beeindruckenden Bergketten geprägt. Der höchste Berg ist mit 1085m der Snowdon (walisisch für Adler). Durch Snowdonia führen zahlreichen Wanderwege, darunter auch die beiden Nord-Süd Durchquerungen Snowdonia Way und deren anspruchsvollere Mountain Route die auch über die höchsten Gipfel der Region (Snowdon, Cadair Idris, Cnicht, Glyders) führt.

Die beiden Routen überschneiden sich mehrere Male so dass man auch zwischen ihnen wechseln kann. Der kleine Haken an der Region: Snowdonia ist eine der nassesten Regionen des Vereinigten Königreichs…

Reiseinformationen Wales

Anreise und Reisen

Die Anreise nach Wales ist der kleine Haken am Trekking in Wales. Egal für welche Reiseart man sich entscheidet – trotz der eigentlich recht nahen Lage darf man für die An und Abreise mindestens einen ganzen Tag einplanen.

So gibt es kaum direkte Flugverbindungen und mit dem Zug darf man von Süddeutschland mindestens 15h Fahrzeit einplanen.

Mit dem Flugzeug direkt nach Wales geht es an sich fast ausschließlich mit Umsteigeverbindungen über Paris oder Amsterdam nach Cardiff. Alternativ kann man die häufiger als Direktverbindung angebotenen Strecken nach Manchester oder Birmingham wählen und von hier aus dann mit Zug und Bus weiterreisen.

Im Inland ist das Zug- und Busnetz gut ausgebaut:

Wegmarkierungen

Bei den drei National Trails (Pembrokeshire Cosat Path, Offa´s Dyke Path, Glyndwr’s Way) sind die Markierungen sehr gut, ansonsten sind sie aber wohl nur spärlich vorhanden. Wie eigentlich immer würde ich mir daher für jeden Weg einen GPS-Track zusammenstellen und als Backup auf das Smartphone (zusammen mit einer Outdoor-Navi App wie z.B. Locus Maps) herunterladen.

Zahlungsverkehr

Währung in Wales ist wie überall in Großbritannien das Pfund Sterling (£). Um unnötige Gebühren zu sparen hebt man am einfachsten direkt vor Ort an einem Geldautomaten mit Hilfe einer Kredit- oder EC-Karte in Landeswährung ab. Und das sollte man auch tatsächlich machen. Denn im Gegensatz zu Island oder Norwegen zahlt man in Wales vor allem auf dem Land nach wie vor (fast) alles bar. In Supermärkten kann man zwar oft auch mit Karte zahlen, aber spätestens bei einem Farm-Campingplatz oder lokalen Buslinien geht ohne Bargeld nichts mehr.

Einkaufen

Brennstoff

Der Brennstoffbezug in Wales ist gar nicht so einfach wie gedacht. Gaskurtuschen gibt es z.B. nur in Outdoor-Shops und nicht wie in vielen Ländern auch in Tankstellen. Spiritus habe ich in Baumärkten und Drogerien gesehen.

Öffnungszeiten

Die Ladenöffnungszeiten sind in Wales nicht gesetzlich vorgeschrieben und variieren deshalb sehr stark. Innerhalb der größeren Ortschaften sind die Supermärkte meist von 9.30 morgens bis 20:00 Uhr an Werktagen und bis ca. 16:00 Uhr an Sonntagen geöffnet. Direkt in größeren Städten sind Supermärkte der großen Ketten bzw. deren „Express“-Filialen teilweise auch rund um die Uhr geöffnet.

Outdoorläden sind meist von 10:00 – 18:00 Uhr geöffnet. Zur Sicherheit solltest Du bei Bedarf, wie z.B. zum Kauf von Gaskartuschen, im Vorfeld im Internet nach den Öffnungszeiten sehen.

In kleineren Städten oder Ortschaften bleiben alle Läden am Sonntag oft ganz geschlossen wenn sie nicht gerade an einem Touristenmagnet liegen.

Übernachten

Wildcampen

Da Wandern in Wales eine lange Tradition hat und es mit dem öffentlichen Wegerechtein Recht gibt auch privates Land, was selbst in Nationalparks den Großteil ausmacht, zum Wandern zu betreten wird oft angenommen dass hier ähnlich dem Jedermannsrecht in skandinavischen Ländern Wildcamping erlaubt ist.

Das ist zwar leider ein Trugschluss, aber letztlich ist man in Wales Wanderern tatsächlich sehr offen gegenüber. Wer den Landbesitzer um Erlaubnis bittet wird wohl selten abgewiesen und in manchen Gebieten wie den Brecon Beacons gibt es sogar Listen von Farmen die wildes Campen auf ihren Gebieten dulden.

Offizielle Informationen zum Thema Wildcamping in den Nationalparks und weitere Links zu den einzelnen Gebieten findest Du hier: Camping in the National Parks

Farm-Camping

Eine äußerst günstige Variante des Campings sind die Farm-Campingplätze. Ein spezielles Gesetz, der public health act von 1936, erlaubt es jedem Landbesitzer sein Land zum Camping anzubieten und so sind gerade in viel besuchten Gebieten wie in Pembrokeshire entlang der Küste viele einfachste Zeltplätze für wenig Geld entstanden.

Für ca. 5-10£ bekommt man einen Platz in den teils schönsten Lagen mit einfachen Sanitäranlagen (Minimalausstattung: kalte Dusche, WC, Spülbecken für den Abwasch). Die meisten der Plätze sind außerdem auch noch so groß dass sich die Gäste großzügig verteilen. (gibt natürlich auch Ausnahmen)

Fazit

Trekking in Wales ist für mich tatsächlich eine absolut positive Überraschung. Ich hätte selbst nicht gedacht hier so viele Touren und so schöne Landschaften vorzufinden. Die Anreise ist zwar etwas schwierig, dafür sind Land und Leute aber um so mehr offene Gastgeber und die Landschaft bietet auch in der Nebensaison einfach tolle Touren an.

Ein Jedermannsrecht wie man es aus Skandinavien kennt oder auch in Schottland betreibt gibt es hier zwar nicht, aber je nach Tourgebiet kann man dennoch Wildcampen. Dort wo es nicht möglich ist bieten sich günstige Farm-Campingplätze für die Übernachtung an.

Nach dem ich den Pembrokeshire Coast Path schon gegangen bin stehen für mich auf jeden Fall der Snowdonia Mountain Way und der Beacons Way auf der Wunschliste für die nächsten Jahre.

 

Das könnte Dich auch interessieren: