Stubaier Höhenweg: 8 Tage Hüttentour mit Gletscherblick

Stubaier- Höhenweg

Der Stubaier Höhenweg: 8 Tage, 10.000 Höhenmeter. Eine anspruchsvolle und absolut lohnende Hüttentour für geübte Bergwanderer. Du findest hier Etappen, Varianten, Gipfel, Infos, Tourbeschreibung, Fotos und mehr zum Stubaier Höhenweg.

Tourbeschreibung

Die Stubaier Höhenweg ist fast durchgehend als schwere Tour im alpinen Gelände ausgewiesen. Er bleibt daher erfahrenen Bergwanderern vorbehalten. Auf dem Weg gibt es einige mit Seilen gesicherte Steigabschnitte.

Nichts desto trotz wird der Stubaier Höhenweg sehr viel begangen und so gleichen manche Hütten eher einer Großgastronomie denn einer gemütliche Schutzhütte. Seinen Schlafplatz sollte man hier auf jeden Fall schon im Vorfeld reserviert haben.

Die Landschaft macht das aber mehr als wett. Immer 3000er und Gletscher im Blick geht es über mehrere Kämme einmal rund durch die Stubaier Alpen. Dabei befindet man sich durchgehend auf mehr als 2.000m. Erst im Abstieg geht dann gemächlich einen Kamm entlang ohne ihn zu queren.

GPS-Track und Karte

km | +m | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
Sellrainer Hüttenrunde: 47.153770, 11.162796
Starkenburger Hütte: 47.126822, 11.279575
Franz Senn Hütte: 47.085141, 11.168670
Regensburger Hütte: 47.054707, 11.198342
Dresdner Hütte: 46.998041, 11.139532
Sulzenauhütte: 46.995825, 11.181864
Nürnberger Hütte: 46.993750, 11.217841
Bremer Hütte: 46.994911, 11.263342
Innsbrucker Hütte: 47.043232, 11.310824
Neustift im Stubaital: 47.110641, 11.307579

 

Papierkarte

  • Stubaier Alpen, Kompass WK 83, 1:50.000

GPS-Karte

  • Freizeitkarte Alpen (nach dem Öffnen des Linkes nach unten scrollen) – aber nur als Backup, die Karte ersetzt keine gute Wanderkarte!

Etappen

  • Neustift – Starkenburger Hütte (↑ 1.240m ∅ 4h)
  • Starkenburger Hütte – Franz Senn Hütte (↑ 460m ∅ 6h)
  • Franz-Senn-Hütte – Regensburger Hütte (↑ 600m ∅4 h)
  • Regensburger – Dresdner Hütte (↑ 1.080m ∅ 7h)
  • Dresdner Hütte – Sulzenauhütte – Nürnberger Hütte (↑ 1160m ↓1150 ∅ 7,5h)
  • Nürnberger Hütte – Bremer Hütte (↑ 460m ∅ 4h)
  • Bremer Hütte – Innsbrucker Hütte (↑ 1.100m ↓1190 ∅ 7,5h)
  • Innsbrucker Hütte – Neustift (↑ 0m ∅ 4,5h)
    • Variante 1: Durch das Pinnistal nach Neder (↑ 0m ∅ 4h)
    • Variante 2: Über Zwöflerspitze oder die Bergstation Elferlifte nach Neustift (↑ 740m ↓2100m ∅ 6h)

Als Variante bietet sich bei guter Kondition an einzelne Etappen zusammenzulegen. So bin ich bei guten Wetterbedingungen auch schon von der Dresdner Hütte direkt bis zur Bremer Hütte gegangen. Wer die Route noch mit Gipfelaufstiegen wie z.B. die Besteigung des Habicht (3.277m) an der Innsbrucker Hütte verlängert kann hier auch schnell auf noch mehr als 10.000 Höhenmeter in einer Woche kommen.

Anreise

Entweder mit dem Auto, kostenlose Parkmöglichkeiten in Neustift z.B. beim Skilift, oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. In beiden Fällen reist Du über Innsbruck an. Von hier hast Du dann die Möglichkeit mit der Buslinie 590 oder der Stubaitalbahn (Linie STB) ins Tal zu fahren.

 

Tourbericht und Erfahrungen

Vor einem Jahr habe ich die Stubaier Alpen vom Geigelkamm in den Ötztaler Alpen auf meiner Alpenüberquerung Oberstdorf-Meran von weitem gesehen und den Entschluss gefasst den Stubaier Höhenweg möglichst bald anzugehen. Und so stehe ich nun am Parkplatz in Neustift und prüfe nochmal meine Ausrüstung für die Hüttentour bevor es losgeht.

Neustift – Starkenburger Hütte

Ich starte direkt im Ortskern von Neustift, die Wegmarkierung ist gut. Zunächst auf einem Fahrweg folge ich ab ca. 1100 Höhenmetern dem Steig. Bei 1950 Metern lichtet sich der Wald und die Berge kommen so richtig hervor. Das „Bergfeeling“ stellt sich ein. Die Hütte ist wie erwartet eher ein Gastronomie-Betrieb als gemütliche Unterkunft, aber das war mir ja schon vorher klar. Die Abendstimmung vor der Hütte bleibt davon unberührt schön.

Starkenburger Hütte – Franz Senn Hütte

Schon kurz nach 8:00 Uhr stehe ich auf dem Gipfel des Hohen Burgstall (2.611m). Um mich herum steigen die Wolken aus dem Tal. Ich halte inne. Einfach nur herrlich…

Die Stubaier Alpen liegen vor mir, aus dem Tal steigen Wolken hoch

Die Stubaier Alpen liegen vor mir, aus dem Tal steigen Wolken hoch

Seilgesichert geht es danach weiter zum Burgstalljoch, über das Schlicker Schartl und weiter zum Seejöchl. ich gerate dabei mitten hinein in den Strom an Wanderern des Stubaier Höhenweges. Offenbar war ich der Einzige der den Burgstall in Angriff genommen hatte. Bis zur Seducker Hochalm haben sich aber alle Wanderer gut verteilt.

Nach einer kurzen Mittagspause fühle ich mich gut und so entscheide ich mich auch die Rinnenspitze (3.003m) kurz vor der Franz Senn Hütte zu besteigen. Der Aufstieg ist mit Seilen, teils mit U-Eisen, gesichert. Zu dumm dass grade am Gipfel Nebel aufzieht…

Franz-Senn-Hütte – Regensburger Hütte

Ich starte im Nebel. Macht nichts, die nächsten Stunden steht noch keine Gipfelbesteigung an. Um die Aussicht ist es natürlich trotzdem schade. Durch die Platzengrübe geht es weite Strecken den Gebirgsbach mehrfach querend über Blockwerk. Bei einsetzendem Schneefall geht es dann über den Schrimmennieder (2.714m) zur Regensburger Hütte. Schon um 11:30 komme ich an der Hütte an, bei dem Wetter macht ein Weiterweg aber wenig Sinn. Einen Lagerplatz bekomme ich trotzdem erst mal nicht. Erst um 19:00 Uhr bekomme ich die Zusage für einen Lagerplatz. Da hätte ich wohl mal besser vorher reservieren sollen…

Regensburger – Dresdner Hütte

Durch das „Hohe Moos“, ein Hochmoor wie ich es so noch nicht kannte, am Falbesoner See vorbei geht es immer mehr über Verbruch. Im Aufstieg zieht es dann wieder zu so dass ich ein wenig Probleme mit der Orientierung habe. Dabei muss man wirklich sagen dass der Stubaier Höhenweg durchgehend sehr gut markiert ist.

Hochmoor "Hohes Moos"

Hochmoor „Hohes Moos“

So finde ich dann auch Dank Schneestangen den Einstieg in den Aufstieg zum Grawagrubennieder (2.881m). Teilweise vereistes Blockwerk und einsetzender Schneefall machen es nicht leichter und man sollte hier schon wissen was man macht. Im weiteren Aufstieg gibt es dann noch ein schönes Schneeefeld und einige Meter seilgesicherte Kletterei. Der Grawagrubennieder bietet uns alle Spielarten des Bergwanderns auf einmal.

Weiter geht es für mich dann in einem herrlischen Nebel-Schnee-Regen-Gestöber. Erst kurz vor der Hütte reißt es kurz auf. Das Lager ist schon ausgebucht, aber Zimmer sind noch frei. So gönne ich mir den Luxus und freue mich auf eine ruhige Nacht. Hat auch mal was!

Dresdner Hütte – Sulzenauhütte – Nürnberger Hütte – Bremer Hütte

Heute reißt es kurz nach dem Peiljoch (2.676m) auf. Gerade zur rechten Zeit, denn im Süden liegen die Gletscher zum Greifen nah, nach Norden blickt man ins weite Rund der Staubaier Alpen.

Mit frischem Schnee überzuckerte Stubaier Alpen

Mit frischem Schnee überzuckerte Stubaier Alpen

Sulzenaugletscher am Stubaier Höhenweg

Sulzenaugletscher am Stubaier Höhenweg

Die Landschaft zur Sulzenauhütte ist jetzt vom Sulzenaugletscher geprägt. Wie mächtig er wohl früher war? Der Weg jedenfalls dürfte recht sicher vom Gletscher geformt worden sein. Schon um kurz nach 10 Uhr erreiche die Sulzenauhütte und so geht es dann über das Niederl noch direkt weiter zu Nürnberger Hütte. Bei schönem Wetter bietet sich hier die Besteigung der Urfallspitze (2.805m) an.

Eine ausgiebige Mittagspause an der Nürnberger Hütte gibt mir dann die nötige Energie für den Aufstieg über das Grübl zum Sinningjöchl. Erst viel Seil, dann Gletscherschliff (oder wars beides zusammen?). Nach insgesamt 8h erreiche ich letztlich die gemütliche Bremer Hütte.

Bremer Hütte – Innsbrucker Hütte

Heute wird es gemütlich, obwohl die Etappe 1000 Höhenmeter hat. Im Vergleich zu den vorherigen Tagen gibt es aber nur kleinere Anstiege zu bewältigen. Die maximale Höhendifferenz liegt heute bei nur 400 Höhenmetern, dafür sind es eben viele kleinere Aufstiege. Die größte Herausforderung des Tages liegt gleich zu Beginn vor uns. Auf dem Weg zum Lauterer See gibt einen schönen Kamin mit Seilen und U-Eisen. Ungeübte können das Stück aber mit einem kurzen Abstieg entlang der Materialseilbahn umgehen.

Innsbrucker Hütte – Neustift

Zwei Optionen hatte ich mir zurechtgelegt: Aufstieg auf den Habicht (3.277m) und danach dann Abstieg über das Pinnistal oder Weg über den Zwölfernieder. Den Knien zu liebe entschiede ich mich für die zweite Variante, auch so sind es heute schon mehr als 2.000 Höhenmeter im Abstieg. Über die Karalm geht es dann zum Zwölfernieder und von hier über die Autenalm nach Neustift. Man kann hier aber auch auf zwei Wegen (Wanderweg oder Klettersteig) zur Elferhütte gehen und den Abstieg mit der Seilbahn abkürzen.

Fazit: Der Stubaier Höhenweg ist die Mühen wert.

Der Stubaier Höhenweg ist eine tolle Hüttentour. Immer auf über 2.000 Metern reihen sich beeindruckende Berge und Aussichten nur so aneinander. Der Höhenweg ist aber auch anspruchsvoll. Ich empfehle daher auf jeden Fall einen Blick auf die Sicherheitshinweise auf der Seite des Höhenweges zu werfen. Die Hütten sind groß, sehr groß. Wer pure Gemütlichkeit sucht wird hier also eher nicht glücklich werden. Dann bietet sich aber vielleicht die Sellrainer Hüttenrunde im Nordwesten der Stubaier Alpen als Alternative an.