Alpenüberquerung Berchtesgaden – Lienz

St. Bartholomä - Der Startpunkt der Alpenüberquerung von Berchtesgaden nach Lienz

Berchtesgaden – Lienz: In 9 Tagen geht es über 9.500 Höhenmeter von St. Bartholomä über die Berchtesgadener Alpen, die Salzburger Schieferalpen und die Glockner- und Schobergruppe in den Hohen Tauern bis nach Lienz.

Tourbeschreibung

GPS-Track und Karte Berchtesgaden – Lienz

Karte und GPS-Track

Karte und GPS-Track Berchtesgaden-Lienz

Map Data: © OpenStreetMap Mitwirkende

Papierkarten

  • Kompass:
    • Saalfelden – Saalbach-Hinterglemm – Zell am See (Kompass 30), 1:50.000
    • Glocknergruppe – Nationalpark Hohe Tauern (Kompass WK 39), 1:50.000
    • Lienz – Schobergruppe – Nationalpark Hohe Tauern (KOMPASS WK 48), 1:50.000
  • AV-Karten (schlechter Blattschnitt für diese Tour):
    • 10/1 Steinernes Meer, 1:25 000
    • 34/2 Kitzbüheler Alpen, östl. Blatt 1:50.000
    • 45/1 Niedere Tauern I, 1:50.000
    • 40 Glocknergruppe, 1:25 000
    • 41 Schobergruppe, 1:25 000
  • Freytag&Berndt:
    • Loferer und Leoganger Steinberge Chiemgauer Alpen Berchtesgaden, WK 393, 1:50.000
    • Pongau – Hochkönig – Saalfelden, WK 103, 1:50.000
    • Großglockner – Sonnblick – Kaprun – Zell am See, WK 120, 1:50.000
    • Großglockner – Heiligenblut – Sonnblick – Schobergruppe – Oberes Mölltal, WK 5181, 1:35.000

GPS-Karten:

Toursteckbrief

  • Strecke: 130 km (149 km mit Varianten)
  • Höhenmeter:  9.550 m Aufstieg, 9.480m (11.470 m Aufstieg, 11.440m Abstieg mit Varianten)
  • Etappen: 9-10
  • Gebirgsgruppen: Berchtesgadener Alpen, Salzburger Schieferalpen, Hohe Tauern
  • Ausgangspunkt: St. Bartholomä oder Wimbachgrieß
  • Endpunkt: Lienz
  • Höchster Punkt: Gernot-Röhr-Biwak (2.940m)
  • Schwierigkeit: mittel
  • Beste Jahreszeit: Ende Juni – Mitte September
  • Übernachten: Hütten, Almen, Pensionen (im Tal)

Höhenprofil

Wenn es einen guten Grund gibt ein Höhenprofil zu erstellen, dann ist es die Route Berchtesgaden-Lienz. Mit dem optionalem Start am Wimbachgries und mit der Variante über die Gleiwitzer Hütte ergibt sich ein anspruchsvolles Höhenprofil mit vielen Höhenmetern:

Höhenprofil Berchtesgaden-Lienz

Höhenprofil Berchtesgaden-Lienz

Etappen Berchtesgaden – Lienz

Da die Tour den Alpenhauptkamm überquert sind alle Etappen richtige Bergetappen. Flache Etappen sind hier nicht zu gehen. Auf dem Weg liegen auch zahlreiche Gipfeloptionen auf die ich an dieser Stelle aber nicht eingehe. Meine Route orientiert sich am Rother Wanderführer, ich habe jedoch einige Etappen mit Hilfe von Garmin BaseCamp für mein eTrex 30x anders gelegt.

  • St. Bartolomä – Kärlingerhaus – Riemannhaus (↑ 1.617m  ↓ 40m ∅ 6:15h)
  • Riemannhaus – Maria Alm – Statzerhaus (↑ 1.550m  ↓ 1.605m ∅ 9:45h)
  • Statzerhaus – Bruck – Trauneralm (↑ 370m  ↓ 1.360m ∅ 6:15h)
  • Trauneralm – Glocknerhaus (↑ 1.230m  ↓ 610m ∅ 5:15h)
  • Glocknerhaus – Salmhütte – Glorer Hütte (↑ 960m  ↓ 450m ∅ 4:30h)
  • Glorer Hütte – Elberfelder Hütte – Lienzer Hütte (↑ 1.050m  ↓ 1.720m ∅ 7:00h)
  • Lienzer Hütte – Neualplseen – Lienz (↑ 600m  ↓ 370m ∅ 5:00h)

Besonders die ersten zwei Etappen haben es in sich. Wer am ersten Tag erst anreist kann die Etappe nach ca. 4h und 1.000 Hm auch schon am Kärlingerhaus beenden. Am zweiten Tag übernachtest Du dann in Maria Alm und steigst erst am dritten Tag zum Statzerhaus auf.

Aufstieg über das Wimbachgrieß

Wer nicht über den Königssee fahren möchte und einen vollen Wandertag zur Verfügung hat kann über das Wimbachgrieß direkt am Watzmann entlang aufsteigen.

  • Wimbachbrücke – Kärlingerhaus (↑ 1.450m  ↓ 460m ∅ 8:30h)

Variante ohne Bustransfer

Wer einen zusätzlichen Tag einplanen kann und vor langen Touren nicht zurückschreckt kann noch eine Etappe über die Gleiwitzer Hütte einlegen. Ein kleines Stück Straße bleibt einem in dieser Variante aber auch nicht erspart.

  • Statzerhaus – Bruck – Gleiwitzer Hütte  (↑ 1.639  ↓ 1.360  ∅ 10:00h)
  • Gleiwitzer Hütte – Ferleiten – Trauneralm (↑ 699 ↓ 1.355  ∅ 6:30h)

In Fusch stösst man wieder auf die normale Route über Ferleiten zur Trauneralm und folgt den weiteren Etappen bis nach Lienz.

(Schwierigkeitsbewertung nach DAV-Wegekategorien, vor der Tour muss der aktuelle Zustand bzw. die aktuelle Schwierigkeitsbewertung eingeholt werden.)

Übernachten

Da nahezu die komplette Tour von durch Naturschutzgebiete geht scheidet Zelten von vornherein aus. Zusätzlich ist es in Tirol auch gesetzlich verboten wild zu zelten. Man kann aber fast alle Etappen so legen, dass man in einer Alpenvereinshütte übernachten kann. Nur die Trauneralm ist eine private Unterkunft. Da auf den DAV-Hütten leider nur noch 10% der Schlafplätze für spontane Übernachtungsgäste freigehalten werden würde ich auf jeden Fall die wichtigsten Hütten und die Trauneralm im Vorfeld reservieren.

Funtensee am Kärlingerhaus

Funtensee am Kärlingerhaus

Packliste

Als Basisgepäck könnt ihr euch an meiner Packliste Hüttentour orientieren. Zusätzlich werde ich noch Grödel oder Snow-Chains für Altschneefelder und Gletscherausläufer mitnehmen.

An- und Rückreise

Zwischen dem Eigentlichen Startort St. Bartholomä und Lienz liegen zwar nur 2:30h Autofahrt, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es kaum eine gute Verbindung.

Wer dennoch mit dem Auto anreisen möchte kann sein Auto in Königssee auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz für aktuell 3,-€ / Tag abstellen. Für die Rückreise kann man entweder hauptsächlich mit dem Bus in 5h über Kitzbühel (5x umsteigen) oder der Bahn in 5:45h über Salzburg (3x Umsteigen) reisen. Wenn ihr diese Variante bevorzugt solltet ihr auf jeden Fall nochmal die verfügbaren Verbindungen online überprüfen.

Einfacher und schneller dürfte die komplett An- und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sein. Von Lienz kommt man zum Beispiel über Salzburg oder über Kitzbühel und München gut wieder zurück nach Deutschland.

Fazit

In der Vorbereitung hat sich schon gezeigt warum auf dieser Alpenüberquerung eine Busfahrt eingeplant ist. Ohne die Busfahrt kann man die Tour um 3-4 Tage verlängern. Die Bergwelt hält schlicht keine andere begehbare Verbindung von Bruck zur Trauneralm als über die Straße für uns bereit. Auch die Rückfahrt gestaltet sich in der Planung nicht einfach. Letztlich überwiegt aber die Vorfreude auf die Tour. Gerade weil hier nicht alles so einfach geht und weil die Route noch nicht lange beschrieben ist hoffe ich auf eine wenig begangene Route. Auch wenn mir klar ist dass einige Etappenziele Hotspots anderer Hüttentouren sind.

Wenn ihr auf der Suche nach einer längeren aber einfacheren Alpenüberquerung seid kann ich euch noch die Hüttentour München-Venedig empfehlen.

 

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