Rucksack im Flugzeug: Wie Du mit Rucksack richtig fliegst

Trekkingrucksack im Flugzeug

Deine Tourziele erreichst Du nur mit dem Flugzeug? Du findest hier alles was Du wissen musst um mit Rucksack zu fliegen: Was Du beachten musst wenn Du mit Rucksack im Handgepäck fliegst, wie Du Deinen aufgegebenen Rucksack im Flugzeug mit Transporthülle und Co. schützen kannst und welche Gepäckbestimmungen für Flugreisen mit einem Trekkingrucksack wichtig sind.

Rucksack als Handgepäck

Wer mit dem Rucksack als Handgepäck zu seiner Trekkingtour anreisen will muss mit einigen Einschränkungen leben. Im Gewicht, in den erlaubten Gepäckinhalten und in den Abmaßen. Hier das Wichtigste für das Reisen mit Rucksack als Handgepäck zusammengefasst:

Rucksackgröße für Handgepäck

Wie groß ein Rucksack genau für das Handgepäck sein darf ist leider nicht standardisiert. Die IATA empfiehlt eine Summe aus Länge, Breite und Höhe von 115 cm. In den Einzelmaßen kann die Rucksackgröße und das zulässige Rucksackgewicht für das Handgepäck also je nach Fluggesellschaft variieren (Stand September 2026):

Eine Übersicht über weitere Abmessungen und Maximalgewichte verschiedener Airlines findet ihr bei Wikipedia.

Wenn ich meinen Standard-Rucksack, den Bergans Helium 55, in gepacktem Zustand ausmesse bin ich auf jeden Fall beim Thema Handgepäck raus: 65 x 35 x 28 cm

Trekking- und Wanderstöcke im Handgepäck

Trekkingstöcke können als gefährlicher Gegenstand gewertet werden. Schließlich haben sie eine metallene Spitze und könnten damit als Stichwaffe verwendet werden. Laut einer Umfrage im Ulraleicht-Trekking-Forumklappt die Mitnahme von Trekkingstöcken im Handgepäck zwar überwiegend, aber in rund 20% der Fälle mussten die Wanderstöcke auch abgegeben werden. Grund genug sie gar nicht erst im Handgepäck mitzunehmen. Wenn ich es probieren würde, dann nur mit gut verpackten Spitzen, tief verstaut im Rucksack-Inneren.

Gefährliche Gegenstände im Handgepäck

Sowohl die IATA, als auch die Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber stellen die jeweils aktuellen Bestimmungen für das Handgepäck bereit. Hier ein Auszug der typischen Verbote denen wir bei An- und Rückflug auf unseren Touren begegnen:

  • Flüssigkeitsbehälter mit mehr als 100 ml Volumen
  • brennbare Flüssigkeiten und Behälter oder Kocher die brennbare Flüssigkeiten enthalten
  • Überall-Zündhölzer (Sicherheitszündhölzer) und Feuerzeuge sind am Körper erlaubt
  • Trekkingmesser (mit einer Klingenlänge über 6 cm)
  • gefährliche Gegenstände die als Waffen verwendet werden können (je nach Bauform fallen hier auch Trekkingstöcke oder Heringe darunter)

Zusätzliche Regeln:

  • Alle Flüssigkeiten zusammen in einem max. 1l großen durchsichtigem (Zip-Lock-) Beutel transportieren
  • Ersatz-Lithiummetall- oder Lithiumionenakkus müssen einzeln gegen Kurzschluss gesichert sein
  • Ersatzakkus müssen ins Handgepäck

Zwischenfazit: Beim Trekking wird es bei den meisten Airlines von vornherein eng den Rucksack im Handgepäck mitzunehmen. Beim Ultraleicht-Trekking ist es aber eine günstige Option wenn man mit den Einschränkungen leben kann.

Rucksack für den Flug als Gepäck aufgeben

Für aufgegebenes Gepäck reichen die gängigen Gepäckbestimmungen der IATA und der Fluggesellschaften hinsichtlich Größe und Gewicht für normale Trekkingtouren ohne Probleme aus:

  • Gesamtumfang (Länge + Breite + Höhe): 158 cm
  • Gesamtgewicht: 23kg

Beim Transport Deines Rucksacks auf den Gepäckbändern der Flughäfen und beim Handling durch die Mitarbeiter ist Dein Rucksack allerdings einigen Risiken ausgesetzt. Schnallen und Bänder können sich schnell verhaken, das Obermaterial kann abgeschürft werden und beim Reißen an einem Schultergurt sind schon einige Gurte kaputt gegangen. Vor dem Aufgeben des Rucksacks solltest Du ihn also gut für den Flug vorbereiten um ihn zu schützen. Grundsätzlich gilt:

  1. Alle Riemen fest anziehen
  2. überstehende und lose Bänder so gut es geht „verstecken“
  3. kompakt packen (z.B. Wanderstöcke auseinander nehmen)
  4. Adressschild am Rucksack anbringen (sollte der Rucksack oder die Hülle doch mal verloren gehen)

Am Flughafen wird ein Trekkingrucksack übrigens gerne auch mal als Sperrgepäck behandelt – also zur Sicherheit lieber ein wenig mehr Zeit für den Extra-Weg beim Check-In mit einplanen! Zusätzliche Gebühren musste ich aber noch nie bezahlen.

Rucksack ohne Schutz aufgeben

Die risikoreichste Variante. Wenn Du den Rucksack ohne jeden Schutz aufgeben möchtest solltest Du zumindest wirklich alle Bänder perfekt verstecken und keine losen Enden lassen. Außerdem darf wirklich überhaupt keine Ausrüstung mehr außen am Rucksack befestigt sein. Ansonsten ist hier der Verlust vorprogrammiert.

Rucksack mit losen Riemen auf Gepäckband

Wie man es nicht machen sollte: Rucksack mit losen Riemen auf Gepäckband

Nachteile

  • Bänder und Schnallen können sich im Gepäckband verhaken
  • Der Rucksack bekommt sämtliche Wetter- und mechanische Belastungseinflüsse direkt zu spüren, Beschädigungen werden folgen
  • Die Logistik-Mitarbeiter greifen und werfen den Rucksack u.a. statt am Griff an einem Riemen
  • einige Fluggesellschaften nehmen einen Rucksack so, zu Recht, gar nicht erst als Gepäck an

Bei sehr robusten Rücksäcken kann das schon mal gut gehen, wer seinen Rucksack aber noch länger verwenden will oder einen Ultraleichten Rucksack verwendet sollte diese Option von vornherein ausschließen.

Rucksack mit Rucksackhülle (Flightcover) aufgeben

Die einfachste, aber schwerste Variante. Rucksackhüllen gibt es von verschiedenen Herstellern wie z.B. Tatonka (85l ≈ 200g) oder Deuter(60l ≈ 300g).

Zur Sicherheit kann man noch einen der kleinen Barcode-Aufkleber des Gepäcklabels vor dem Verschließen direkt auf den Rucksack kleben, das Gepäcklabel kommt dann um den Rollverschluss.

Vorteile

  • Rucksack rein, Rollverschluss zu, fertig
  • Hält Regen und mechanische Belastungen vom Rucksack fern
  • Multi-Use als Packsack möglich
  • Schnalle kann bei einigen Varianten mit TSA-Vorhängeschloss gesichert werden

Nachteile

  • Auf Tour hast Du ein Zusatzgewicht im Rucksack
  • Risiko bei Multi-Use: bei Beschädigungen während dem Transport im Flugzeug ggf. nicht mehr wasserdicht

Eigene Erfahrung: Meine Tatonka-Rucksackhülle hat mittlerweile mehr als 15 Füge hinter sich gebracht. Das Aufgeben des Rucksacks ging immer problemlos, manchmal musste ich ihn aber am Sperrgutsschalter abgeben. Am Zielflughafen kam er trotzdem immer am normalen Gepäckband an. Mittlerweile hat die Hülle ein paar kleine Löcher – aber genau dafür ist sie da: Sie fängt die Belastung ab, damit der Rucksack unversehrt bleibt.

Rucksack im (Schwerlast-) Müllsack oder (Airline-) Plastikbeutel aufgeben

Die günstige Variante einer Transporthülle. Wichtig ist hier die Wahl des Müllsacks. Viele der bekannten blauen Müllsäcke sind nicht wirklich robust und ungeeignet. Im Baumarkt bekommst Du stärkere Schwerlast-Müllsäcke, die einiges aushalten.

Rucksack in braunem Schwerlast-Müllsack, eng getapet, mit Gepäcklabel auf Gepäckband

Rucksack in Schwerlast-Müllsack auf Gepäckband

Damit der Rucksack vom Personal noch gegriffen werden und das Gepäcklabel befestigt werden kann musst Du für den Tragegriff einen Schlitz in den Müllsack schneiden. Um zu verhindern dass der Müllsack während dem Transport verrutscht fixierst Du ihn am Besten mit Tape direkt am Tragegriff und umwickelst ihn noch 1-2 mal. Damit der, in einem Plastikbeutel verpackte, Rucksack aufgegben werden kann, darf es keine keine losen oder offenen Enden geben. Eine Garantie, dass die Airline den Rucksack so annimmt gibt es aber nicht.

Rucksack in transparentem Plastik-Transportsack mit der Aufschrift "AirFrance"

Rucksack in Air-France Plastik-Transportsack

Die offizielle Alternative: Einige Airlines (wie Air France) geben beim Check-in auf Nachfrage sogar eigene, dicke Plastikbeutel aus. Die Fluggesellschaften wollen schließlich selbst nicht, dass lose Riemen die automatische Gepäckverladung blockieren.

Vorteile

  • günstig
  • bedingter Regenschutz für den Rucksack
  • versteckt alle Bänder und Schnallen

Nachteile

  • Umweltverschmutzung – eignet sich meist nicht zur Wiederverwendung
  • bedingter Beschädigungsschutz für den Rucksack – je nach Beanspruchung kann die Mülltüte auch reißen
  • kein Zugriff auf den Rucksack mehr möglich

Rucksack in Folie einwickeln

Die Umweltverschmutzungs-Variante. Bei dieser Variante wird der Rucksack mit Frischhaltefolie eingewickelt bis er in seinem Cocon vollständig eingehüllt vor Fremdeinflüssen geschützt ist.

Gepäck-Wrapping-Station am Flughafen Glasgow

Gepäck-Wrapping-Station am Flughafen Glasgow

Das Einwickeln kann man entweder komplett manuell machen oder man nutzt die an manchen Flughäfen vorhandenen Einwickel-Hilfen gegen Entgelt. Bei beiden Einwickel-Optionen muss der Haltegriff des Rucksacks frei bleiben (als Griff und für das Gepäck-Label).

Vorteile

  • Je nach Wicklungsstärke guter Schutz für den Rucksack

Nachteile

  • Umweltverschmutzung
  • Kosten (Fraport, Gepäck-Wrapping-Station: ab 13 € für einen Rucksack)
  • kein Zugriff auf den Rucksack mehr möglich (Sicherheitskräfte dürfen den Cocon z.B. entfernen um ggf. den Rucksack auf gefährliche Gegenstände hin zu untersuchen)

Rucksack in Regenhülle aufgeben

Die naheliegendste Variante. Viele Rucksäcke haben von Haus aus eine Regenhülle. Wenn man mal davon absieht dass eine Regenhülle ohnehin nur einen sehr begrenzen Regenschutz bietet kann man die Regenhülle auch als Minimalschutz für den Rucksack im Flugzeug nutzen. Der Griff sollte auch hier frei bleiben, alle anderen Riemen und Bänder versteckst Du so gut es geht.

Vorteile

  • Regenhülle ist oft ohnehin vorhanden

Nachteile

  • Regenhüllen sind nicht für mechanische Belastungen ausgelegt und daher anfällig für Beschädigungen
  • nur einseitiger Schutz
  • kann beim Transport abgezogen werden

Was Du sonst noch zum Fliegen mit Trekking-Ausrüstung wissen solltest

Trekkingstöcke / Wanderstöcke

Egal ob im Handgepäck oder im aufgegebenen Rucksack. Die Stöcke sollten immer möglichst klein verpackt und die Spitzen geschützt werden. Dazu nimmst Du am Besten einfach das unterste Segment bei Teleskopstöcken heraus und steckst auf die Spitzen die normalerweise mitgelieferten Kappen oder Asphalt-Gummis. So werden die Stöcke beim Transport weder verbogen noch für andere zur Gefahr.

Brennstoffe

Um es kurz zu machen: Brennstoffe haben in Deinem Rucksack nichts zu suchen. Brenner und Brennstoffflaschen müssen außerdem frei von jeglichen brennbaren Stoffen sein.

Mehr zu diesem Thema findest Du im Artikel Gas- oder Benzinkocher im Flugzeug.

Messer und andere gefährliche Gegenstände

In aufgegebenem Gepäck ist einiges mehr möglich als beim Handgepäck. Neben den jeweiligen Gepäckbestimmungen der Airlines empfehle ich Dir aber insbesondere die jeweiligen Bestimmungen Deines Ziellandes anzusehen. Einfuhrbestimmungen der Länder, z.B. auch für Lebensmittel, gibt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes.

Alles weitere über Trekkingmesser inkl. rechtlichen Bestimmungen findest Du hier: Trekkingmesser: Welches Messer braucht man beim Trekking?

Fazit: Rucksack für Flug aufgeben ✈

Wer den Rucksack in einer Rucksackhülle aufgibt sollte in der Regel mit dieser Variante am Besten fahren. So ist er gut geschützt, die Trekkingstöcke kommen sicher an und die Grenzen des Handgepäcks bestimmen nicht Deine Trekkingausrüstung. Damit auch wirklich alles klappt schaust Du Dir aber vor Deinem Flug die jeweiligen Gepäckbestimmungen Deiner Airline an.

 

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