Trekking auf dem Burren Way – 5 Tage im irischen Karst

Burren Way - Blick auf einen Küstenabschnitt bei blauem Himmel

Wandern auf dem Burren Way: Karstlandschaft, schroffe Felsen, weite Ausblicke und Stille im Westen Irlands.

Überblick & Tourbeschreibung

Der Burren Way ist eine schöne Wander- und Trekkingroute durch Irlands einzigartige Kalksteinlandschaft. Er lässt sich in verschiedenen Varianten planen und bietet spektakuläre Highlights wie die Cliffs of Moher sowie zahlreiche prähistorische Stätten. Wildcamping ist reizvoll, aber rechtlich heikel und erfordert Rücksichtnahme und meist die Erlaubnis von Landbesitzern.

Die Landschaft des The Burren wirkt auf den ersten Blick karg und fast mondähnlich. Weite Flächen aus grauem Kalkstein, durchzogen von tiefen Rissen und Spalten – sogenannten „Clints and Grikes“ – prägen das Bild. Das Besondere: In den geschützten Felsspalten herrschen eigene Mikroklimata. So wachsen hier arktisch-alpine Pflanzen neben mediterranen Arten – eine in Europa nahezu einzigartige Kombination.

GPS-Track und Karte

Karte und GPS-Track des Burren Way mit Varianten

Karte und GPS-Track des Burren Way

Papierkarten

  • Ordnance Survey 51 und 57

OSM-Karten

Toursteckbrief & Eckdaten

Strecke ca. 114 km (inkl. Zuwege; Offiziell von Lahinch nach Corofin, ist aber problemlos in beide Richtungen begehbar.)
Höhenmeter rund 2.500 m im Auf- und Abstieg (zahlreiche kleine Auf- und Abstiege über Kalkplateaus)
Start Corofin
Ende Lahinch
Anreise
  • Flug nach Shannon oder Dublin
    • ab Shannon Airport Bus Éireann Linie 343 nach Ennis (ca. 40 Min.)
    • weiter mit Linie 350 nach Lahinch (ca. 1 Std.)
  • von Dublin Airport über Heuston Station mit Zug nach Ennis, dann Bus 350
  • mit Auto nach Corofin, Auto kann gegenüber des Campingplatzes stehen bleiben
Rückreise
  • ab Corofin mit Bus Éireann Linie 333 oder 350 zurück nach Ennis
  • von dort Bahn nach Limerick/Dublin oder Bus zum Flughafen Shannon
Brennstoff-Bezug Outdoor-Shops in Ennis, Limerick oder Galway
Markierung
  • gut markiert mit dem gelben „Walking Man“ Symbol
  • zusätzliche Wegweiser auf Holzpfosten
  • Zuwege und Verbindungsrouten ebenfalls gekennzeichnet
Wegbeschaffenheit
  • Kalksteinplatten (Karst), Weideflächen, kleine Straßen, Feldwege
  • teilweise sehr felsig und uneben, gutes Schuhwerk notwendig
  • einzelne Abschnitte können bei Regen rutschig sein
Beste Jahreszeit
  • Mai bis September: milde Temperaturen, Blütezeit im Burren (einzigartige Orchideen)
  • April und Oktober ebenfalls möglich
  • Winter: kurze Tage, nass und windig
Übernachten
  • zahlreiche B&Bs, Hostels und kleine Hotels in Lahinch, Doolin, Lisdoonvarna und Corofin
  • Wildcampen offiziell verboten, wird in abgelegenen Gebieten teils geduldet (Leave No Trace!)
Trinkwasser
  • kein sicheres Trinkwasser unterwegs
  • Vorräte in den Orten auffüllen
  • ggf. Wasserfilter und Entkeimungstabletten
Flyer Offizielle Broschüre und Kartenmaterial über Discover Ireland oder lokale Tourist Offices erhältlich

Wegmarkierung & Orientierung

Der Burren-Way ist mit dem in Irland üblichen gelben „Walking Man“-Symbol und Richtungspfeilen gut markiert.

Wegmarkierung auf dem Burren Way - ein kleines gebes Männchen mit Richtungspfeil

Wegmarkierung auf dem Burren Way

Etappen

Etappen des Burren-Way
Etappe Route Schwierigkeit Aufstieg Abstieg Strecke Dauer
1 Corofin – Carran einfach 400 hm 280 hm 22,8 km 6,5 h
2 Carran – Ballyvaughan einfach 420 hm 540 hm 33 km 9,5 h
3 Ballyvaughan – Doolin einfach 550 hm 540 hm 30 km 9 h
Var. 3.1 Ballyvaughan – Fanore mittel 630 hm 620 hm 20,6 km 6,5 h
Var. 3.2 Fanore – Doolin mittel 300 hm 300 hm 14,7 km 4,5 h
4 Doolin – Lahinch mittel  910 hm 910 hm 27,5 km 9 h

(Schwierigkeitsbewertung nach DAV-Wegekategorien und SAC Wanderskala, konditionell sind aber auch die einfachen Etappen anspruchsvoll!)

Übernachten & Versorgung

Wildcampen ist leider nur mit Erlaubnis des Eigentümers erlaubt. Schließlich sind auch hier weite Teile der Landschaft bewirtschaftet (Land- und vor allem auch Viehwirtschaft) und in Privatbesitz. Trinkwasser oberhalb von Bewirtschaftung aufzufüllen ist hier ebenfalls gar nicht so leicht. Ich selbst habe daher bei jeder Gelegenheit Leitungswasser aufgefüllt und das Wasser ansonsten immer gefiltert und zusätzlich chemisch aufbereitet.

Zelten auf dem Burren Way - hier ein Big Sky Chinook 1P neben Steinwällen

Zelten auf dem Burren Way

Die einfachste Art am Burren-Way zu übernachten sind aber sicher die zahlreichen B&Bs und die Hostels. (Vor allem in der Ferienzeit auf jeden Fall rechtzeitig für die ganze Tour vorbuchen!)

Persönliche Erfahrungen & Tipps

Kurzentschlossen geht es nach Irland – entlang der Westküste verbinde ich einen Roadtrip mit mehreren mehrtägigen Wanderungen im Westen der Insel – eine gute Mischung aus unterwegs sein, an- und runterkommen.

Den Anfang macht der Burren Way. In Corofin übernachte ich auf einem Campingplatz und lasse mein Auto gegenüber stehen, während ich zu Fuß starte. Die erste Etappe führt noch viel über Straßen und durch Kulturlandschaft. Später wird es abwechslungsreicher: Feldwege, weite Karstflächen und Küstenabschnitte machen die Strecke deutlich reizvoller.

Einen Zeltplatz zu finden, ist allerdings nicht immer einfach. Das Land ist größtenteils bewirtschaftet und oft von hohen Hecken oder Steinmauern begrenzt. Mit etwas Geduld klappt es dennoch – und genau das gehört hier irgendwie dazu.

Was aber darüber hinaus bleibt: eine schöne abwechslungsreiche Landschaft mit einigen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten.

Karren am Burren Way mit dramatischen Wolkenhimmel

Karstlandschaft am Burren Way

Fazit

Der Burren-Way ist eine abwechslungsreiche kurze Mehrtagestour an Irlands Westküste. Mit Zelt darf man ein wenig für geeignete Zeltplätze suchen und auch die Straßenabschnitte sind sicher ein kleiner Wermutstropfen. Dafür wird man aber mit toller Karstlandschaft, einigen historischen Sehenswürdigkeiten und den Cliffs of Moher belohnt.

Stille findet man vor allem abseits der Cliffs of Moher – schließlich sind die spektakulären Klippen bestens erschlossen und ziehen täglich zahlreiche Besucher an.