Totes Gebirge: Wandern im Karst

Totes Gebirge

Das Tote Gebirge – Karstlandschaft in den nördlichen Kalkalpen und Paradies für Wanderer und Speläologen. Hüttentouren und ein kleiner Einblick in die Welt unter Tage.

Während meiner Zeit als aktiver Höhlenforscher in der FHKF bin ich immer wieder vom Grundlsee zum Almberg-Höhlensystem und zum Appel-Haus aufgestiegen. Für Hüttenwanderer bieten sich eine Ost-West-Durchquerung oder eine Rundtour an.

Tourbeschreibung

Diese anspruchsvolle, aber traumhaft schöne Hüttentour führt in 5–6 Tagen vom malerischen Grundlsee durch die abgelegenen Bergregionen des Toten Gebirges. Die Route kombiniert stille Almlandschaften, beeindruckende Karsthochflächen und spektakuläre Gipfelblicke mit Übernachtungen auf urigen Hütten wie dem Albert Appel Haus, der Pühringerhütte oder dem Prielschutzhaus.

Dabei biten sich mehrer Varianten und Gipfeloptionen, wie den aussichtsreichen Backenstein oder die markante Spitzmauer an. Eine optionale Busabkürzung erleichtert die längste Tagesetappe.

Karte und GPS-Track

Karte Totes Gebirge

Karte und GPS-Track Totes Gebirge

Map Data: © OpenStreetMap Mitwirkende

Papierkarten

  • Kompass 19, Totes Gebirge, Almtal, Stodertal 1:50.000
  • Alpenvereinskarten 1:25:000:
    • Totes Gebirge – West, Alpenvereinskarte 15/1
    • Totes Gebirge – Mitte, Alpenvereinskarte 15/2

OSM-Karten

Toursteckbrief

Strecke 70,1 km
Höhenmeter ± 4.000 m
Start und Ende Rößlern, Gaiswinkel oder Gößl am Grundlsee
Anreise mit dem Zug von München nach Bad Aussee, weiter mit Regionalbus 956 zum gewünschten Startpunkt
Rückreise wie Anreise
Wegbeschaffenheit Bergpfade, teilweise auf Fels und Karren, bei Neu- oder Altschnee Vorsicht bei der Wegführung (Einbruchgefahr in Karren und Dolinen)
Beste Jahreszeit Juli–September
Übernachten mehrere Hütten im Abstand halber Tagesetappen
Trinkwasser an den Hütten, abseits und oberhalb von bewirtschafteten Flächen Trinkwasserquellen

Höhenprofil

Höhenprofil Totes Gebirge

Höhenprofil Totes Gebirge

Etappen

Etappe Route Schwierigkeit Aufstieg Abstieg Wegstrecke Gehzeit
1 Grundlsee – Albert Appel Haus einfach 1.250 m 350 m 10 km 6 h
Gipfeloption: Backenstein (1.772 m) schwer
V1.1 Variante: Rettenbachalm – Ischler Hütte – Albert Appel Haus schwer 2.070 m 1.088 m 19,8 km 11,5 h
2 Albert Appel Haus – Pühringerhütte einfach 570 m 560 m 10 km 4:15 h
V2.1 Variante: Gössl – Pühringerhütte einfach 1.070 m 140 m 9,1 km 5 h
3 Pühringerhütte – Prielschutzhaus mittel 750 m 970 m 11 km 5:45 h
Gipfeloption: Spitzmauer (2.446 m) schwer
4 Prielschutzhaus – Lienzer Tauplitz Haus schwer 1.600 m 1.380 m 22 km 11 h
Variante: Abkürzung mit dem Tälerbus Hinterstoder (spart ca. 5 km, 1,5 h) mittel 17 km 9,5 h
5 Lienzer Tauplitz Haus – Gössl einfach 330 m 1.240 m 18 km 6 h

Schwierigkeitsbewertung nach DAV-Wegekategorien und SAC Wanderskalaund Tourlänge, Vor der Tour bitte den aktuellen Zustand bzw. die aktuelle Schwierigkeitsbewertung einholen!

Hütten

Hüttenausblick im Toten Gebirge

Hüttenausblick im Toten Gebirge

Hütte Schlafplätze Telefon
Albert Appel Haus 100 +43 676 3336668
Ischler Hütte 40 +43 3622 71148
Pühringerhütte 78 +43 720 920442
Prielschutzhaus 151 +43 7564 20602
Lienzer Tauplitz Haus 63 +43 3688 2315

Höhlen im Toten Gebirge

Als Wanderer hat man zwar nicht die nötige Ausrüstung dabei um alpine Höhlen zu befahren, aber wer im Toten Gebirge unterwegs ist den interessiert vielleicht auch welche Welt unter einem liegt. Schließlich ist das Tote Gebirge als Karstgebirge von unzähligen Höhlen durchzogen. Einige der längsten Höhlen Österreichs finden sich hier und in einigen wird nach wie vor geforscht.

Die größten und bekanntesten Höhlen(systeme) im Toten Gebirge:

Höhle Länge Tiefe
Schönberg-Höhlensystem 156.233 m 1.061 m
Schwarzmooskogel-Höhlensystem 137.746 m 1.111 m
Verborgene Höhle 30.956 m 365 m
Grießkar-Höhlensystem 28.338 m 713 m
Almberg-Höhlensystem 25.755 m 302 m
Ahnenschacht 25.513 m 627 m
DÖF-Sonnenleiter-Höhlensystem 24.789 m 1.092 m

Quelle: Verband Österreichischer Höhlenforscher, Stand Sept. 2023 

Auf einer Hüttentour im Toten Gebirge begegnet man wie im Karst üblich oft Höhlenportalen und Dolinen. Damit man sich nicht aus versehen nach einem Absturz in einer davon wiederfindet sollte man abseits von Wegen und bei schwacher Schneedecke entsprechend vorsichtig sein. Und so verlockend manch Höhleneingang auch aussehen mag – bitte betretet keine Höhle ohne entsprechende Ausrüstung (z.B. Helm, SRT-Ausrüstung) und Erfahrung.

Fotos

Fazit Totes Gebirge

Wer Karstlandschaft mag dem wird es hier sicher gefallen. Schon in den tieferen mit Zirben und Latschen (Bergkiefer) bewachsenen Lagen zeigen sich die die typischen Karstformen von ihrer schönsten Seite, in höheren Lagen kommen sie dann auch komplett ohne Bewuchs heraus. Bisher bin ich die Rundtour noch nicht am Stück gegangen, freue mich aber jetzt schon auf die komplette Durchquerung des Toten Gebirges in der Zeit nach Corona…

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