1000 Höhenmeter: Wanderung rund um Muggendorf

Oswaldhöhle

Inspiriert durch den 1000 Höhenmeter Rundweg um Pommelsbrunn habe ich einen Rundweg in der Fränkischen Schweiz mit 1000 Höhenmetern rund um Muggendorf zusammengestellt. Auf 25 km geht es über zahlreichen Höhlen, Höhlenruinen und Aussichtspunkte gleich viermal über die Wiesent.

GPS-Track und Karte

Karte und GPS-Track 1000 Höhenmeter Muggendorf

Karte und GPS-Track 1000 Höhenmeter Muggendorf (Kartendaten © 2018 GeoBasis-DE/BKG (©2009), Google)

Den GPS-Track habe ich bei den „Erstbegehungen“ aufgezeichnet und danach am Rechner noch ein wenig bereinigt. Da der Weg nicht als durchgängiger Weg markiert ist soll euch das ein wenig in der Orientierung helfen wenn ihr den Weg selbst gehen wollt.

Anfahrt und Parken: Start- und Endpunkt ist Muggendorf.

  • Zieladresse mit dem Auto für das Navi: Am Bahnhof, 91346 Wiesenttal
  • Mit dem Zug könnt ihr von Forchheim aus mit der R22 bis nach Ebermannstadt fahren und von dort in den Bus 233 weiter nach Muggendorf umsteigen.

Wegbeschreibung

Von Muggendorf zur Riesenburg

Vom Bahnhof geht es zunächst nach links über die Wiesent in den Ort. Auf der Forchheimer Straße flogt man ein Stück durch den Ort und geht dann nach links der Markierung Richtung Oswaldhöhle folgend entlang. Im Ort geht man dabei an Kirche, Wirtschaft und Brennerei vorbei. Den Besuch der Letzteren merken wir uns für den Abend vor. Wir folgen also der Straße auf den ersten Höhenmetern bis der Wanderweg in der Kehre rechts zur Oswaldhöhle abzweigt.

Ab hier geht es erst mal auf einem wirklich schönen Pfad durch den Wald, auf den Felsen und teils über Stufen weiter auf den Höhenzug. Schnell erreicht man den ersten Aussichtspunkt auf halber Höhe. Der Blick ins Wiesenttal liegt vor uns. Schön!

So geht es dann weiter. Immer höher kommt man bevor es dann durch die Oswaldhöhle geht. Kopf einziehen! Wer sich dabei wohler fühlt darf sich eine Lampe mitnehmen, ansonsten sollte es ausreichen sich in der Mitte der Durchgangshöhle zu ducken bis man wieder Tageslicht sieht. Direkt nach der Oswaldhöhle liegt dann links der Eingang in die Wundershöhle. Diesen Schluf begehen wir aber nicht – nach dem kurzen Eingangsschluf würde uns eine mehrere Meter hohe Stufe erwarten. Dafür sind wir heute nicht ausgerüstet und wir wollen ja nicht ein Fall für die Höhlenrettung werden.

Wir gehen also den Wanderweg weiter. Steile Stufen führen uns nach oben bevor es wieder gemächlicher weiter geht. Das nächste Highlight ist der Aussichtsturm Hohes Kreuz auf 522m. Vor hier hat man einen schönen Rundumblick, gleich unterhalb findet ihr auf der Karte auch die Doktorshöhle.

Moonwiese

Moonwiese

Auch wenn die Verlockung groß ist von hier direkt zum Quackenschloß weiterzugehen biegen wir nach einem kurzen Abstieg auf dem gepflasterten (!) Waldweg nach links zum Aussiedlerhof Engelhardsberg ab. Im Sommer trifft man hier auf eine wunderbare Moonwiese. Wir queren die Straße und biegen kurz darauf nach rechts in Richtung Wald ab. Von hier aus folgen wir der Beschilderung Richtung Riesenburg. Durch die Höhlenruine mit Aussichtspunkt auf die Wiesent steigen wir ins Wiesenttal zum Weißen Grund ab.

Riesenburg

Riesenburg

Vom Weißen Grund über Köttweinsdorf zum Quackenschloß

Nach einem kurzen Stück auf der Straße (nach links) biegen wir zur Wanderbrücke über die Wiesent ab und folgen dem Weg an der Wiesent bis nach Doos. Hier beginnt der zweite Aufstieg des Tages. Mitten durch den Wald in dem wir einige schöne Karstformationen sehen können geht es nach Köttweinsdorf. Direkt im Ort angekommen biegen wir nach rechts ab, gehen an der ersten Wirtschaft des Tages vorbei und folgen dem ausgeschilderten Weg (gelbe Raute) zur Schottersmühle.

Quackenschloss

Quackenschloss

Ein kurzes Stück auf der Straße nach rechts in Richtung Doos und es beginnt der dritte Aufstieg. Steil geht der Weg links nach Engelhardsberg. Am Ortsrand vorbei gehen wir in einem Bogen zum Quackenschloß, einer schönen kleinen Durchgangshöhle.

Über den Adlerstein zurück zur Wiesent

Vom Quackenschloß geht es direkt weiter zum Aussichtsfelsen Adlerstein (über eine Leiter geht es hoch) und zurück nach Engelhardsberg. Wir gehen wir ein kurzes Stück auf der Straße und biegen dann nach rechts auf einen alten Waldweg ab. Im Sommer kann er fast zugewachsen sein. Wir treffen bald auf einen Flurweg, biegen aber schnell wieder nach links ab. Hier müsst ein ein wenig aufpassen. Auf halbem Weg zwischen dem Wald geht es nach rechts Richtung Wiesent bergab. Der Weg ist nicht markiert, stellenweise auch zugewuchert und führt letztlich auf einem Rückeweg an einer Rinne entlang ins Tal.

Auf die Burg Gaillenreuth und weiter zum Druidenhain

Im Tal angekommen überqueren wir erst die B470 und dann ein letztes Mal die Wiesent. Der Aufstieg nach Burggailenreuth ist nicht das schönste Stück der Wanderung, aber irgendwie müssen wir ja wieder nach oben. Oben werden wir dafür von der Burg Gaillenreuth empfangen.

Burg Gaillenreuth

Burg Gaillenreuth

An ihr vorbei gehen wir aus dem Ort und biegen kurz nach dem Ortsausgang nach links zum Wald ab. Auf einem schmalem Pfad geht es durch den Wald am Hohlen Berg vorbei. Der Name ist hier Programm. Gleich mehrere Höhlen durchziehen den Berg. Die bekannteste unter ihnen zweifellos die Zoolithenhöhle mit ihren zahlreichen versteinerten Knochenfunden. Bis heute dient die Höhle als Forschungsobjekt und ist daher ganzjährig verschlossen.

Aber wir gehen auf unserer Wanderung nicht leer aus. Die Schweigelhöhle liegt fast am Weg und so machen wir einen kurzen Abstecher. Danach folgen wir dem Schild an der Straße nach Wohlmannsgesees bevor nach einem kurzen Stück durch den Wald schon der Druidenhain ausgeschildert ist

Der Name des Druidenhain geht auf Geschichten zurück, die Karstformationen der Felsen und Rinnen sei einst als Kultstätte genutzt worden. Bewiesen ist das bis heute nicht, schön anzusehen ist die Felslandschaft mitten im Wald aber allemal.

Vom Druidenhain zurück nach Muggendorf

Nach ausgiebiger Besichtigung des Druidenhains folgend wir am Waldrand den Markierungen nach Birkenreuth und von hier dann dem grünen Kreuz folgend über Trainmeusel nach Muggendorf. Im Abstieg kommen wir dann nochmal an einem schönen Aussichtspunkt ins Wiesenttal vorbei bevor es steil, teils über Stufen, direkter zum Bahnhof in Muggendorf zurück geht.

Druidenhain

Druidenhain

Hier dürfte inzwischen auch das „Informationszentrum Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst“ direkt am Bahnhof geöffnet haben (April-Oktober täglich 08.30 Uhr bis 18.00 Uhr). Eine schöne kleine Ausstellung über Landschaft, Geologie, Brauchtum und Kultur im Naturpark.

Aber wahrscheinlich ist euch jetzt viel mehr danach die Beine in die kühle Wiesent zu hängen oder eure Energiereserven in einer der Wirtschaften wieder aufzufüllen. Verdient habt ihr es euch auf jeden Fall nach dieser 1000 Höhenmeter Wanderung!

Höhlen am Weg

Die Fränkische Schweiz ist voll von Höhlen und so kommt ihr auf dieser Wanderung gleich an mehreren Höhlen- und Höhlenruinen vorbei. Ein kleiner Überblick über die Höhlen an dieser Route:

Wenn ihr die Tour im Winter geht solltet ihr aber auf genauere Besichtigungen und Begehungen der Höhlen mit Lampe verzichten. Von Oktober bis April ist Fledermausschutzzeit – wer möchte schon in seinem Winterschlaf aufgeweckt werden?

Fazit

Ganz ähnlich wie auf dem 1000 Höhenmeter Rundweg um Pommelsbrunn könnt ihr auf diesem Weg mehr als 1000 Höhenmeter in Franken in einer Wanderung gehen.

Für die insgesamt 1.200 Höhenmeter auf 25km solltet ihr euch  aber auf jeden Fall den ganzen Tag Zeit nehmen. Am Weg liegen viele Aussichtspunkte, Höhlen und gleich mehrfach die Wiesent. Wenn ihr euch die Doktorshöhle oder die Schweigelshöhe näher ansehen wollt solltet ihr euch auf jeden Fall eine Stirnlampe mitnehmen.

Auch bei der Wegbeschaffenheit ist Abwechslung geboten. Von wenigen kurzen Stücken auf Asphalt über größtenteils schöne Waldpfade bis hin zu einem Rückeweg ist alles dabei was man so in Franken antreffen kann. Körperlich ist es eine wirklich fordernde Tour. Einfach nur so oder als Leistungstest zum Abschluss für Dein Trekking-Training.

Zum Schluss noch ein Dank an Carina und Michael die mich auf einer der Touren bis die Route der 1000 Höhenmeter rund um Muggendorf stand begleitet haben.