Strom für die Fahrradnavigation – Tipps zum Strom sparen und nachladen

Strom beim Bikepacking

Wie Du beim Bikepacking und Radreisen immer Strom für das Fahrradnavi hast. Tipps zum Stromsparen und zur Stromerzuegung mit Solarpanel und Nabendynamo.

Achtung – Spoiler: Das Mehrgewicht von Solarlösungen oder Nabendynamos lohnt sich m.E. nicht wirklich! So technikverliebt der ein- oder andere auch auf der Suche nach DER ultimativen Lösung zum Stromerzeugen auf Tour ist – in meinen Augen lohnt sich das für die allermeisten von uns nicht. Warum nicht, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die Ausgangssituation

Sind wir doch mal ehrlich zu uns selbst – mehrmonatige Radreisen in entlegenen Regionen sind für die allermeisten von uns die absolute Ausnahme. Die meisten, so auch ich, unternehmen Touren in Europa. Übers Wochenende oder auch mal für ein paar Wochen. Mit dem Rad unterwegs ist die Stromversorgung für unser Fahrradnavi eigentlich gut zu handeln:

  • Eine Stromquelle ist in Europa mit dem Fahrrad nie wirklich weit entfernt
  • Schon bei der Auswahl des Gerätes für die Fahrradnavigation können wir den Strombedarf minimieren
  • Mit den richtigen Einstellungen lässt sich sehr viel Strom sparen
  • Länger als ein paar Tage, längstens eine Woche, ohne Möglichkeit Strom nachzuladen zu können wird für die meisten von uns beim Bikepacking die absolute Ausnahme sein.
  • Auf Sportfunktionen und dauerhelles Display können wir beim Bikepacking verzichten

Strom sparen bei der Radnavigation

Egal welche Variante man zur Fahrradnavigation nutzt hilft es auf mehrtägigen Touren immer den Stromverbrauch zu minimieren. Hier ein paar Tipps zum Stromsparen bein Radfahren:

  1. Alle Datenverbindungen abschalten – Bluetooth, Mobilnetz, WLAN, ANT+ (Sensoren!) sind Stromfresser #1
  2. Displayhelligkeit minimieren – je dunkler das Display, desto weniger Verbrauch
  3. Display abschalten – am besten bleibt das Display gleich ganz aus und schaltet sich automatisch ein wenn eine Abzweigung kommt
  4. Töne und Navigationsansagen deaktivieren – ein Blick auf den Pfeil im Display reicht aus
  5. Nur GPS verwenden – in aller Regel reicht das aus, weitere Satellitensysteme kannst Du einschalten wenn es wirklich nötig ist
  6. Trackaufzeichnung deaktivieren – wähle zumindest ein „intelligentes“ Aufzeichnungsintervall
  7. Navigation deaktivieren – bei wenig Gefahr zum falsch abbiegen reicht es einfach hin- und wieder auf den Track zu sehen
  8. Gerät über Nacht abschalten – so manch Standby-Modus zieht immernoch einiges an Strom

Mit meinem Garmin Edge 830 komme ich z.B. auch bei permanent eingeschaltetem Display ca. 2,5 Tage Tourentage ohne Nachladen aus.

Strom beim Radfahren erzeugen

Solarpanel

In den verschiedenen Facebook-Gruppen und Outdoorforen kommt immer wieder die Frage nach Solarpaneln für Radreisen auf. Ich habe da bis jetzt eine recht klare Meinung dazu:

Das Gewicht eines Solarpanels mit dem nötigen Zubehör lohnt sich für die allermeisten Bikepacking-Touren nicht!

Warum?

  1. Spätestens nach einer Woche ergibt sich immer die Möglichkeit nachzuladen. Solange reicht eine Powerbank aus.
  2. Um mit einem Solarpanel Strom zu erzeugen braucht es erstmal ausreichend lange Licht. Schlecht bei bewölktem Himmel oder unterm Blätterdach.
  3. Der erzeugte Ladestrom schwankt je nach Sonneneinstrahlung (Sonnenstand, Wolken, Wald, Häuserschluchten) sehr stark.
  4. Ein Solarpanel braucht eine Powerbank um die gewonnene Energie zwischenzuspeichern. Insgesamt mit allem Zubehör ein Komplettpaket dass weit mehr als eine Powerbank mit ausreichend Kapazität für eine Woche Navigation auf die Waage bringt.

Nabendynamo mit USB-Lader

Mit einem Nabendynamo den Strom zu erzeugen ist sicher das Nächstliegendste. Kennen wir doch alle den Prinzip eines Dynamos schon seit Kindesbeinen an um unser Licht mit Strom zu versorgen und Zwischenspeicher haben bei Fahrradlampen schon lange Einzug gehalten so dass das Licht auch einen kurzen Ampelstop durchhält.

Warum also nicht direkt das Fahrradnavi damit versorgen?

  • Um einen Akku dauerhaft zu Laden muss der dafür notwendige Ladestrom erstmal erreicht und dann auch gehalten werden – in der Regel muss man die Schwankungen mit einem Zwischenspeicher überbrücken
  • Beim Laden ist das Navi nicht mehr wasserdicht
  • Ein Nabendynamo allein wiegt schon ca. 500g
  • USB-Lader mitsamt Kabeln, Zwischenspeicher, Wandler usw. wiegen ca. 150g
  • Die Gesamtkosten für Dynamo und Ladeeinheit starten ab ca. 350,-€

Wenn Du also auch im Alltag z.B. mit Deinem Mountain- oder Gravelbike ohne Nabendynamo unterwegs bist darfst Du Dir schon gut überlegen ob sich das dann dauerhafte Mehrgewicht am Rad und die Kosten im Vergleich zu einer Powerbank für Touren wirklich lohnen.

Strom beim Bikepacking nachladen

Zeltplatz, Kaffee, Kneipe

Die einfachste Möglichkeit: einfach einen kleines Ladegerät mitnehmen und das Gerät bei jeder Gelegenheit nachladen. Ob am Zeltplatz, im Kaffee oder Abends in der Kneipe – die wenigsten werden es Dir verwehren Dein Fahrradnavi an ihrer Steckdose nachzuladen.

Nachteil an der Geschichte: So ganz unbeaufsichtigt will man sein Navi dann auf Dauer nicht lassen. Sobald man sein Bier ausgetrunken hat wird man es also auch wieder mitnehmen und manch einer kann vielleicht noch nichtmal das Bier in Ruhe genießen solange das Navi außerhalb des Sichtfeldes irgendwo im Hinterzimmer an der Steckdose hängt.

Unkomplizierter ist es dagegen eine Powerbank mitzunehmen.

Powerbank

Eine Powerbank hat wahrscheinlich jeder von uns zu Hause. Wenn nicht sogar mehrere. Als Massenprodukt zum Nachladen von Smartphones sind sie sehr günstig mit verschiedenen Kapazitäten zu haben. Bei der Energiedichte (siehe: Strom beim Trekking) liegen sie zudem im vorderen Bereich und im Preis- Leistungsverhältnis sind sie einfach unschlagbar.

Wenn man schon bei der Auswahl des Gerätes für die Fahrradnavigation auf den Stromverbrauch geachtet hatm stromsparend unterwegs ist, und zur Sicherheit noch eine Powerbank einpackt kommt man ohne Probleme eine Woche ohne Nachladen aus.

Hier eine kleine Beispielrechnung:

  • Akkulaufzeit des Garmin Edge 830: 20h bei ca. 1000mAh x 3,6 V = 3,8 Wh Energie
  • Reichweite bei 8h täglicher Nutzung: 2,5 Tage
  • Reichweitenverlängerung mit einer 180g leichten Powerbank: 10.000 mAh x 3,7 V = 37 Wh ≅ 24 Tage (!)

Das ergibt also eine theoretische Gesamtreichweite von 26 Tagen. Das wäre mal ein Wort. Selbst wenn man jetzt noch einkalkuliert dass beim Aufladen ein Teil der Leistung verloren geht wird schnell klar dass man schon mit wenig Gewicht leicht ein bis zwei Wochen mit nur einer Powerbank mit 10.000 mAh autark unterwegs sein kann.

Fazit

Bei der Stromversorgung lohnt sich das Mehrgewicht von Solarlösungen oder Nabendynamos erst bei wirklich langen Touren außerhalb der Zivilisation oder wenn man den Nabendynamo ohnehin für eine Lampe benötigt. Solange man stromsparend unterwegs ist reicht für die Nachversorgung der Fahrradnavigation eine Powerbank aus.

 

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