Schneeschuhwanderung rund um den Dreisessel

Der Dreisessel vom Adalbert-Stifter-Steig aus.

Die Schneeschuhwanderung über den Dreisessel führt uns auf 15km und knapp 700 Höhenmetern von Frauenberg aus auf dem Grenzkamm bis zum Dreiländereck Deutschland – Österreich – Tschechien. Zurück gehen wir auf dem Adalbert-Stifter-Steig und dem E6.

GPS-Track und Karte

Karte und GPS-Track Dreisessel

Karte und GPS-Track Dreisessel (Kartendaten © 2018 GeoBasis-DE/BKG (©2009), Google)

Aufstieg zum Dreisessel

Ausgangspunkt unserer Schneeschuhtour ist der Parkplatz der Dreisesselalm bei Frauenberg. Früher gleichzeitig Liftstation, doch der Liftbetrieb wurde vor einigen Jahren eingestellt. Gut für uns denn so ist die alte Piste und der Parkplatz Tourengehern mit Ski und Schneeschuhen vorbehalten. Wer hier allerdings allein sein will sollte dennoch schon früh aufstehen.

Der Aufstieg beginnt am Rand der nicht mehr präparierten Skipiste. Auf durchschnittlich 20% Steigung geht es schnell bergauf. Die Nacht war kalt und so ist der Schnee sehr harschig. Mir gefällt´s. Zunächst noch im Schatten taucht man im letzten Stück dann in die Sonne ein. Sonnenbrille auf und weiter geht es noch ein letztes Stück auf der Piste.

Ausblick vom Hochstein in Richtung Dreisessel

Ausblick vom Hochstein in Richtung Dreisessel

Am Ende der Skipiste biegt dann der Weg nach links durch den Wald ab. Ein kurzes Stück können wir uns von den Strapazen des Aufstiegs erholen bevor es dann zum Hochstein (1.333m) hoch geht. Die letzten paar Meter auf die Felsformation schnallen wir dann die Schneeschuhe ab. Auf den steilen Stufen ist allerdings Vorsicht geboten – sie sind gerne vereist. Wer morgens getrödelt hat wird hier übrigens auf viele Wanderer treffen die bequem vom Sommerweg zum Dreisesselhaus herüberkommen.

Vom Hochstein sind es dann nur noch wenige hundert Meter bis zum Dreisesselhaus direkt neben dem Dreisessel (1.323m)

Auf dem Kammweg zum Dreiländereck

Vom Dreisesselhaus geht es jetzt immer direkt auf dem Grenzkamm zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik weiter. Noch immer sind hier die Spuren von Kyrill zu sehen. Der Sturm fegte hier 2007 mit bis zu 170 km/h über den Kamm und lies keinen einzigen Baum stehen. Überall entwurzelte oder abgebrochene Bäume, die Gipfelregion ist eine einzige Kahlfläche. Im Gegenzug hat man dadurch natürlich aber auch einen weiten Blick über den bayerischen und den böhmischen Wald. Bei Wind darfst Du Dich hier aber gut gegen die Kälte schützen. Ohne Wald bist Du auf dem Kammweg dem Wind ansonsten schutzlos ausgeliefert.

Auf dem Weg zum Dreiländereck liegt dann noch der bayerische Plöckenstein (1.264m), dem höchsten Punkt der Schneeschuhwanderung. Er bietet sich gut als Pausenplatz an. Eine schöne Aussicht und bei Bedarf auch mit Möglichkeiten sich einen windgeschützten Platz zu suchen. Der Weg über den Kamm ist nach ein paar Tagen ohne Neuschnee schon gut ausgetreten. So versuchen auch zahlreiche Winterwanderer ohne Schneeschuhe ihr Glück und rutschen auf dem Schnee herum.

Bayerischer Plöckenstein (1.364m)

Bayerischer Plöckenstein (1.364m)

Am Dreiländereck treffen dann gleich mehrere Winterwanderwege aufeinander so dass hier ganz schön Betrieb ist. Da kommt der Rückweg über den Adalbert-Stifter-Steig wie gerufen.

Der Adalbert-Stifter-Steig

Wir biegen am Dreiländereck nach rechts ab. Schlagartig ist man alleine und man muß auch ein wenig aufpassen den Einstieg in den Adalbert-Stifter-Steig zu finden. War der Weg bis jetzt noch breit ausgetreten führt jetzt nur eine schmale Schneehschuhspur am Hang entlang. Wer nicht zufällig die gleiche Schrittweite hat darf sich seinen eigenen Weg Spuren. Anstrengend, aber schön.

Abstieg durch den Wald

Ich gehe ungern einen Weg zweimal und so entscheide ich mich nicht wieder über die Skipiste sondern nördlich in Grenznähe nach Frauenberg abzusteigen. Also beige ich schon kurz nach dem Dreisesselhaus nach rechts auf den E6 ab und folge den wenigen Spuren.

Es geht nördlich um den Hochstein herum. Zunächst noch außerhalb des Waldes geht es dann bald auf schmalem Pfad im Wald bergab. Schnell merke ich dass der Weg offenbar einem kleinen Bach folgt. Je tiefer ich komme desto schwieriger wird der Weg. Es taut und so hat der Bach teilweise schon einiges an Schneeauflage mitgenommen und macht den Weg dadurch teils schwierig zu gehen. Trotzdem ein wirklich schöner Weg.

Nach dem die Dreisesselstraße gequert wurde verlassen wir dann den E6 und folgen den Schildern Richtung Frauenberg.

Fazit

Die Schneeschuhwanderung über den Dreisessel zum Dreiländereck lohnt sich. Sie lohnt sich als Schneeschuhtour und auch gleichzeitig als Training für Trekkingtouren. Wer früh genug startet hat zumindest noch den Aufstieg bis zum Dreisesselhaus einiges an Ruhe. Dem Trubel auf dem Kammweg kann man wohl kaum entgehen, aber der Rückweg über den Adalbert-Stifter-Steig und den E6 entschädigt mit fast unberührtem Gelände.