Leichtes Trekking-Kochset

Primus Express Stove mit Evernew 900ml Topf und BRS3000t Brenner mit Toaks Light 550ml

Vor einiger Zeit hatte ich schon einmal Tipps für die leichte Trekking-Küche vorgestellt. Wie ich mein Trekking-Kochset jetzt um fast 50% erleichtert habe stelle ich euch heute vor. Ein neuer 25g leichter Brenner, ein auf den eigentlichen Bedarf angepasster Topf und eine Kalkulation des Gasbedarfes sind der Schlüssel dazu. Aber seht selbst…

Brenner

Jahrelang war ich mit meinem Primus Express Stove Gaskocher mit Piezozünder absolut zufrieden. Er hat mich nicht ein einziges Mal im Stick gelassen, war auch hinsichtlich Gewicht für einen Gaskocher einfach gesetzt. Bis ich bei BergReif das Review zu einem neuen Gaskocher aus China mit nur 25g gelesen habe. Das musste ich näher ansehen. Und er hält was er verspricht. Mit nur 25g wirklich ein vollwertiger Kocher. Sicher ist er nicht ganz so stabil, aber das macht nichts. – Er muss ja nur eine Tasse mit max. 400ml Wasser tragen können. Zusätzlich brauche ich aber noch ein 9g leichtes BIC Feuerzeug. – Der BRS3000t-Kocher, auch unter der Marke Lixada im Handel, hat keinen Piezozünder.

Im Praxistest hat er sich bisher ganz gut geschlagen. Sicher, die Auflagen glühen schnell und insgesamt ist die Mechanik sicher nicht ganz so robust wie die des Primus Express Stove. Für meinen Einsatzzweck, einmal täglich 350-400ml Wasser kochen, sollte er aber reichen. Aufgefallen ist die Geräuschentwicklung. Der Brenner ist deutlich lauter als der Primus-Express-Stove, er lässt sich auch nicht so präzise regeln.

Mehr zu den Stärken und Schwächen des ultraleichten Brenners findet ihr auch von Carsten auf fastpacking.de.

Topf

Mein Evernew 900ml Ti Mug (97g) hat mich einige Touren zuverlässig begleitet. Ein wenig verbogen ist er, aber ansonsten hat er mir gute Dienste geleistet. Nur dass er schlicht zu groß für den eigentlichen Bedarf ist. Eine Standard-Trekkingnahrung braucht 350-450ml heißes Wasser. Warum also einen Topf für 900ml mitnehmen? Richtig, das macht keinen Sinn. Also kommt der 900ml-Topf in Zukunft nur noch bei Touren zu zweit zum Einsatz. Für den Solo-Einsatz reicht ab sofort auch ein Toaks Light Titan Topf 550 ml mit 72g. Das reicht für Trekkingnahrung ohne Problem aus. Den Deckel kann ich auch noch mit Alu-Folie ersetzen. Dann wiegt der Topf nur noch 55g. Was fehlt ist eine Einkerbung zum Ausgießen und eine Skala. Die Skala werde ich mir von außen selbst markieren.

Gas

Ich habe mich bewusst für ein Kochsystem mit Schraubkartuschen entschieden. Es ist einfach sehr sicher, stinkt nicht und ist sehr einfach im Handling. In meinen Tourgebieten sind Schraubkartuschen überall zu bekommen. Aber warum habe ich immer eine 220g-Kartusche mitgenommen? Ein Verbrauchstest mit Kocher und Topf hat mir die Augen geöffnent. 

Beide Brenner-Topf-Kombinationen habe ich im Vergleichstest gegeneinander antreten lassen. Jeweils 350ml zum Kochen bringen. Die Zeit war für mich nicht relevant, der Gasverbrauch dafür um so mehr. Im Ergebnis haben beide Kochsets zwischen 3 und 4g Gas für 350ml Wasser benötigt. Da kommt eher die Waage an die Grenze der Messgenauigkeit als dass ich hier wirklich ein Kochset als Sieger sehen würde.

Bei einem Verbrauch von max. 4g für 350ml reicht demnach auch eine 100g-Kartusche für 25 Mahlzeiten. Meine Touren gehen selten länger als 10 Tage ohne eine Nachschubgelegenheit zu haben. Die kleine Kartusche reicht also mit einigen Reserven aus. Downsizing für die Standardausrüstung also kein Problem.

Besteck

Für Trekkingnahrung braucht es eigentlich nur einen Löffel. Zuletzt hatte ich noch einen Göffel (Kombination aus Gabel und Löffel) dabei. Die Gabelfunktion habe ich aber nie wirklich benötigt. Wichtiger ist letztlich ob man damit gut aus den Tüten essen kann. So habe ich mir nun einen längeren Löffel besorgt. Damit klappt das Essen auch aus den Tüten der Trekkingnahrung ohne mit der Hand ständig tief in der Tüte wühlen zu müssen.

Update: Trek’n Eat wird ab Herbst diesen Jahres neue Tüten mit einer zweiten Abreißmöglichkeit haben. Das „tief in der Tüte wühlen“ hat also bald ein Ende!

links: mein altes Kochset, rechts das neue Kochset

Fazit

Statt 206g Kochset + 360g Gaskartusche in meinem letzten Setup wiegt mein komplettes Kochset jetzt nur noch 116g + 220g 186g Gaskartusche. Dabei habe ich keine Funktion die ich bräuchte verloren. Mit der 100g Kartusche kommen ich mehr als 10 Tage aus. Dazu sei allerdings gesagt dass ich morgens weder Tee noch Kaffee trinke. Ich brauche also nur ein Mal am Tag heißes Wasser. Für den Gasverbrauch kommt mir das jetzt zu Gute. Das Feuerzeug sollte man nicht verlieren, sonst bleibt die Küche kalt.

Mein neues Kochset im Detail:

  • Toaks Light Titan Topf 550 m: 72g
  • Kocher BRS3000t: 25g
  • Feuerzeug BIC-Mini: 9g
  • Titan-Löffel: 12g

Update: Die aktuell erhältlichen 100g Kartuschen wiegen nur noch 186g und passen wunderbar in den Toaks Light Titan Topf.

Wer mit den Schwächen des Kochers (begrenzte Robustheit, Geräuschentwicklung) leben kann findet in ihm einen sehr leichten Kocher. Ein auf den eigentlichen Bedarf angepasster Topf hilft automatisch die richtige Wassermenge zu kochen und reduziert gleichzeitig noch das Gewicht. In Summe habe ich das Rucksackgewicht um 230g reduzieren können.

Wenn es daran geht weiteres Gewicht im Rucksack zu sparen werde ich mich vorerst anderen Themen widmen. Mit dem Trekking-Kochset bin ich erstmal absolut zufrieden. Auf Solo-Touren wird es das leichte Set aus BRS300t und Toaks-Topf sein, bei Touren zu zweit wird mich weiterhin der Primus Express-Stove mit dem Evernew Ti Mug begleiten.

Was haltet ihr von dem Brenner und dem Kochset?

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2 Kommentare

  1. Carsten

    Hallo Thomas,

    vielen Dank fürs Verlinken auf meinen Kurztest des Kochers.

    Was ich spannend find ist, dass Du bei den 350 ml nur 4 Gramm Gas verbrauchst. Ich bin bei
    500ml ja durch 9 Gramm Gas gegangen.

    Talk soon

    Carsten

    1. Thomas (Beitrag Autor)

      Hallo Carsten,
      gern geschehen!
      Wenn ich das richtig gesehen habe hast Du bei Deinem Test eine Tasse ohne Deckel verwendet, oder?
      Ich habe immer mit Deckel gekocht, vielleicht liegt es daran? Vielleicht ist auch einfach das Topf/Tassenmaterial unterschiedlich wärmeleitend.
      Gruß, Thomas

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